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17.07.2014

10:39 Uhr

Fifa-Weltrangliste

„Die Nummer 1 der Welt sind wir“

VonThomas Schmitt

Die Fifa hat die neue Weltrangliste veröffentlicht - mit den WM-Daten. Das Ranking spiegelt die Kräfteverhältnisse im Fußball richtig wider. Doch es gibt Überraschungen. So verschieben sich die Gewichte in Südamerika.

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Berliner Sternstunden: Die Weltmeister sind Zuhause

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DüsseldorfSchon nach dem Viertelfinale gegen Frankreich posaunte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach selbstbewusst in die Mikrofone: Deutschland rückt auf Platz eins der Weltrangliste vor. Bisher besetzte Spanien den Platz an der Sonne – und das schon seit Jahren. Doch Niersbach war sehr voreilig, denn am Ende wurde das Rennen um den begehrten Spitzenplatz enger als gedacht.

Ein Beispiel: Nehmen wir nur einmal an, Deutschland hätte das Finale gegen Argentinien 1:0 verloren. In diesem Fall wären die Südamerikaner mit deutlichem Vorsprung an die Spitze dieser so stark beachteten Rangliste marschiert. Mehr noch: Deutschland wäre gar von zwei auf drei abgerutscht. Schließlich sind da ja noch die Niederländer, die Brasilien im kleinen Finale abfertigten und damit fleißig Punkte sammelten.

Zum Glück kam alles wie gewünscht: Deutschland wurde Weltmeister und rückt erstmals seit August 1993 wieder an die Spitze der Fifa-Rangliste – entsprechend dem Fangesang in Berlin: „Die Nummer 1 der Welt sind wir.“ Dies ergibt sich aus der neuen Weltrangliste, die am Donnerstag offiziell veröffentlicht worden ist. Bisher war Spanien an erster Stelle, nun steht Deutschland vor Argentinien und den Niederlanden.

Fifa-Weltrangliste: Die Top10

Platz 10

10. Uruguay, 1135 Punkte, minus zwei Plätze

Quelle: Fifa-Weltrangliste, Stand: 27. November 2014

Platz 9

9. Spanien, 1142 Punkte, plus einen Platz

Platz 7

7. Frankreich, 1160 Punkte, unverändert

Platz 7

7. Portugal, 1160 Punkte, plus zwei Plätze

Platz 6

6. Brasilien, 1316 Punkte, unverändert

Platz 5

5. WM-Dritter Niederlande: 1374 Punkte, unverändert

Platz 4

4. Belgien: 1417 Punkte, unverändert

Platz 3

3. Kolumbien: 1450 Punkte, unverändert

Platz 2

2. Argentinien: 1538 Punkte, unverändert

Platz 1

Mit dem Weltmeistertitel im Gepäck erobert Deutschland den Spitzenplatz in der Fifa-Weltrangliste. Der Vorsprung bleibt groß - trotz durchwachsener Leistungen: 1725 Punkte

Ihre neue Stellung im Weltfußball haben sich die Deutschen hart erarbeitet. DFB-Präsident Niersbach lobt insbesondere die „Beständigkeit“ des Teams von Trainer Joachim Löw. Die Mannschaft hat von den letzten 33 Pflichtspielen 30 gewonnen, zweimal unentschieden gespielt und nur eine Partie - das EM-Halbfinale 2012 gegen Italien - verloren.

Solch eine konstante Erfolgsserie spiegelt sich dann auch irgendwann in der Weltrangliste wider. Deren Grundlogik lautet so: „Wer sich im Weltfußball erfolgreich in Szene setzt, gewinnt Punkte und steigt somit in der Rangliste“, stellt die Fifa fest. So einfach das klingt, die exakte Berechnung ist viel komplizierter.

Die Gesamtpunktzahl wird über mehrere Jahre ausgerechnet, wobei die neusten Spiele stärker gewichtet werden als ältere. Folgende Faktoren spielen eine Rolle:

  • Wie ging das Spiel aus? (Sieg, Niederlage, Unentschieden)
  • Wie wichtig war das Spiel? (Welt- oder Kontinentalmeisterschaft, Qualifikation, Freundschaftsspiel)
  • Wie stark ist der Gegner? (gemessen an seiner Position in der Weltrangliste)
  • Wie stark ist der Verband des Gegners? (gegen ein Team der UEFA gibt es mehr Punkte als gegen ein Team aus dem afrikanischen Verband)

Kommentare (4)

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G. Nampf

16.07.2014, 17:13 Uhr

Daß sich die süd- und mittelamerikanischen Teams im Vergleich zu Europa verbessern, wundert mich nicht, denn irgendwann in ihrer Karriere spielen s- und m-amerikanische Spieler in europäischen Top-Teams. Dort lernen sie die europäische Spielweise und verbessern sich.

Übrigens: aus dem gleichen Grund verbessert sich Rußland wohl nicht, denn die russischen Spieler bleiben fast alle im eigenen Land.

Herr Tom Beck

17.07.2014, 11:01 Uhr

die Weltrangliste gibt nur eine Orientierung, die Turniere müssen in den Endrunden immer ersteinmal gewonnen werden. Fakt ist, dass der Weltfußball vom Leistungsvermögen immer weiter zusammenrück, Mannschafte die man locker 6:0 weghaut werden selten oder sind durch besondere Umstände siehe Brasilien bedingt. Wichtig ist, dass wir in Deutschland weiter auf Nachwuchsarbeit setzen und in der Bundeseliga das Niveau weiter steigern. Hinzu kommt die Erfahrung der "Legionäre". Mit der Mischung werden wir auch zukünftig ein starker Gegener und Anwärter auf Titel sein. Ich bin gespannt wie sich Spanien entwickelt die werden bei der EM sicher ein ganz anderes Gesicht zeigen und dann ist es egal ob sie Nr. 8 der Rangliste sind, dann man muss sie ersteinmal aufs Neue besiegen. Erstaunlich auch die Briten, dass die einfach nicht voran kommen, eine starke Liga als Basis ist vorhanden.

Herr Tom Beck

17.07.2014, 11:02 Uhr

Mir sei noch ein zweiter Kommentar gestatte, es ist einfacher Nummer 1 zu werden als Nummer 1 zu bleiben. Jetzt geht unsere Arbeit erst richtig los, sonst werden wir wie Brasilien zur tragischen Nation.

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