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21.02.2014

17:46 Uhr

Deutsche Biathletin

Sachenbacher-Stehle bestätigt positive Dopingprobe

Das deutsche Olympia-Team wird von einem Dopingfall erschüttert. Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle räumt den positiven Test ein und ist abgereist. Bestätigt ist auch ein Dopingfall im italienischen Team.

Positiv getestet: Evi Sachenbacher-Stehle. dpa

Positiv getestet: Evi Sachenbacher-Stehle.

SotschiSchock für das deutsche Olympia-Team: Biathletin Evi Sachenbacher-Stehle hat ihren positiven Dopingtest bei den Olympischen Winterspielen von Sotschi bestätigt. In einem Statement, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, schrieb sie am Freitag „vom schlimmsten Albtraum, den man sich vorstellen kann“. Sachenbacher-Stehle wurde positiv auf das Stimulanzmittel Methylhexanamin getestet. Das bestätigte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Freitag.

Sowohl die A- wie auch die B-Probe seien positiv ausgefallen. Die 33-Jährige aus Reit im Winkl sei aus dem deutschen Olympia-Team ausgeschlossen worden und bereits aus Sotschi abgereist. „Jeder Dopingfall ist zuerst einmal eine große Enttäuschung. Er ist aber auch ein Beleg dafür, dass das Kontrollsystem funktioniert“, sagte Chef de Mission Michael Vesper. Für die Damen-Staffel am Freitag war Sachenbacher-Stehle nicht nominiert. Im Massenstart-Wettbewerb von Sotschi lief sie als Vierte knapp an einer Medaille vorbei.

Die 33-Jährige aus Reit im Winkl war 2006 am Tag vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Turin wegen erhöhter Blutwerte mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt worden und musste sich das Auftaktrennen der Ski-Langläuferinnen von außen anschauen. Vor zwei Jahren wechselte sie zum Biathlon.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann wollte dies zunächst nicht bestätigen, sprach aber von „einer Athletin, die keine Medaille gewonnen“ habe. Ein Ärgernis ist die Causa auch für den deutschen IOC-Chef Thomas Bach, der bei seinen ersten Winterspielen als Präsident den Internationalen Olympischen Komitees ausgerechnet einen möglichen Doping-Fall eines Athleten aus seiner Heimat aufarbeiten muss.

„Es ist zuallererst ein singuläres Problem“, sagte DOSB-Chef Hörmann am Freitag. „Dass wir uns dieses Thema gerne erspart hätten, alle gemeinsam, ist vollkommen klar. Ohne wäre es um Längen schöner gewesen.“ Die enttäuschende Medaillen-Ausbeute drückte schon vorher mächtig auf die Stimmung. Von seinem 30-Medaillen-Ziel ist das deutsche Team zwei Tage vor der Schlussfeier weit entfernt.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte zunächst nur ein von der Norm abweichendes Ergebnis der A-Probe bei einem deutschen Olympia-Teilnehmer bestätigt. Eine Anhörung durch die IOC-Disziplinarkommission hat bereits stattgefunden, auch das Ergebnis der B-Probe ist positiv. „Es soll sich um ein Nahrungsergänzungsmittel handeln, das keinerlei leistungsfördernde Wirkung hat“, sagte Biathlon-Cheftrainer Uwe Müssiggang der dpa. „Wir weisen die Mädels immer wieder darauf hin, dass sie so etwas nicht nehmen sollen. Was mich so ärgert, ist die Dummheit.“

IOC-Präsident Bach hatte als eine seiner ersten Amtshandlungen die Rekordzahl von 2453 Doping-Tests bei den ersten Spielen unter seiner Ägide angeordnet. In Sotschi ist es die erste positive Probe, die bekanntwurde. Inzwischen gibt es aber auch den ersten bestätigten Doping-Fall.

Der italienische Bobfahrer William Frullani wurde bei einer Doping-Kontrolle am 18. Februar im olympischen Dorf überführt. Dies teilte das italienische Nationale Olympische Komitee (CONI) am Freitag mit. Er sei aus dem Olympia-Teams des Landes ausgeschlossen worden. Bei der Proben-Analyse wurde das verbotene Mittel Dymetylpentylamin entdeckt. Frullani war Teammitglied im italienischen Viererbob.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

21.02.2014, 12:22 Uhr

Ich fordere strafrechtlich gegen IOC Thomas Bach und DOSB Vesper vorzugehen! Warum wurde das wieder "durchgestochen" und an die Presse vorab weitergeleitet ohne die B-Probe und die Anhörung abzuwarten? Das ist rechtswidrig! Skandalöse Zustände sind das mittlerweile. Dafür müssen Bach und Vesper geradestehen.

citadelle

21.02.2014, 13:02 Uhr

Wer sich auf Doping einlässt, ist unvernünftig, schädigt seinem Körper, verbaut sich sein Leben und zieht alle Sportler und Sportverbände in Misskredit. Die Spiele sind nur noch eine Farce. Und man kann sich nur abwenden!

maise1966

21.02.2014, 13:50 Uhr

...hört sich unglaublich an; G. Jauch und Co. planen wohl schon ihre Sendetermine! BITTE erst einmal die B-Probe und die Anhörung abwarten!

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