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14.06.2012

12:38 Uhr

Deutschlands Wackelkandidat

Der Problem-Poldi

VonPatrick Kleinmann

Das Gruppenspiel gegen Dänemark könnte sein 100. Auftritt im Nationaldress werden, selten war Lukas Podolski dabei aber umstrittener als heute. Das deutsche System liegt ihm nicht - und er hat starke Konkurrenz bekommen.

Wackelkandidat mit Erfahrung: Lukas Podolski dpa

Wackelkandidat mit Erfahrung: Lukas Podolski

CharkiwDie ganz große Bühne ist für das letzte Gruppenspiel schon bereitet: Gegen Dänemark wird Lukas Podolski aller Voraussicht nach seinen 100. Einsatz als deutscher Nationalspieler feiern - mit erst 27 Jahren. Der Noch-Kölner wäre damit erst der zehnte Akteur in der deutschen Fußball-Geschichte, der eine dreistellige Anzahl an Länderspielen vorweisen kann und mit Abstand der Jüngste, der diesem erlesenen Kreis um Rekordhalter Lothar Matthäus, Teamkollege Miroslav Klose oder seinen Förderer Jürgen Klinsmann beitreten würde.

Ein Grund zur Freude - eigentlich. Das Problem ist allerdings, dass es nach den ersten beiden EM-Spielen alles andere als klar ist, ob Podolski die magische Marke als Stammspieler erreichen wird. Vieles spricht dagegen: Der zukünftige England-Legionär war aus Joachim Löws Startelf der große Verlierer der ersten beiden Partien.

Podolski war gegen die Niederlande erneut schwach. Wer sollte im letzten Gruppenspiel auf der Position spielen?

Ein Blick in die Spielstatistiken zeigt das Dilemma des Lukas Podolski: 41 Ballkontakte hatte der Kölner im Spiel gegen die Niederlande, 46 beim Auftakt gegen Portugal - insgesamt 87 sind der viertschlechteste Wert des deutschen Teams, Keeper Manuel Neuer folgt knapp dahinter. Bei den im Optimalfall funktionierenden Ballstafetten von Mesut Özil, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller und Sami Khedira wird Podolski fast immer im wahrsten Sinne des Wortes links liegen gelassen. Mitkombinieren verboten, Hauptsache der Linksaußen bindet seinen Gegenspieler, damit in der Mitte mehr Platz ist.

Wenn überhaupt wird der Linksfuß als Vollstrecker gesucht: Im Spiel gegen Portugal gab er mit fünf die meisten Torschüsse auf dem Platz ab, gegen die Niederlande war es dann allerdings nur noch einer - weil in der Mitte genug Platz zum Kombinieren und die Methode Dampfhammer deswegen nicht mehr gefragt war.

Deutsche EM-Torschützen

5 Tore

Das gelang bisher nur Jürgen Klinsmann, zwischen 1988-1996

4 Tore

Vier Spieler haben bisher vier Tore: Lukas Podolski 2004 - 2012, Gerd Müller 1972, Dieter Müller 1976, Rudi Völler 1984-1992

3 Tore

Dafür dann (derzeit) ein Quartett mit drei Treffern: Mario Gomez 2012, Michael Ballack 2000-2008, Miroslav Klose 2004-2012, Klaus Allofs 1980, Karlheinz Riedle 1992

2 Tore

Bei zwei Treffen wird das Feld deutlich breiter. Es sind bislang Bastian Schweinsteiger 2004-2012, Horst Hrubesch 1980, Thomas Häßler 1992, Oliver Bierhoff 1996, Matthias Sammer 1996

1 Tor

Einen Treffer hat bislang eine ganze Reihe von Spielern auf dem Konto, namentlich: Torsten Frings 2004-2008, Philipp Lahm 2008 - 2012, Herbert Wimmer 1972-1976, Bernd Hölzenbein 1976, Heinz Flohe 1976, Karl-Heinz Rummenigge 1980-1984, Lothar Matthäus 1980-1988, Andreas Brehme 1984-1992, Olaf Thon 1988, Stefan Effenberg 1992, Stefan Kuntz 1996, Andreas Möller 1996, Christian Ziege 1996, Mehmet Scholl 2000

Eins ist dabei klar: Der jetzige Podolski ist nicht mehr mit dem Podolski der früheren Jahre zu vergleichen. Unter Jürgen Klinsmann und in der Anfangsphase der Löw-Ära durfte der 27-Jährige insgesamt 37 Spiele lang als zweiter Stürmer ran - meist neben Miroslav Klose. Das funktionierte richtig gut: 25 Treffer gelangen dem gebürtigen Polen als klassischer Angreifer, beim Sommermärchen 2006 glänze „Poldi“ als strahlende Symbolfigur des deutschen Jugendstils ohne Sorgen und große Defensiv-Aufgaben. Ein befreiter Podolski, den es im heute praktizierten 4-2-3-1 nicht mehr gibt.

Kommentare (2)

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14.06.2012, 13:01 Uhr

Vor allem Poldi, aber auch Schweinsteiger waren die schlechtesten deutschen Spieler.

Schlechte Ballannahme, ungenaue Pässe, die kommen einfach zusammen mit dem Ball nicht vom Fleck. Furchtbar.

kuac

14.06.2012, 14:54 Uhr

Haben Sie überhaupt das Spiel gestern gesehen? Es waren 2 sehr präzise Pässe von Schweinsteiger, die zum Tor von Gomez geführt hatten.

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