Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.06.2012

15:31 Uhr

Debatte um Nationalstürmer Gomez

„Warum soll ich mich ändern?“

Gomez war der Siegtorschütze gegen Portugal. Dennoch hagelt es Kritik an dem Stürmer, nicht nur von Mehmet Scholl. Nicht wenige möchten Klose spielen sehen. Nun wehrt sich Gomez – und bekommt wichtige Unterstützung.

Mario Gomez wehrt sich

„Kein Grund, mich zu ändern“

Mario Gomez wehrt sich: Gomez: Kein Grund, mich zu ändern

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Die von TV-Experte Mehmet Scholl ausgelöste Debatte um Mario Gomez lässt Bundestrainer Joachim Löw kalt. „Ehrlich gesagt habe ich keine Energie, mich um das zu kümmern, was der eine oder andere irgendwo sagt. Ich als Trainer habe eine andere Sichtweise auf die Dinge. Wir beurteilen die Spieler so, wie wir das für richtig halten. So etwas wird mich die nächsten Wochen nur am Rande interessieren“, erklärte Löw am Montag bei der Pressekonferenz im deutschen EM-Quartier in Danzig.

Ex-Nationalspieler Scholl hatte nach dem EM-Auftaktspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Portugal über den Siegtorschützen Gomez gelästert: „Ich hatte zwischendrin Angst, dass er sich wund gelegen hat, dass man ihn wenden muss.“ Scholl kritisierte damit die angeblich mangelnde Einsatzfreude des Torjägers vom FC Bayern München, der von Löw den Vorzug vor Miroslav Klose erhalten hatte. „Ich bin froh, zwei Klasseleute im Angriff zu haben“, konterte der Bundestrainer.

Wahrscheinlich wird Löw an diesem Mittwoch im zweiten Vorrundenspiel gegen Holland dieselbe Elf aufbieten wie beim 1:0 gegen Portugal. Auch Siegtorschütze Mario Gomez rechnet fest mit seinem Einsatz von Beginn an. Die heftige Kritik von Mehmet Scholl, an seiner Leistung gegen die Portugiesen konterte der Halb-Spanier mit dem Hinweis auf seine Torquote. „Ich war in den letzten fünf, sechs Jahren der beste Stürmer in Deutschland und habe in der Champions League in den letzten zwei Jahren nach Messi die meisten Tore gemacht. Ich möchte wissen, warum ich mich ändern soll?“, erklärte Gomez. Lionel Messi vom FC Barcelona hatte in der Königsklasse in den vergangenen zwei Spielzeiten 26 Mal getroffen, Gomez 20 Mal.

Deutsche EM-Torschützen

5 Tore

Das gelang bisher nur Jürgen Klinsmann, zwischen 1988-1996

4 Tore

Vier Spieler haben bisher vier Tore: Lukas Podolski 2004 - 2012, Gerd Müller 1972, Dieter Müller 1976, Rudi Völler 1984-1992

3 Tore

Dafür dann (derzeit) ein Quartett mit drei Treffern: Mario Gomez 2012, Michael Ballack 2000-2008, Miroslav Klose 2004-2012, Klaus Allofs 1980, Karlheinz Riedle 1992

2 Tore

Bei zwei Treffen wird das Feld deutlich breiter. Es sind bislang Bastian Schweinsteiger 2004-2012, Horst Hrubesch 1980, Thomas Häßler 1992, Oliver Bierhoff 1996, Matthias Sammer 1996

1 Tor

Einen Treffer hat bislang eine ganze Reihe von Spielern auf dem Konto, namentlich: Torsten Frings 2004-2008, Philipp Lahm 2008 - 2012, Herbert Wimmer 1972-1976, Bernd Hölzenbein 1976, Heinz Flohe 1976, Karl-Heinz Rummenigge 1980-1984, Lothar Matthäus 1980-1988, Andreas Brehme 1984-1992, Olaf Thon 1988, Stefan Effenberg 1992, Stefan Kuntz 1996, Andreas Möller 1996, Christian Ziege 1996, Mehmet Scholl 2000

Wer sich auf der Straße umhört, kann schnell feststellen, dass Scholl mit seiner Kritik weiten Teilen Fußball-Deutschlands aus der Seele gesprochen hat. Nicht wenige fordern den Einsatz von Routinier Miroslav Klose – trotz Gomez' Siegtor. In der ewigen Torjägerliste des DFB liegt der mittlerweile 34-jährige Klose mit 63 Toren auf Rang zwei und als bester aktiver Nationalspieler noch fünf Treffer hinter Gerd Müller. Ungewohnt für Klose: Der Stürmer, der unter Joachim Löw eine Stammplatzgarantie zu haben schien, musste am Sonntagnachmittag in Danzig mit den Reservisten trainieren.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Feinbau

11.06.2012, 15:58 Uhr

Welcher großer Experte Herr Scholl ist zeigt sich nicht nur an seiner peinlichen Kritik am Mario Gomenz. Scholl lobt im gleichen Atemzug auch noch die Leistung von Philipp Lahn, der - für ihn untypisch - grottenschlecht gespielt hat. Beim Voting der Zuschauer bekam er deshalb auch die zweitschlechteste Note aller Spieler. Man sieht Scholl ist wirklich ein Experte, der als Trainer im übrigen die 2. Mnnnschaft des FC Bayern in den Abstieg aus der 3. Liga geführt hat.

Account gelöscht!

11.06.2012, 16:23 Uhr

"Gomenz", "Lahn" - naja, Hauptsache mal was gesagt!

Wolfgang44

11.06.2012, 17:37 Uhr

Peinlich, peinlich Herr Scholl...

Das schießt Gomez das entscheidende Tor gegen Portugal und sichert uns den Sieg, und Herr Scholl kritisiert. Stattdessen sollte er in Jubel ausbrechen, das wir gewonnen haben und Gomez die Nerven behalten hat, um das Tor zu schießen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×