Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.06.2016

13:47 Uhr

Terror

Franzose mit EM-Anschlagsplänen in Ukraine festgenommen

Ein Franzose soll mehrere Anschläge bei der Fußball-EM geplant haben. Der ukrainische Geheimdienst hat den Mann bereits Ende Mai festgenommen. Über seine Herkunft gibt es erste Spekulationen.

Sicherheitskräfte nehmen einen Mann in der Nähe der ukrainisch-polnischen Grenze fest. Das Bild stammt aus einem Video, das auf der Website des ukrainischen Geheimdienstes veröffentlicht wurde. AFP; Files; Francois Guillot

Festnahme in der Ukraine

Sicherheitskräfte nehmen einen Mann in der Nähe der ukrainisch-polnischen Grenze fest. Das Bild stammt aus einem Video, das auf der Website des ukrainischen Geheimdienstes veröffentlicht wurde.

In der Ukraine ist Ende Mai ein Franzose festgenommen worden, der 15 Anschläge vor und während der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich geplant haben soll. Der Mann habe 125 Kilogramm des Sprengstoffs TNT bei sich gehabt, gab der ukrainische Geheimdienst am Montag bekannt. Gefunden wurden bei dem Beschuldigten auch zwei Panzerfäuste, 5 Kalaschnikows, 100 Sprengsätze und 500 Schuss Munition. „Der Festgenommene wollte Moscheen, Synagogen und Finanzbehörden angreifen“, sagte Wasil Grytsak, Sprecher des ukrainischen Geheimdienstes.

Der Mann sei an der Grenze zu Polen festgenommen worden, er habe illegale bewaffnete Gruppen in der Ukraine kontaktiert, sagte der Leiter des Sicherheitsdienstes, Wasili Gritsak, am Montag. Ziel des Mannes sei es gewesen, Waffen und Sprengstoff zu kaufen. „Der Franzose sprach negativ über die Handlungen seiner Regierung, Masseneinwanderung, die Verbreitung des Islam und die Globalisierung, und er sprach auch über Pläne, mehrere Terrorangriffe auszuführen.“

In einer Erklärung des Geheimdienstes wurde der Verdächtige nicht identifiziert. Der Geheimdienst erklärte aber, der Franzose habe ultranationalistische Ansichten und habe Anschläge auf unter anderem Bahnstrecken und andere Infrastruktur-Ziele während der EM geplant. Die ukrainischen Behörden veröffentlichten Fotos eines hellhaarigen Mannes mit verschwommenem Gesicht, der diverse Waffen hält.

Die Zeitung „L'Est Républicain“ identifizierte den Verdächtigen als Grégoire M. und berichtete, dass sein Haus in Nant-le-Petit nahe Nancy Ende Mai durchsucht worden sei. Laut dem Fernsehsender M6 wurden dort T-Shirts einer rechtsextremen Gruppe gefunden. Die Pariser Staatsanwaltschaft teilte mit, dass in dem Fall bisher keine Ermittlungen aufgenommen worden seien.
Der Franzose sei im vergangenen Jahr während seines Aufenthalts in der Ostukraine aufgefallen, erklärte der ukrainische Geheimdienst. Dort habe er versucht, „Verbindungen mit ukrainischen Truppen unter dem Deckmantel einer Freiwilligentätigkeit zu knüpfen“, hieß es. Im Osten der Ukraine liefern sich Regierungstruppen und von Russland unterstützte Separatisten seit April 2014 Kämpfe. Dabei kamen mehr als 9400 Menschen ums Leben.
Mögliche Anschläge bei dem Fußballturnier sind für die französischen Behörden eine große Sorge. Islamische Extremisten haben Frankreich für die Zeit während der EM mit Angriffen gedroht. Doch wurde von Behördenseiten noch keine konkrete Gefahr bestätigt. Frankreich setzt bei dem Sportereignis 90.000 Sicherheitskräfte ein.
Das Turnier beginnt am Freitag. Das Finale ist am 10. Juli angesetzt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×