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20.06.2014

20:41 Uhr

England ist K.o.

Costa Rica lässt Italien zittern

Costa Rica jubelt, Italien zittert: Das Sensationsteam aus Mittelamerika hat durch einen Sieg gegen die Azzurri das Achtelfinale erreicht. Das Prandelli-Team hatte in der Hitze von Recife keine Chance.

Costa Rica feiert, Mario Balotelli und Co. müssen liefern ap

Costa Rica feiert, Mario Balotelli und Co. müssen liefern

RecifeJorge Luis Pinto kämpfte mit den Tränen. Ungläubig blickte der Trainer von WM-Sensation Costa Rica auf den Rasen und schüttelte immer wieder den Kopf. Während Andrea Pirlo und Mario Balotelli nach der 0:1-Pleite Italiens gedemütigt vom Platz schlichen, zelebrierten die Profis aus Zentralamerika euphorisiert ihren zweiten Achtelfinal-Einzug bei einer Fußball-WM nach 1990. Der starke Torwart Keylor Navas kniete nieder, Oscar Duarte vergrub sein Gesicht im Gras, und Torschütze Bryan Ruiz sprintete von der Ersatzbank auf seine Mitspieler zu und herzte jeden, der ihm in die Quere kam. Beim obligatorischen Freudentänzchen war schnell eine Fahne zur Hand - Fans und Spieler feierten den größten Erfolg in der Geschichte des bislang krassen WM-Außenseiters. Ruiz war überglücklich: „An diejenigen, die nicht an uns geglaubt haben, Danke, dass ihr jetzt damit anfangt“.

Und im Moment des Triumphes gönnten sich die freudetrunkenen Anhänger auch ein klein wenig Schadenfreude. „Good Bye England“ hatte ein rot-weiß-blau geschmückter und bemalter Fan auf ein Blatt Papier gemalt. Mit dem zweiten Sieg gegen einen ehemaligen Weltmeister nach dem 3:1-Coup gegen Uruguay besiegelte Costa Rica am Freitag vor 40285 Zuschauern auch endgültig das WM-Schicksal der Engländer.


„Wir haben alles gegeben, sie haben sehr gut gespielt. Wir haben jetzt keine Angst, wir müssen nur unsere Akkus wieder aufladen“, sagte Italiens Coach Cesare Prandelli. Gegen Uruguay am Dienstag kommt es nun zum Finale um den Achtelfinaleinzug. „Gegen Uruguay werden wir eine großartige Partie spielen. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen“, meinte Antonio Cassano. Der „Corriere dello Sport“ beschrieb die Niederlage schonungslos: „Italien, was für eine Riesenblamage!“

Nach der bestandenen Dschungel-Prüfung in der Tropenhitze von Manaus mussten die Italiener auch im heißen Nordosten Brasiliens mit Temperaturen um die 30 Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit zurechtkommen. So gönnte Prandelli seinen Profis Marco Verratti und Gabriel Paletta eine Pause und stellte seine Abwehrkette nach dem 2:1-Erfolg gegen England ein wenig um.

Torhüter Gianluigi Buffon kam nach überstandener Knöchelverletzung in seinem 141. Länderspiel zu seinem Debüt in Brasilien bei seiner insgesamt fünften WM-Teilnahme und erlebte in der 7. Minute gleich eine Schrecksekunde, als Celso Borges nach einer Ecke per Kopf die erste Chance für Costa Rica hatte.

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Die Zentralamerikaner starteten in der mit 3:1 gegen Uruguay siegreichen Formation. Die Mannschaft von Trainer Jorge Luis Pinto bewies auch im zweiten Spiel des Turniers, dass sie mehr als ein Außenseiter ist. „Meine Anerkennung für die Mannschaft, sie hat nicht den Kopf verloren. Das costa-ricanische Volk hat das verdient. Der Sieg gehört ihnen“, sagte Trainer Pinto.

Die Italiener benötigten fast eine halbe Stunde bis zur ersten großen Tormöglichkeit. Nach einem Traumpass von Andrea Pirlo lief Mario Balotelli allein auf Torhüter Navas zu, aber sein Lupfer verfehlte das Tor knapp. Zwei Minuten später scheiterte Balotelli erneut in aussichtsreicher Position.

Doch die Costa Ricaner blieben ein unangenehmer Gegner und kamen nach einer schönen Flanke des Mainzer Bundesligaprofis Junior Diaz durch einen Kopfball von Ruiz zum verdienten Führungstreffer. Kurz zuvor hatte der Schiedsrichter ein Foul von Giorgio Chiellini an Joel Campbell übersehen und denn Zentralamerikanern den fälligen Strafstoß verweigert. In der Halbzeitpause kam es vermutlich aus diesem Grunde zu Tumulten zwischen Spielern beider Teams.

Mit den eingewechselten Cassano und Lorenzo Insigne sollte die Offensive des viermaligen Weltmeisters belebt werden. Zunächst versuchten es die Italiener mit Distanzschüssen: Erst scheiterte Matteo Darmian knapp (51.), dann hielt Navas Pirlos 30-Meter-Freistoß (54.). Am Ende hatten die Italiener viel Kraft gelassen und kamen nicht mehr zum Ausgleich.

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dpa

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