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03.07.2014

11:29 Uhr

Deutschland gegen Frankreich

Was Sie über unser WM-Viertelfinale wissen müssen

Zehn Fragen, zehn Antworten: Bundestrainer Joachim Löw steht in Brasilien mit der Nationalmannschaft am Scheideweg. In seinem 110. Länderspiel geht es am Freitag gegen Frankreich um mehr als den Einzug ins WM-Halbfinale.

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Rio de JaneiroErstes oder letztes Endspiel für Joachim Löw im Maracanã: Jetzt muss der Bundestrainer mit der Nationalmannschaft liefern. Sieg oder Niederlage am Freitag gegen Frankreich im Finalstadion von Rio de Janeiro werden die Debatten um Löw, Kapitän Lahm und das Spielsystem prägen. Von Löws wichtigstem Spiel ist die Rede, viele Fragen stellen sich vor dem WM-Viertelfinale.

Muss Deutschland vor Frankreich zittern?
Nein, auch wenn nach den bisherigen Auftritten beider Nationen in Brasilien sogar Teammanager Oliver Bierhoff die Franzosen „in der Favoritenrolle“ sieht. Für Manuel Neuer ist der Weltmeister von 1998 die „stabilste Mannschaft“ im Turnier. „Man merkt, dass das ganze Team auf einer Erfolgswelle schwebt“, sagte der Torwart. Gerade die Offensive um Karim Benzema von Real Madrid wusste auch ohne den verletzten Bayern-Star Franck Ribéry zu überzeugen: 10:2 Tore in vier Spielen sind eine deutliche Ansage. „Wir dürfen uns nicht auf einen offenen Schlagabtausch einlassen“, mahnte André Schürrle. Im WM-Halbfinale 1982 und 1986 siegte Deutschland - das macht Mut.

Deutschland gegen Frankreich: Elf Fakten zum WM-Viertelfinale

Spiel

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bestreitet am Freitag (18.00 Uhr/ARD) gegen Frankreich ihr 890. Länderspiel. Seit dem Beginn im Jahr 1908 gab es 516 Siege, 181 Unentschieden und 192 Niederlagen. Das Torverhältnis lautet 1998:1058. Im WM-Viertelfinale könnte durchaus das 2000. Tor für Deutschland fallen.

Trainer

Joachim Löw betreut das DFB-Team in Rio de Janeiro zum 110. Mal als Bundestrainer. Gegen Frankreich könnte der 54-Jährige seinen 75. Länderspielsieg als Chefcoach feiern. Dazu gab es in seiner achtjährigen Amtszeit 20 Unentschieden und 15 Niederlagen. Das 2:1 nach Verlängerung im WM-Achtelfinale gegen Algerien war der 16. Sieg für Löw im 22. Turnierspiel.

WM-Bilanz

Die DFB-Auswahl bestreitet im Estádio do Maracanã ihr 104. Spiel bei WM-Endrunden. Bislang gab es 63 Siege sowie jeweils 20 Unentschieden und Niederlagen.

Frankreich

Die Spielbilanz der deutschen Mannschaft gegen den Weltmeister von 1998 ist negativ. Von 25 Partien gegen die Franzosen konnten nur acht gewonnen werden, elf wurden verloren. Sechsmal gab es keinen Sieger. Das Torverhältnis ist mit 42:41 aber positiv. In den letzten zwei WM-Duellen - jeweils im Halbfinale - konnte sich das DFB-Team durchsetzen; 1982 in Spanien im Elfmeterschießen und 1986 in Mexiko mit 2:0. Das WM-Endspiel wurde anschließend jeweils verloren.

Serie (1)

Das deutsche Team ist seit 15 Länderspielen ungeschlagen. Es ist die längste Serie ohne Niederlage in der Amtszeit von Joachim Löw. Zehn Partien wurden in der WM-Saison gewonnen, fünf endeten unentschieden. Unter Jupp Derwall blieb die Nationalmannschaft von Oktober 1978 bis Dezember 1980 in 23 Länderspielen ungeschlagen - nationaler Rekord.

Serie (2)

Seit 14 Wettbewerbsspielen ist das deutsche Team unbesiegt (12 Siege, 2 Unentschieden). Die letzte Niederlage gab es am 28. Juni 2012 in Warschau gegen Italien. Das 1:2 bedeutete den Halbfinal-K.o. bei der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine.

Dauerbrenner

Joachim Löw hat in den ersten vier WM-Spielen 17 seiner insgesamt 23 Akteure eingesetzt. Fünf Spieler haben gegen Portugal, Ghana, die USA und Algerien jeweils durchgespielt: Das Bayern-Trio Manuel Neuer, Philipp Lahm und Toni Kroos sowie die Abwehrspieler Per Mertesacker (FC Arsenal) und Benedikt Höwedes (Schalke 04).

Rekordspieler

Miroslav Klose ist mit 134 Länderspielen der erfahrenste Akteur im 23-köpfigen deutschen Kader. Auch Lukas Podolski (116), Philipp Lahm (110), Bastian Schweinsteiger (105) und Per Mertesacker (102) können eine dreistellige Einsatzzahl vorweisen. Rekordnationalspieler ist Lothar Matthäus mit 150 Länderspielen. Torwart Manuel Neuer und Mittelfeldspieler Sami Khedira können gegen Frankreich ihr 50. Länderspiel bestreiten.

Torschützen

Miroslav Klose führt mit 70 Länderspieltreffern die ewige Torschützenliste der Nationalmannschaft vor Gerd Müller (68) an. Lukas Podolski liegt mit 47 Treffern hinter dem früheren DDR-Auswahlspieler Joachim Streich (55 Tore) gleichauf mit den ehemaligen Nationaltrainern Jürgen Klinsmann und Rudi Völler auf Platz vier. Mit 23 Toren ist Bastian Schweinsteiger der drittbeste Schütze im deutschen Aufgebot. Thomas Müller steht nach seinen bislang vier WM-Treffern in Brasilien bei 21 Toren.

gerfra 1

Miroslav Klose hat mit seinem 15. WM-Tor beim 2:2 gegen Ghana mit dem brasilianischen Rekordschützen Ronaldo gleichgezogen. Gerd Müller ist mit 14 Treffern zweitbester deutscher WM-Torschütze. Dahinter folgen Jürgen Klinsmann (11) und Helmut Rahn (10). Thomas Müller hat nach seinen vier Treffern in Brasilien mit insgesamt neun WM-Toren mit Karl-Heinz Rummenigge und Uwe Seeler gleichgezogen.

Schiedsrichter

Nestor Pitana aus Argentinien leitet das Spiel in Rio. Für den 39-Jährigen, dessen internationale Karriere vor vier Jahren begonnen hat, ist es der bereits vierte Einsatz bei der Endrunde in Brasilien. Zuvor hatte der Sportlehrer die Gruppenspiele Russland gegen Südkorea, USA gegen Portugal und Honduras gegen die Schweiz gepfiffen.

Ist das 110. Länderspiel das wichtigste in der Karriere von Joachim Löw als Bundestrainer?
„Oh nein, um Gottes Willen“, antwortete der Bundestrainer im ARD-Hörfunk: „Da gab es schon Spiele, die genauso wichtig waren.“ Das trifft zu. Trotzdem dürfte ein negativer Ausgang in Rio auch für Löw Konsequenzen haben. Sein vom DFB vorzeitig verlängerter Vertrag bis Mitte 2016 wäre dann kaum eine Jobgarantie. Ein Viertelfinal-K.o. wäre nach dem EM-Finale 2008 und zwei Halbfinal-Teilnahmen (WM 2010, EM 2012) das schlechteste Ergebnis des 54-Jährigen als Chefcoach.

Hat Löw wirklich das Zeug zum Titel-Trainer?
Der Freiburger ist ein guter Fußballlehrer. Plan A geht oft auf. Wenn nicht, wie zum Beispiel beim 1:2 gegen Italien im EM-Halbfinale 2012, bekommt Löw Probleme. Schnell und konsequent zu reagieren, also das Coaching im Spiel, war bislang noch keine Stärke. Trainer seien nicht vollkommen, sagte er vor dem K.o.-Spiel gegen Frankreich.

Kommentare (1)

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Frau Jolanda Dikkelul

03.07.2014, 13:57 Uhr

"Hup Holland!" Gott sei Dank hat der deutsche Trainer ein unerschütterliches Maß an Beratungsresistenz bewiesen und wird weiterhin mit einem Schweizer Käse als Abwehrkette spielen. Vier Innenverteidiger, davon ein Höwedes und Mertesacker, die nicht in der Lage sind den Ball vernünftig anzunehmen, geschweige denn ein Aufbauspiel nach vorne zu betreiben. Lahm pflegt auf der "6" weiterhin seine Allüren. Tot ziens!

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