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26.06.2016

12:57 Uhr

Peter Lohmeyer im Interview

„Frankreich ist keine Fußballnation wie Deutschland“

VonAlexander Möthe

Unser EM-Korrespondent Alexander Möthe hat in Lyon Schauspieler Peter Lohmeyer getroffen. Mit ihm hat er über die Parallelen von Schauspiel und Fußball, den FC Schalke 04 und das, was im Leben wirklich zählt, gesprochen.

Noch ein Selfie: Handelsblatt-Korrespondent Alexander Möthe trifft Schauspieler Peter Lohmeyer. Alexander Möthe

Während der EM

Noch ein Selfie: Handelsblatt-Korrespondent Alexander Möthe trifft Schauspieler Peter Lohmeyer.

Peter Lohmeyer (54) zählt zu Deutschlands profiliertesten Schauspielern. Bekannt wurde er vor allem durch seine Hauptrolle in „Das Wunder von Bern“. Derzeit spielt Lohmeyer in Lyon in Mozarts „Entführung aus dem Serail“. Für den Fußball-Enthusiasten und, man muss es so sagen, bekennenden Schalke-Fan ist es da umso schöner, dass er in Frankreich das Turnier direkt vor der Haustür hat.

Herr Lohmeyer, mich führt der Fußball nach Frankreich. Was treibt Sie nach Lyon?
Eine Mozart-Oper, „Die Entführung aus dem Serail“. Eine Oper wird immer in Originalsprache inszeniert und gespielt. Ich habe eine wundervolle Sprechrolle ergattert, den Bassa Selim. Als die Anfrage Anfang November kam, hatte ich erst gar nicht auf dem Schirm, dass gleichzeitig Europameisterschaft ist. Da habe ich schon geschaut und festgestellt, dass schon einige Spiele hier vor Ort sind.

Sie schauen die Spiele?
Ja, aber ich schaue gerne leise. Ich muss nicht auf die Fanmeile. Ich gönne allen die Feier, aber ich setze mich gerne ruhig in eine Kneipe und schaue Fußball. Gerade, wenn ich ohnehin zu Gast bin.

Die Achtelfinalpartien der EM

Schweiz - Polen

Schweiz -Polen

Samstag 25. Juni, 15 Uhr

Saint-Etienne

Wales - Nordirland

Wales - Nordirland

Samstag, 25. Juni, 18 Uhr

Paris

Kroatien - Portugal

Kroatien - Portugal

Sonntag, 26. Juni, 21 Uhr

Lens

Frankreich - Irland

Frankreich - Irland

Sonntag, 26. Juni, 15 Uhr

Lyon

Deutschland - Slowakei

Deutschland - Slowakei

Sonntag, 16. Juni, 18 Uhr

Lille

Ungarn - Belgien

Ungarn - Belgien

Sonntag, 26. Juni, 21 Uhr

Toulouse

Italien - Spanien

Italien - Spanien

Montag, 27. Juni, 18 Uhr

Paris St. Denis

England - Island

England - Island

Montag, 27. Juni, 21 Uhr

Nizza

Das heißt aber nicht auf dem heimischen Sofa…
Nein, raus, auf jeden Fall. Ich mag es schon, mich mit anderen freuen. Zuletzt mit den Belgiern, als die endlich aus dem Quark gekommen sind. Lyon gilt ja auch als sehr leckere Stadt, das lässt sich gut verbinden.

Ist denn hier in Lyon mehr EM-Stimmung? In Paris war von Euphorie außerhalb der Frankreich-Spiele wenig zu spüren.
Hier sind nicht nur Fans aus ganz Europa, hier sind ganz viele verschiedene Nationen und Kulturen in der Stadt vertreten. Insofern ist schon immer etwas los, ja. Ich empfinde es vielleicht auch intensiver, weil die Oper in einem Viertel liegt, wo ich direkt mitbekomme, wenn die Belgier oder Italiener richtig Stimmung machen. Aber Frankreich ist keine Fußballnation in der Form, wie es Deutschland ist. Das war mir ein bisschen, aber nicht so richtig klar, bevor ich hergekommen bin.

In einem Restaurant in Paris hat er versucht, ein EM-Spiel zu schauen. Peter Lohmeyer

Peter Lohmeyer

In einem Restaurant in Paris hat er versucht, ein EM-Spiel zu schauen.

Inwiefern? König Fußball regiert nicht?
Frankreich hat eine ganz andere Sportkultur. Im Norden ist Rugby ganz groß, irgendwie fängt das mit der Fußballbegeisterung erst ab Paris an. PSG ist erst seit ein paar Jahren Serienmeister, im Süden ballt es sich: St. Etienne, Marseille, Monaco, und auch Olympique Lyon war ja Serienmeister. Aber selbst hier sehe ich viele Restaurants, wo eben kein Fernseher steht, wenn Frankreich spielt.

In Paris war ich im Restaurant, während die Grande Nation gegen Albanien spielte. Da stand ganz hinten ein Fernseher, zu dem ich immer geschlichen bin. Mit mir haben da vielleicht zwei andere Gäste draufgeschaut. Insofern ist das bei uns schon eine andere Intensität.

Ist das für Sie gut oder schlecht? Braucht man beim Proben-Marathon auch mal Ablenkung?
Ich muss nicht jeden Abend Fußball haben. Manchmal habe ich nichts anderes im Kopf als meine Arbeit, oder möchte einfach nur durch mein schönes Viertel spazieren. Schlussendlich ist Fußball nicht alles. Und wenn man ihn haben will, kann man ihn haben.

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