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15.07.2011

17:39 Uhr

Fifa-Bilanz

„Die beste Frauenfußball-WM seit Bestehen“

Die Fifa ist sich sicher: Die WM in Deutschland war die bisher beste ihrer Art. Organisation spitze, Zuschauerzuspruch groß - da ist die Gefahr groß, einen schwelenden Doping-Skandal zu vergessen.

Nordkorea gegen Kolumbien: Beiden Teams droht noch ein Doping-Nachspiel. Quelle: dpa

Nordkorea gegen Kolumbien: Beiden Teams droht noch ein Doping-Nachspiel.

FrankfurtDer Weltfußballverband hat die Frauen-WM in Deutschland in den höchsten Tönen gelobt. Die Organisatoren um Steffi Jones dürfen sich die Hände reiben - obwohl das frühere Ausscheiden der DFB-Auswahl die Bilanz heftig trübt. „Es ist die beste Frauenfußball-WM der FIFA seit Bestehen“, sagte FIFA-Frauenfußball- Abteilungsleiterin Tatjana Haenni vor dem Endspiel zwischen den USA und Japan am Sonntag (20.45 Uhr/ARD) in Frankfurt/Main der Nachrichtenagentur dpa.

Die Schweizerin meinte weiter: „Wir sind super glücklich mit allem. Natürlich war es für Deutschland eine große Überraschung, dass es sich nicht fürs Halbfinale qualifiziert hat. Aber wenn man es neutral von außen betrachtet, dann ist das Turnier fantastisch.“

Die 6. Weltmeisterschaft hatte aber auch ihre Schattenseiten: Erst wurde Kolumbiens Torfrau Yineth Varon positiv getestet, dann erwischte es die beiden Nordkoreanerinnen Song Jong Sun und Jong Pok Sim. Nach dem letzten Gruppenspiel des Asienmeisters gegen Kolumbien musste die ganze Mannschaft zur Dopingkontrolle - ein einmaliger Vorgang in der Geschichte der FIFA. Das Ergebnis steht noch aus.

DFB-Präsident Theo Zwanziger sprach von einem „menschenverachtenden System in Nordkorea, in dem versucht wird, Sportler mit allen Mitteln zu Erfolgen zu führen“.

Medial war die WM ein voller Erfolg: Die Zeitungen berichteten jeden Tag seitenweise, die TV-Einschaltquoten - mit 16,95 Millionen Zuschauern beim Viertelfinal-Aus Deutschlands gegen Japan als Spitzenwert - schlugen alle Rekorde. Aber ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz prophezeite, dass der Frauenfußball wieder von der Bildfläche verschwinden wird. Die ARD-Sportschau wird künftig mitnichten regelmäßig Spiele der Frauen-Bundesliga zeigen.

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