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17.06.2011

14:55 Uhr

Ex-DFB Trainer Gero Bisanz

„Als Damentrainer belächelt“

VonJan Guldner

ExklusivGero Bisanz hat den DFB-Damen zum internationalen Durchbruch verholfen. Im Interview erklärt der Ex-Bundestrainer, was er von Theo Zwanziger hält hat, was Frauenfußball mit dem FC Barcelona gemein hat - und warum die WM keinen Boom auslösen wird.

Gilt als Pionier des deutschen Frauenfußballs: Gero Bisanz. Quelle: picture-alliance/ dpa / picture alliance

Gilt als Pionier des deutschen Frauenfußballs: Gero Bisanz.

KölnHerr Bisanz, sie waren von 1982 bis 1996 Trainer der Frauenfußball-Nationalmannschaft. Sie haben den Frauenfußball in Deutschland von Beginn an maßgeblich begleitet und aufgebaut. Wenn Sie sehen, welche Möglichkeiten und welche Aufmerksamkeit ihre Nachfolgerin Silvia Neid heute bekommt: Juckt es Sie da nicht manchmal in den Fingern, wieder einzusteigen?

Nein, noch mal einsteigen will ich auf keinen Fall. Ich beneide Silvia Neid auch nicht, aber ich bewundere die Möglichkeiten, die meine ehemalige Spielführerin heute hat. Sie hat ein großes Funktionsteam mit Physiotherapeuten, Ärzten, Co-Trainer und Mentaltrainer. Sie kann sich länger als einen Monat auf die Weltmeisterschaft vorbereiten. Das sind optimale Bedingungen. Ich hoffe, dass dann auch ein gutes Turnier herauskommt.

Als Sie 1982 angefangen haben, war der deutsche Frauenfußball noch nicht so weit wie heute. Mit welchen Problemen hatten Sie zu kämpfen?

Zunächst einmal wusste ich eigentlich nicht viel vom Frauenfußball. Ich musste mich informieren, sprach viel mit Trainerkollegen. Außerdem konnte ich direkt in meiner Nähe die Frauenmannschaft von Bergisch Gladbach beobachten, die damals das dominierende Team in Deutschland war.

Und was war das Ergebnis ihrer damaligen Beobachtungen?

Die größte Schwierigkeit, die ich gesehen habe, war der Mangel an jungen Nachwuchsspielerinnen. Bei meinem ersten Länderspiel zeigten die erfahrenen Spielerinnen zwar eine gute Leistung. Aber um nachhaltig etwas aufzubauen, bedurfte es trotzdem junger Nachwuchskräfte.

Was war der Grund für die fehlende Jugend?

Die Mannschaften, die oben mitspielten, haben jahrelang in der gleichen Formation zusammengespielt, das waren alles etablierte, ältere Spielerinnen. Zudem gab es wenig Jugendtrainerinnen, die den Nachwuchs gefördert hätten. Deshalb waren die ersten Jahre auch sehr schwer. Ich merkte schnell, dass ich das alleine nicht bewältigen kann...

... und deshalb holten Sie sich Verstärkung in Form ihrer damaligen Assistentin Tina Theune-Meyer.

Ja, eine bessere Jugendarbeit war nötig, um international bestehen zu können. Ich habe den DFB darum gebeten, mir meine ehemalige Studentin Tina Theune-Meyer zur Seite zu stellen. Nach einigem hin und her wurde das auch genehmigt und wir haben angefangen junge Spielerinnen zu sichten.

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