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12.06.2016

18:25 Uhr

Besuch im DFB-Quartier

Wo die Weltmeister „den Fußball leben“

VonDiana Fröhlich

Koffer werden durchsucht, Handtaschen sowieso. Im DFB-Quartier herrschen strenge Sicherheitsvorkehrungen. Zur Belohnung erzählt Manager Oliver Bierhoff, was er alles plant – entspannt und ohne Stress vor dem Spiel heute.

Im beschaulichen Évian-les-Bains wohnt die Fußball-Nationalmannschaft während der EM in Frankreich. Die guten Bedingungen sollen den vollen Fokus auf den Sport garantieren. AFP; Files; Francois Guillot

Ausblick eines Europameisters?

Im beschaulichen Évian-les-Bains wohnt die Fußball-Nationalmannschaft während der EM in Frankreich. Die guten Bedingungen sollen den vollen Fokus auf den Sport garantieren.

Évian-les-BainsWer durch Évian-les-Bains läuft, der hat das Gefühl, die französische Kleinstadt wurde nur deshalb gegründet, um der deutschen Fußball-Nationalmannschaft während der Europameisterschaft in Frankreich als Quartier zu dienen. Denn hier, direkt am Genfer See, ist es genauso, wie Teammanager Oliver Bierhoff sich das immer wünscht: entspannt, sehr ruhig und völlig gelassen. Und gleichzeitig wunderschön.

In dieser Atmosphäre, das weiß er aus Erfahrung, können sich die Spieler auf das Wesentliche, nämlich die anstehenden EM-Spiele, konzentrieren – nein fokussieren. Hier können sie trainieren, ihre Blessuren auskurieren, sich vorbereiten und trotzdem die schönen Dinge genießen. Hier „leben sie Fußball“, wie sich die Funktionäre und Trainer gerne ausdrücken.

Gruppe C: Deutschland

Gesamtkaderwert

580 Millionen Euro.

Quelle: transfermarkt.de

Die wertvollsten Spieler

Thomas Müller (26, Sturm FC Bayern München): 75 Millionen Euro.

Toni Kroos (26, Mittelfeld, Real Madrid): 50 Millionen Euro.

Mesut Özil (27, Mittelfeld, FC Arsenal): 50 Millionen Euro.

FIFA-Weltrangliste

4. Platz

Größte Erfolge

Weltmeister 1954, 1974, 1990, 2016

Europameister 1972, 1980, 1996

Viel ist auch wirklich nicht los in Évian. Die Fußgängerzone bevölkern auch in den Tagen vor dem großen Turnier hauptsächlich Rentner, die hier ihren Sommer verbringen. Die meisten von ihnen kommen mit dem Schiff aus dem schweizerischen Lausanne. Eine halbe Stunde dauert die Überfahrt. Auch eine deutsche Reisegruppe hat zwei Tage in der Region verbracht, in der Hoffnung, einen ihrer großen Stars in der Stadt zu sehen.

Das ganz große Ziel, einem der berühmten Spieler für ein Autogramm oder ein Selfie nahe zu kommen, dürfte sich für die meisten nicht erfüllt haben. Denn das Vier-Sterne-Hotel, in dem „Die Mannschaft“ wohnt und zu dem ohnehin nur eine einzige Straße führt, ist hermetisch abgeriegelt. Das Trainings- und Medienzentrum ein paar hundert Meter entfernt ebenfalls.

Handelsblatt-Redakteurin Diana Fröhlich traf DFB-Teammanager Oliver Bierhoff zum Interview im Quartier am Genfer See. dpa

Im Gespräch mit Oliver Bierhoff

Handelsblatt-Redakteurin Diana Fröhlich traf DFB-Teammanager Oliver Bierhoff zum Interview im Quartier am Genfer See.

Fast alle der 70 Mitarbeiter des EM-Stabs werden mit dem Auto hin- und herchauffiert. Oberhalb der Stadt hat sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein Areal geschaffen, in dem möglichst wenig Unvorhergesehenes stattfinden soll. So müssen sämtliche der knapp 200 im Voraus angemeldeten Journalisten gründlich kontrolliert werden, bevor ihnen Einlass gewährt wird.

Koffer werden durchsucht, Handtaschen sowieso. Wer es in den Innenraum geschafft hat, der kann durchatmen. Ob es die Angst vor dem Terror ist oder der schlichte Wunsch nach totaler Diskretion: Was die strengen Kontrollen rechtfertigt, kann und will hier niemand beantworten. Der DFB will schlichtweg wissen, mit wem er es zu tun hat. Und das sind viele.

 

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