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17.02.2014

18:26 Uhr

Deutsche Zweierbobs

So schlecht wie seit 58 Jahren nicht mehr

Die deutschen Zweierbob-Piloten schneiden bei einem olympischen Turnier so schlecht ab wie zuletzt 1956. Weltmeister Friedrich wird gerade einmal Achter. Die Athleten haben die Wurzel des Übels aber bereits ausgemacht.

Zum Wegschauen: Der deutsche Bob-Pilot Thomas Florschütz. dpa

Zum Wegschauen: Der deutsche Bob-Pilot Thomas Florschütz.

Krasnaja PoljanaDie deutschen Piloten haben im Zweierbob eine historische Pleite erlebt. Nach zuletzt drei Olympiasiegen von Christoph Langen und André Lange kam Weltmeister Francesco Friedrich am Montag im Sanki Sliding Center nur auf den achten Rang und fuhr damit das schlechteste Olympia-Ergebnis seit 58 Jahren ein. Dem 23-Jährigen fehlten bei den Winterspielen von Sotschi 1,46 Sekunden auf den überlegenen Triumphator Alexander Subkow aus Russland.

Auch Thomas Florschütz auf Platz elf und Maximilian Arndt als 15. konnten die Erwartungen vor den Augen von IOC-Präsident Thomas Bach nicht erfüllen. Schon vor dem vierten und letzten Durchgang verschärfte sich zudem die Materialdiskussion im deutschen Team. „Das war heute ein Trabi. Es ist eindeutig eine Materialgeschichte“, betonte Florschütz-Anschieber Kevin Kuske in der ARD. „Es liegt logisch auf der Hand, dass wir heute im falschen Gerät sitzen.“

Auch Cheftrainer Christoph Langen klagte über das Fahrgerät. „Wir haben alles probiert, wirklich alles, um auf Geschwindigkeit zu kommen. Hier wird es offensichtlich, wir haben das intern schon gewusst.“

Langen verfolgte zunächst fluchend die Leistungen seiner drei Piloten und reagierte fassungslos. Erstmals seit 1994 blieben die Zweierbobs ohne olympische Medaille, zuletzt lief es 1956 mit dem achten Platz von Andreas Ostler so schlecht. „Es hat alles nicht auf den Punkt. Es ist wichtig, dass der Verband und (Schlittenbauer) FES die Streitereien beilegen“, betonte Arndt.

Jubel herrschte hingegen beim Gastgeber über das fünfte Gold der Spiele. Nach Rang drei in Vancouver und Rang zwei im Viererbob in Turin feierte Subkow seinen lange herbeigesehnten Olympiasieg. Zweiter wurde der Schweizer Beat Hefti vor dem US-Piloten Steven Holcomb.

Bei den Deutschen gab es dagegen nur ratloses Kopfschütteln. Friedrich hatte im Vorjahr bei der WM in St. Moritz noch die komplette Weltelite düpiert, konnte sich aber auch zum Abschluss mit Anschieber Jannis Bäcker nicht mehr nach vorne schieben. Florschütz hatte mit dem viermaligen Olympiasieger Kuske ebenso wie Viererbob-Weltmeister Arndt mit Alexander Rödiger keine Chance.

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