Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.06.2014

19:08 Uhr

Deutsche Innenverteidigerkette

Auch außen geht’s jetzt rustikal zu

VonStefan Kaufmann

Per Mertesacker gehört bald einem erlesenen Club an. Gegen Ghana will er sein 100. Länderspiel machen. Als Chef einer Abwehrformation, die so niemand erwartet hatte. Joachim Löw vertraut gleich vier Innenverteidigern.

Das 100. Länderspiel vor Augen: Per Mertesacker ist einer von gleich vier Innenverteidigern, die für die DFB-Elf bei der WM hinten dicht machen sollen. AFP

Das 100. Länderspiel vor Augen: Per Mertesacker ist einer von gleich vier Innenverteidigern, die für die DFB-Elf bei der WM hinten dicht machen sollen.

Campo BahiaDie Erinnerungen an seinen ersten Bundesligaauftritt trügen ihn nicht. Zu bescheiden lief das Debüt für Per Mertesacker an jenem 1. November 2003. Mit Hannover spielte der Schlacks in Köln, auf der Baustelle Müngersdorfer Stadion. „Damals musste ich auf der rechten Seite ran, in der Halbzeit wurde ich ausgewechselt“, erzählt er. Zehneinhalb Jahre und 99 Länderspiele später ist Mertesacker der Chef in der Abwehr der deutschen Nationalmannschaft – nur auf außen hat er seit jedem Tag in Köln nie mehr gespielt.

Dabei scheint bei dieser WM 2014 nichts unmöglich. Vier gelernte Innenverteidiger schenkte Trainer Joachim Löw im Spiel gegen Portugal das Vertrauen in der Abwehrkette und schuf so ein Bollwerk, gegen das die Südeuropäer vergeblich anrannten. Dabei gab es zuvor erst einen Praxistest für dieses Modell – im letzten Vorbereitungsspiel gegen Armenien.

„Wir haben zuvor noch nie in dieser Formation gespielt“, sagt Mertesacker, an dessen Seite Mats Hummels, Jerome Boateng und Benedickt Höwedes verteidigten. Sie stehen für die neue defensive Kompaktheit. Mertesacker bricht eine Lanze für diese Formation. „Als Innenverteidiger spürt man immer die Verantwortung, den Gegner nicht den Rücken laufen zu lassen.“ Der Haken: Diese Verantwortung geht zu Lasten der Offensive. Boateng und Höwedes sind beides Spieler, die in der gegnerischen Hälfte weniger brillieren als vor dem eigenen Tor.

Dennoch ist das Trainerteam gewillt mit dieser Mischung – flexibel und rochierend in der Offensive, kompakt und robust in der Defensive – die WM bestreiten zu wollen. Sofern die Verletzung von Hummels aus dem Portugal-Spiel nicht schon gegen Ghana eine Änderung nötig macht. Am Donnerstag konnte der Dortmunder nicht mit der Mannschaft trainieren, wurde stattdessen im Campo Bahia behandelt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×