Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.06.2014

19:14 Uhr

Brooks trifft gegen Ghana

USA feiern ihren Helden aus Berlin

Die Nominierung John Anthony Brooks' für den WM-Kader der USA überrascht – nach der ersten Partie ist der Herthaner schon zum Helden geworden. Klinsmanns Taktik geht auf, Brooks wird nicht nur im Netz gefeiert.

Siegtorschütze John Brooks: Die USA feiern einen Sporthelden. ap

Siegtorschütze John Brooks: Die USA feiern einen Sporthelden.

Adrenalingeladen bis zum Maximum kamen bei Jürgen Klinsmann wieder Sommermärchen-Gefühle auf. Als wolle er die Szenen des deutschen WM-Heimspiels nachstellen, wirbelte der Hauptdarsteller von 2006 bei seinem Comeback auf der großen Fußball-Bühne herum wie ein nimmermüder Hamster im Laufrad. Allerdings diesmal in neuer Rolle als US-Nationaltrainer. Statt Joachim Löw griff sich Motivator Klinsmann nach dem 2:1-Sieg seiner Amerikaner zum WM-Auftakt gegen Ghana Mittelfeldspieler Alejandro Bedoya, den er mit einer herzhaften Umarmung fast zu zerdrücken schien.

„Das war ein Genussmoment, sehr besonders“, kommentierte Klinsmann seine Gefühlsausbrüche. Sein erstes WM-Spiel seit 2006, damals noch als Trainer der deutschen Nationalmannschaft, wurde in Natal gleich zu einem Erfolgserlebnis. Und der umjubelte Held war ausgerechnet einer von Klinsmanns Küken - John Anthony Brooks. Der 21 Jahre junge Bundesliga-Bubi aus Berlin nickte in der 86. Minute einen Eckball von Graham Zusi zum 2:1 ein. „Es ist unglaublich, ein großartiger Moment für mich“, jubelte der Verteidiger, der zur zweiten Halbzeit für den verletzten Matt Besler in die Partie kam. Brooks schrieb bei seinem WM-Debüt sogleich US Fußball-Geschichte - als erster Einwechselspieler, der ein Tor erzielte.

Ghana enttäuscht: Große Worte, keine Taten

Ghana enttäuscht

Große Worte, keine Taten

Titelanwärter Ghana? Von wegen! Trotz aller flotten Sprüche präsentiert sich der deutsche Gruppengegner schwach. Im Gegensatz zu den „US-Boys“, die gegen Portugal schon den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen können.

Der Profi von Hertha BSC lief nach seinem Kopfball-Aufsetzer wie in Trance über den Platz und fiel letztlich kopfüber auf den saftigen Rasen des Estadio das Dunas. In den USA avancierte er über Nacht zum Sporthelden. „Sein Torjubel wird für immer ein Klassiker der US-Fußball-Geschichte sein“, hieß es in der „Sports Illustrated“. Brooks sei „der größte Amerikaner seit Abraham Lincoln“, war auf seiner englischen Wikipedia-Seite zu lesen.

Nach der Partie verriet der schüchterne 1,94 Meter-Mann Mitspielern und Medien, dass er zwei Nächte zuvor noch von seiner siegbringenden Aktion geträumt hatte. Er sah sich in der 80. Minute bei einem Eckball hochsteigen und zum entscheidenden Tor einköpfen. Letztlich war Brooks in der 86. Minute zur Stelle. „Ein Traum wird wahr für Brooks“, lautete die Schlagzeile bei ESPN.com.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×