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01.07.2012

14:27 Uhr

DFB-Team nach EM-Aus

Stur den Blick auf die WM 2014

Abstand - nach dem EM-Aus und der teils harten Kritik brauchen Joachim Löw und die DFB-Elf erst einmal das. Doch die WM-Qualifikation wirft ihre Schatten voraus und damit die Frage, wie das Team 2014 aussehen wird.

Selbstkritisch, aber die WM im Blick: Joachim Löw. Reuters

Selbstkritisch, aber die WM im Blick: Joachim Löw.

MünchenDie Höchststrafe für Joachim Löw und seine unvollendeten Titeljäger gab es erst zwei Tage nach dem selbst verschuldeten EM-K.o. Noch vor dem großen Finale in Kiew musste der Bundestrainer daheim im Schwarzwald seinen längst ausgetüftelten Spanien-Plan in die Tonne schmeißen und sich mit der schmerzhaften Zuschauerrolle begnügen. Zudem durfte der noch vor Tagen gefeierte Trainer-Liebling irritiert feststellen, wie schnell Stimmungen in einer großen Fußball-Nation wie Deutschland umschlagen können.

„Man braucht einige Tage Abstand, um die Dinge einzuordnen“, hatte der von den Turnierstrapazen gezeichnete Löw bei seinem Abschied von der Mannschaft erklärt: „Zur Ruhe kommen ist ganz gut.“

Dem ersten öffentlichen Sturm der Entrüstung über den falschen Matchplan bei der 1:2-Niederlage gegen Turnier-Angstgegner Italien begegneten Löw und der DFB am Wochenende mit einem demonstrativen Verzicht auf weitere Verlautbarungen. Den Schulterschluss mit dem Trainer hatte Verbandspräsident Wolfgang Niersbach noch vor dem abrupten Ende des EM-Unternehmens im Halbfinale verkündet: „Wir werden in dieser Konstellation weitermachen in der Hoffnung, dass es bald auch mal wieder zu einem Titel reicht.“

Ein einfaches „Weiter so“ darf es nicht geben. Bevor er nach einer letzten Medienoffensive beim Heimflug aus Warschau abtauchte, hatte Löw - wenn auch noch etwas halbherzig - „selbstverständlich die Verantwortung“ für das überflüssige Turnier-Aus übernommen: „Ich stehe dafür auch gerade.“ Aber auf die nächste Chance, die letzte noch fehlende Titelreife nachzuweisen, müssen sowohl er als auch seine Hoffnungsträger wieder zwei lange Jahre warten.

„Es macht jetzt auch keinen Spaß, über das nächste Turnier zu reden“, sagte der dreifache Turniertorschütze Mario Gomez und haderte mit der vergebenen Chance: „Der Respekt der anderen Teams war immens groß, aber wir haben es nicht auf den Platz bekommen.“

Löw hat mit seiner seltsamen Mischung aus Selbstüberhöhung und gleichzeitiger Unterwerfung seiner Aufstellung gegen Italien in den ersten 45 Minuten mit den zwei Balotteli-Toren sein eigenes, in sechs Jahren aufgebautes Gesamtwerk beschädigt. Aber zerstört hat es der immer noch geschätzte Bundes-Jogi nicht. „Die Mannschaft hat weiter großes Potenzial. Ich denke, dass niemand für längere Zeit einen Knacks davonträgt“, sagte er - und meinte damit auch sich selbst.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

01.07.2012, 16:40 Uhr

Wenn der Trainer in seinen Personalentscheidungen so grobe Fehler begeht, wie das Duo Reuss, Schürle nicht von Anfang an spielen zu lassen, kann man sich als Fan nur noch enttäuscht und verbittert abwenden.

Wo bleibt die harsche Kritik am Trainer wo die Rücktrittsforderungen?

Italien und Spanien sind auch 2012 wieder dabei. Will man noch jahrzehntelang gegen große Mannschaften verlieren?

Völlig weltfremde, abgehobene Spieler mit Millionen Jahr für Jahr. Dazu Frauen die in der entsprechenden Positionen der größte soziale Vollidiot bekommen würde. Wer die Sorgen der einfachen Bevölkerung, wie z. B. Arbeitslosigkeit nicht kennt, der kann auch vor der Kamera das Maul ganz weit aufreißen. Die 350 000 Euro kommen am nächsten Monatsende bestimmt wieder.

pifke

01.07.2012, 17:56 Uhr

So wie die Manschaft das Deutschlandlied vor dem Spiel gesungen hat, hat sie auch gespielt. Überheblich und eingebildet.

Edelzwicker

01.07.2012, 18:41 Uhr

Als ich sah, mit welcher Verve, Inbrust und Begeisterung JEDER Spieler der italienischen Mannschaft ihre Nationalhymne sang, wusste ich, angesichts der maulfaulen deutschen Spieler, dass wir nicht gegen sie gewinnen können!
Diese Begeisterungsfähigkeit beim Singen der Nationalhymne wirkt psychisch und moralisch wesentlich stimulierender als das obergrottige Imkreishocken und sich gegenseitig Zuspruch leisten. Man muss sich bewusst machen, dass das Einlaufen der Spieler und das Abspielen der Hymnen zur Identifikation, zur Loyalität und zum Respekt gegenüber der Mannschaft, dessen Teil man als Spieler ist, eine nicht zu unterschätzende Symbolik darstellt!

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