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05.07.2014

09:13 Uhr

Entsetzen in Brasilien

WM-Aus für Superstar Neymar

Schock für den WM-Gastgeber: Superstar Neymar fällt für den Rest des WM-Turniers aus. Die bittere Nachricht platzte mitten hinein in den Jubel über den Einzug ins Halbfinale gegen Deutschland. Brasilien ist entsetzt.

Schmerzhafter Sturz: Neymar nach dem Foul von Camilo Zúñiga. Reuters

Schmerzhafter Sturz: Neymar nach dem Foul von Camilo Zúñiga.

Fortaleza Stürmerstar Neymar hat sich beim 2:1-Viertelfinalsieg gegen Kolumbien einen Wirbel gebrochen und wird für den Rest des Turniers ausfallen. Damit fehlt der 22-Jährige auch im Halbfinale am nächsten Dienstag in Belo Horizonte gegen Deutschland.

Der Angreifer erlitt die Verletzung am Freitagabend in Fortaleza nach einer heftigen Attacke des Kolumbianers Juan Zúñiga. Die Diagnose wurde nach Untersuchungen in einer Privatklinik gestellt. „Als ich da reingegangen bin, habe ich an nichts Böses gedacht. Ich hoffe, dass er mit Gottes Hilfe sich wieder erholt“, sagte Zúñiga.

Laut Informationen der brasilianischen Zeitung „O Estadão“ wird der Fußball-Weltverband FIFA die Szene unter die Lupe nehmen. Die Untersuchung soll klären, ob es sich bei dem Vorfall um ein Foul oder ein Versehen gehandelt hat. Eine Sprecherin der FIFA sagte der Zeitung, die Bilder der Szene und die entsprechenden Berichte sollen am Samstag geprüft werden, danach werde die Disziplinarkomission eine Entscheidung treffen.

Unterdessen kündigte der brasilianische Fußball-Verband CBF an, die Möglichkeit einer juristischen Klage gegen Zuñiga zu prüfen.

Bei Neymar sei ein Bruch des dritten Lendenwirbels festgestellt worden, sagte Rodrigo Lasmar, einer der Mannschaftsärzte der Seleção. Es sei keine ernsthafte Fraktur und auch keine schwierige Behandlung. Aber es werde einige Wochen dauern, bis Neymar seine volle Bewegungsfähigkeit wiedererlangt habe. „Er wird nicht binnen einer Woche genesen“, sagte der Mediziner.

Damit verliert der Rekord-Weltmeister seinen vierfachen Torschützen und bisher herausragenden WM-Spieler. Der spanische Schiedsrichter Carlos Velasco hatte die Attacke in der 86. Minute nicht geahndet. Brasiliens bekanntester TV-Kommentator Galvão Bueno sprach von einer „Aggression“ Zúñigas und einem „kriminellen Vorgang“. Neymar war auf einer Trage aus dem Innenraum gebracht worden.

„Er weinte vor Schmerzen“

Nationalcoach Luiz Felipe Scolari hatte sich schon bei der Pressekonferenz nach dem Spiel skeptisch gezeigt, dass Neymar bei der Partie gegen die DFB-Elf in Belo Horizonte wieder einsatzbereit sein werde. „So wie ich es sehe, kann er nicht spielen“, erklärte der 65-Jährige. „Er weinte vor Schmerzen. Ich garantiere, dass es nicht leicht für ihn wird sich zu erholen, basierend darauf, was der Arzt uns gesagt hat....“

Scolaris Befürchtungen wurden durch die Untersuchungen bestätigt. Selbst Staatschefin Dilma Rousseff hatte sich besorgt gezeigt über den Gesundheitszustand des beim FC Barcelona unter Vertrag stehenden Stürmers. „Wie ganz Brasilien, drückte ich die Daumen für die Genesung unseres Stars #ForçaNeymar“, twitterte sie am Freitag nach dem 2:1- Viertelfinal-Sieg Brasiliens gegen Kolumbien.

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