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25.06.2016

16:19 Uhr

Sportausrüster Macron

„Albanien hat uns glücklich gemacht“

VonAlexander Möthe

Das Unternehmen Macron ist einer der wenigen kleinen Ausrüster bei der EM. Roberto Casolari, Leiter des Sportsmarketings, sprach mit dem Handelsblatt über den Glücksfall Albanien und das Wachstum seiner Marke.

Die Albanische Nationalmannschaft lässt sich vom Macron ausrüsten, einem noch verhältnismäßig kleinen Unternehmen aus dem italienischen Bologna. dpa

Albanien in der EM 2016

Die Albanische Nationalmannschaft lässt sich vom Macron ausrüsten, einem noch verhältnismäßig kleinen Unternehmen aus dem italienischen Bologna.

Albanien war eine der kleinen Fußballnationen, die bei dieser EM durch engagiertes Auftreten, eine große, leidenschaftliche Anhängerschaft und das fast erreichte Achtelfinale auf sich aufmerksam gemacht haben. Gleichzeitig ist es nur eins von drei Teams im Turnier, was nicht bei einem der größten drei Ausrüster (Nike, Adidas, Puma) unter Vertrag steht.

Albanien lässt sich vom Macron ausrüsten, einem noch verhältnismäßig kleinen Unternehmen aus dem italienischen Bologna. Roberto Casolari, Leiter des Sportsmarketings bei Macron, sprach mit dem Handelsblatt über die Bedeutung der EM, die Wachstumsziele, die reißfeste Qualität und Einzigartigkeit der angebotenen Trikots – und wo das Unternehmen bereits in Deutschland aktiv ist.

Albanien hat sich nicht nur für die EM qualifiziert, sondern auch in der Vorrunde für Furore gesorgt. Ist das ein Glücksfall für Macron?
Das ist es in der Tat. Als wir in diesem den Ausrüstervertrag mit Albanien abgeschlossen haben, war das Team zwar schon qualifiziert. Aber die Leistungen zuletzt haben uns ausgesprochen glücklich gemacht. Der Vertrag läuft über sechs Jahre. Und wir freuen uns auf die lange Zusammenarbeit. Bislang lief die Kooperation mit dem Verband hervorragend. Man mag in Tirana, wie wir arbeiten und wir schätzen umgekehrt das professionelle Verhalten und die Ambitionen des albanischen Verbands.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

Der Ausrüstervertrag wurde von Adidas übernommen. Wie gestaltet sich die Suche nach neuen Geschäftspartnern im Fußball?
Es ist die Aufgabe des Sportmarketings, meiner Abteilung, den Markt genau zu beobachten. Nicht nur im Fußball, der zwar das Hauptgeschäft für uns ist, aber auch Rugby, Basketball, Handball. Wir wissen in jedem Segment, wann und bei wem Verträge auslaufen. Und bevor das passiert, kontaktieren wir die Mannschaften und Verbände. Wir sind der Aktivposten, wir initiieren die ersten Verhandlungen. So haben wir uns dann auch mit Albanien getroffen und geeinigt.

Gerade der Fußballmarkt scheint gut unter den großen Ausrüstern Adidas, Nike und Puma aufgeteilt. Ist Fußball dennoch das Geschäftsfeld der Zukunft?
Unbedingt. Der Fußball macht rund 75 Prozent unseres Umsatzes aus. Das zeigt sehr deutlich, wie wichtig dieser Bereich gerade im europäischen Geschäft nach wie vor ist.

Der 43-jährige Leiter des Sportmarketings ist seit 2012 bei Macron. Der Umsatz des Unternehmens wächst jährlich um ca. 20 Prozent. PR

Roberto Casolari

Der 43-jährige Leiter des Sportmarketings ist seit 2012 bei Macron. Der Umsatz des Unternehmens wächst jährlich um ca. 20 Prozent.

Macron sitzt in Bologna, sehen wir irgendwann die italienische Nationalmannschaft in Ihren Trikots auflaufen?
Wir versuchen natürlich, jede Chance zu nutzen. Die „Squadra Azzura“ ist derzeit bei Puma unter Vertrag, für uns hat sich daher bislang keine Möglichkeit ergeben. Vielleicht ja in der Zukunft!

Sie haben Kluglegenden wie Lazio Rom oder Bologna unter Vertrag. Ist Italien Ihr Kernmarkt?
Aus Italien stammen wir natürlich, aber wir bezeichnen ganz Europa als unseren Heimatmarkt. Großbritannien ist für uns der zweitgrößte Markt, Frankreich, wo gerade die EM läuft, die Nummer vier. Unsere Verkäufe entfallen zu 30 Prozent auf Italien, zu 60 Prozent auf die weiteren Länder Europas und entsprechend zehn Prozent auf den Rest der Welt. Sie sehen, welche Bedeutung der europäische Markt für unseren Absatz hat.

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