Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.06.2014

18:11 Uhr

Deutschland gegen USA

Bloß nicht wieder Gijón

VonAlexander Möthe

In der WM-Gruppe G reicht beiden Teams ein Unentschieden für das Erreichen des Achtelfinals. Doch einen Nichtangriffspakt wird es nicht geben. Dafür sind die Trainer zu ehrgeizig – und es steht zu viel auf dem Spiel.

Am Donnerstag wird die Freundschaft ruhen: Jürgen Klinsmann und Joachim Löw. dpa

Am Donnerstag wird die Freundschaft ruhen: Jürgen Klinsmann und Joachim Löw.

DüsseldorfEs wird in dieser Welt viel auf Fußballspiele gewettet. Sei es in der kollegialen Runde im Tippspiel, sei es in verqualmten Wettbüros irgendwo in Fernost. Es gibt Spiele, mit denen kann man viel Geld verdienen. Etwa ein 5:1-Sieg der Niederlande gegen Spanien. Und dann gibt es Spiele wie die Partie Deutschland gegen die USA am kommenden Donnerstag.

Hier scheint die wahrscheinlichste Wettquote schon im Vorfeld festzustehen: Null, Unentschieden, Punkteteilung. Die Ausgangslage vor dem abschließenden Spieltag der Turniergruppe G bei der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien: Sowohl der DFB-Auswahl  als auch den Amerikanern reicht ein Remis zum Erreichen des Achtelfinals.

Deutschland wäre in diesem Fall aufgrund der besseren Tordifferenz Gruppensieger, mit fünf Punkten könnte keines der beiden Teams mehr eingeholt werden. Eine klare Sache – oder? Nein. Denn dagegen spricht nicht nur der sportliche Ehrgeiz der Trainer. Sondern vor allem auch die Vergangenheit des DFB.

Selten war im Fußball ein Wort so schnell in aller Munde wie nun „Gijón“. Die spanische Hafenstadt wird sicher das ein oder andere Mal verflucht haben, 1982 Spielort der Fußball-WM gewesen zu sein. Denn seither wird der Name Gijón im deutschsprachigen Raum meist mit den Worten „Schande“ und „Nichtangriffspakt“ verbunden.

Tatsächlich ereignete sich seinerzeit in Asturien eines der unschöneren Kapitel der Fußballgeschichte – mit Konsequenzen, die das Spiel nachhaltig verändert haben. Deutschland gegen Österreich lautete die Ansetzung damals. Das DFB-Team hatte das Auftaktspiel gegen Algerien 1:2 verloren, dann 4:1 gegen Chile triumphiert.

Österreich hatte beide Gegner bezwungen, aber Respekt vor den Möglichkeiten des damals amtierenden Europameisters Deutschland. Die Nationalmannschaft brauchte einen Sieg, aber keinen hohen. Die Österreicher hingegen konnten mit einer knappen Niederlage leben. Die Krux: Die Partie Algerien gegen Chile war zu diesem Zeitpunkt bereits beendet.

Die Mannschaften waren sich folglich wohl bewusst, welches Resultat für beide zum Weiterkommen reichen würde. Ein 1:0 für Deutschland etwa. Den Spielverlauf bezeichnete ARD-Kommentator Eberhard Stanjek damals noch während der Übertragung als „Schande“. Im österreichischen TV wurde gar gefordert, die Zuschauer mögen abschalten.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

23.06.2014, 18:04 Uhr

Machen wir uns doch nichts vor. Auf Ergebnis spielen gehört im Fußball dazu. Und wenn das zwei Teams zugleich tun ist das nicht so schön aber normal. Nur mal angenommen, es steht Mitte der zweiten Hälfte unentschieden. Und es ist heiß! Und die Luftfeuchtigkeit ist hoch. Erwartet dann tatsächlich jemand, daß die Spieler noch viel riskieren und voll auf Angriff spielen und sich dabei noch möglichweise verletzen oder noch einen Konter 'reinkriegen und sich damit zum Deppen machen?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×