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23.02.2014

16:37 Uhr

Der Ort Krasnaja Poljana

Putins Disneyland

VonPatrick Kleinmann

Zwei Wochen Olympia sind vorüber, Presse, Athleten und Touristen verlassen den aufwändig in Szene gesetzten Wintersportort Krasnaja Poljana. Vieles ist jedoch nur Kulisse – und noch immer nicht fertig. Ein Rundgang.

Alles nur Schein? Noch immer gibt es in Krasnaja Poljana viele Baustellen. dpa

Alles nur Schein? Noch immer gibt es in Krasnaja Poljana viele Baustellen.

Krasnaja PoljanaAm Skilift scheint die Welt noch in Ordnung. Im Gorki Village oberhalb von Krasnaja Poljana, dort, wo die alpinen und nordischen Wettbewerbe stattfinden, erhebt sich der Kaukasus schneebedeckt in den blauen Himmel. Die Sonne wärmt die klare Luft, dank viel Arbeit heißt es hier Ski und Rodel gut. „Russische Schweiz“ wird diese Region auch genannt. An die Gondelstation schließen sich die eigens für die Olympischen Spiele hochgezogenen Hotels an – es wirkt, als hätte Walt Disney den Schweizer Edel-Skiort St. Moritz nachbauen wollen.

Es ist eine Idylle, die allerdings von andauerndem Baulärm gestört wird. Von vorbeifahrenden Baggern, kreischenden Kreissägen oder Arbeitern, die sich Anweisungen zurufen. Denn so schön die Fassaden der Hotels aussehen, aus der Nähe entpuppt sich das als schöner Schein. Die bis zuletzt unfertigen Bauten sind auch zum Abschluss der Winterspiele mehr Filmkulisse denn nutzbare Einrichtungen.

Auf den zweiten Blick fallen nämlich die Müllsäcke vor dem Hinterausgang auf, die verstaubten Fenster ohne Vorhänge, die Bar, in der inmitten von Bauschutt zehn in Plastik eingepackte Sessel auf Besucher warten, die so schnell nicht kommen dürften.

Selbst in den Hotels, die bereits ihre Besucher aufgenommen haben, ist vieles Schein. Drückt der Gast im Aufzug den falschen Knopf, steht er statt in im Flur zu seinem Zimmer vor einer verstaubten Leiter, auf der Arbeiter gerade Lampen anbringen - oder direkt im Dunkeln.

Kommentare (1)

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detschn

24.02.2014, 12:19 Uhr

Wahrscheinlich haben die russen Anschauungsunterricht aus Deutschland erhalten. Schauen Sie sich mal in Jena das Otto Schott Gymnasium an. Auch das ist nur von der Straßenseite her gestrichen. Der rest - Fassaden Fenster etc. ist pure DDR-Romantig.

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