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18.02.2014

14:41 Uhr

Deutsches Medaillenziel

Viel Gold, aber nicht nur Glanz

Das Wunschziel, wie bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver 30 Medaillen oder sogar mehr zu holen, ist zur Illusion geworden. Ein Urteil über Erfolg oder Misserfolg will man im deutschen Team noch nicht abgeben.

Auf ihr ruhen die Hoffnungen des Deutschen Olympischen Sportbundes: Maria Höfl-Riesch soll in der Alpine noch eine weitere Medaille sammeln – auch wenn das deutsche Team das Ziel von 30 Medaillen nicht knacken wird. dpa

Auf ihr ruhen die Hoffnungen des Deutschen Olympischen Sportbundes: Maria Höfl-Riesch soll in der Alpine noch eine weitere Medaille sammeln – auch wenn das deutsche Team das Ziel von 30 Medaillen nicht knacken wird.

Krasnaja Poljana Das 30-Medaillen-Ziel kann das deutsche Olympia-Team schon fünf Tage vor dem Ende der Winterspiele in Sotschi ad acta legen, auch wenn DOSB-Präsident Alfons Hörmann noch keinen Abgesang anstimmen wollte. „Schauen wir einfach mal, was in den kommenden Tagen noch geht. Die Bilanz ziehen wir später - auch kritisch“, meinte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes am Dienstag. „Mit acht Goldmedaillen stehen wir ja an der Spitze des Medaillenspiegels.“ Auch Chef de Mission Michael Vesper verweigerte ein Resümee: „Ich bin zuversichtlich, dass noch etwas kommt.“

Dafür nahm Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster einen Tag nach dem Gold-Triumph seines fliegenden Quartetts um Severin Freund kein Blatt vor den Mund. „Ich denke, die 30 Medaillen wird Deutschland hier nicht machen. Da muss man sich keine Illusionen machen“, sagte der Österreicher. Man solle jedoch nicht nur zählen, abrechnen und vergleichen. „Ich denke, der deutsche Sport steht ganz gut da.“ Sollte das DOSB-Wunschziel, das sich an den 30 Medaillen (10 Gold/13 Silber/7 Bronze) von Vancouver 2010 orientiert, nicht erreicht werden, könne das eine Möglichkeit zur Neuausrichtung sein. „Dann wäre es eine gute Chance, nachzudenken, wie man den ganzen deutschen Sport auf andere Beine stellt, damit wir mal 40 Medaillen haben“, meinte Schuster.

Das deutsche Team in Daten

7. Februar 2014

Eröffnungsfeier in Sotschi - und gleichzeitig der Geburtstag des Ski-Freestylers Thomas Fischer.

152

Zahl der deutschen Starter, davon 77 Frauen und 75 Männer.

31. Dezember 1998

Geburtstag der jüngsten deutschen Olympia-Teilnehmerin Gianina Ernst (Skispringen).

10. April 1964

Geburtstag des ältesten deutschen Olympioniken John „Johnny“ Jahr (Curling) - mit 48 Jahren ist er Olympia-Debütant.

1,52 Meter

Körpergröße von Eiskunstlauf-Hoffnung Aljona Savchenko. Sie ist damit die kleinste deutsche Olympionikin.

1,98 Meter

Körpergröße der Bob-Anschieber Marko Hübenbecker und Jannis Bäcker.

43 Kilogramm

Gewicht der leichtesten deutschen Athletin, Shorttrack-Starterin Anna Seidel.

116 Kilogramm

Bob-Anschieber Hübenbecker ist nicht nur der größte, sondern auch der schwerste deutsche Olympia-Starter.

Selbst seine Skisprung-Asse haben nicht alle Erwartungen erfüllt. „Wir haben unser Ziel knapp verfehlt. Wir wollten zwei Medaillen machen, haben dafür aber eine goldene“, sagte Schuster. Und die soll noch mal Ansporn für das ganze Olympia-Team sein. „Es gibt immer einen Aufschwung für eine Nation, wenn einzelne Sportarten eine Medaille holen, speziell die goldene“, hofft Skispringer Andreas Wellinger.

Die bisherige Zahl der Medaillen auf der Zielgeraden noch mal zu verdoppeln, ist Utopie. In der ersten Halbzeit der Spiele sind zu viele Chancen vergeben worden und einige elementare Schwächen offenbar geworden. Die deutschen Skeletonis, in Vancouver zweimal auf dem Siegerpodest, haben den Anschluss an die Weltspitze verloren. Auch die Eisschnellläufer, die vor vier Jahren vier Medaillen holten, liefen in der Adler-Arena in die Sackgasse. Selbst wenn Claudia Pechstein am Mittwoch über 5000 Meter noch eine Plakette einfährt, steht die einst glänzend aufgestellte Sportart vor dem Neuanfang.

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