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01.08.2012

21:36 Uhr

Deutschlands Olympia-Tag

Rudergold, Bronze und fünfmal Silber

Medaillenregen in London: Die deutschen Olympioniken holten am fünften Wettkampftag gleich mehrfach Edelmetall. Vor allem der Ruder-Achter stach heraus. Dazu gab es gleich fünfmal die Silbermedaille - und einmal Bronze.

Deutschland-Achter gewinnt Gold

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LondonFavorit Fabian Hambüchen patzte, dafür verblüffte Außenseiter Marcel Nguyen an einem historischen Abend. Mit seinem sensationellen zweiten Platz ist der Barren-Europameister aus dem Schatten des Turn-Champions getreten und hat bei den Olympischen Spielen in London dank einer unglaublichen Aufholjagd die erste Medaille eines deutschen Mehrkämpfers seit 1936 geholt. „Ich bin überwältigt. Das ist ein Riesengefühl, hier mit einer Medaille zu stehen. Ich habe mich nicht verrückt machen lassen“, erklärte der neue Turn-Held mit einem breiten Grinsen und präsentierte stolz sein Silber.

76 Jahre nach dem Olympiasieg von Alfred Schwarzmann in Berlin lieferte der 24 Jahre alte Unterhachinger am Mittwoch vor 16.500 Zuschauern in der ausverkauften North Greenwich Arena den Wettkampf seines Lebens. Mit 91,031 Zählern musste er nur dem haushohen Favoriten Kohei Uchimura (92,690) aus Japan den Vortritt lassen. Bronze ging an den US-Amerikaner Danell Leyva mit 90,698 Zählern. Hambüchen stürzte dagegen nach drei schweren Schnitzern auf Rang 15 ab und turnte mit 87,765 Punkten noch drei Zähler weniger als in der Qualifikation.

Am Mittag hatte sich der Deutschland-Achter sich in London nicht vom Gold-Kurs abbringen lassen. Versilbert wurde der fünfte Wettkampftag der Olympischen Spiele durch Judoka Kerstin Thiele, die Radsportler Tony Martin und Judith Arndt sowie den Frauen-Doppelvierer im Rudern. Mit Bronze im Kajak-Einer steuerte Slalomkanute Hannes Aigner am Mittwoch die sechste Medaille für das deutsche Olympia-Team bei. Im Medaillenspiegel nahm die Mannschaft nach 64 Entscheidungen mit drei Gold, sieben Silber- und zwei Bronzemedaillen Rang fünf ein.

Historische Medaillenspiegel

1992

Bei den Sommerspielen in Barcelona landete die erste Gesamtdeutsche Mannschaft nach der Wiedervereinigung auf Rang drei der Nationenwertung. 82 Medaillen wurden geholt, 33 Mal Gold, 21 Mal Silber und 28 Mal Bronze.

1996

Im US-amerikanischen Atlanta konnte der dritte Platz im Medaillenspiegel verteidigt werden. Dazu musste das Olympia-Team nur noch 65 Mal Edelmetall holen. Die Athleten gewannen 20 Goldmedaillen, 18 Mal Silber und 27 Mal Bronze.

2000

In Sydney reichten 56 Medaillen nur noch für den fünften Rang. 13 Goldmedaillen, 17 Silbermedaillen und 26 Bronzemedaillen sammelte der deutsche Olympia-Kader ein.

2004

Etwas schlechter sah es dann 2004 in Athen aus. 13 Mal Gold, 16 Silbermedaillen und 20 Mal Bronze - 49 Medaillen langten in der Nationenwertung für den sechsten Platz.

2008

Bei den Spielen in Peking wurde der Trend umgekehrt: 16 Mal Gold, 10 Mal Silber und 15 Bronzemedaillen holten deutsche Olympioniken - Rang fünf im Medaillenspiegel.

„Das wird die Stimmung in der deutschen Mannschaft noch weiter anfeuern - so weit das möglich ist. Das ist ein positives Signal an die anderen“, sagte DOSB-Präsident Thomas Bach, der sich mit den Sportlern freute. Mit dem Finalsieg auf dem Dorney Lake bei Eton hatte der Deutschland-Achter den Medaillenreigen am Mittwoch eröffnet. Das Paradeboot des Deutschen Ruder-Verbandes holte nach 24 Jahren wieder olympisches Gold. Der Doppelvierer der Frauen musste sich nur dem Boot aus der Ukraine geschlagen geben und gewann Silber.

Zweite wurden auch Martin und Arndt, die den deutschen Radsportlern die ersten Medaillen in London bescherten. Der durch einen Handbruch gehandicapte Martin musste im Zeitfahren nur dem überragenden Tour de France-Sieger Bradley Wiggins aus Großbritannien den Vortritt lassen. „Ich bin jetzt noch ganz sprachlos. Das ist eine Leistung, vor der man nur den Hut ziehen kann“, verneigte sich DOSB-Chef Bach vor Martin. Für Arndt war bei ihren letzten Olympischen Spielen die Amerikanerin Kristin Armstrong zu stark.

Einen Tag nach Silber für Ole Bischof holte Kerstin Thiele überraschend das zweite Edelmetall für die deutschen Judokas. Im Finale war die 25-Jährige in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm gegen die französische Weltmeisterin Lucie Decosse allerdings chancenlos. Mit einem beherzten Finallauf paddelte Kanute Aigner im olympischen Wildwasserkanal zur Bronzemedaille.

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