Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.07.2014

09:56 Uhr

Fußball-Debakel im WM-Halbfinale

Was war das denn? Brasilien verstummt

VonAlexander Busch, Stefan Kaufmann

Brasilien ringt nach dem historischen 1:7-Debakel im WM-Halbfinale gegen Deutschland um Worte. Ein ganzes Land befindet sich in Schockstarre. Präsidentin Rousseff muss sich auf einen unbequemen Wahlkampf einstellen.

Reaktionen zur Niederlage

„Das war das Schlimmste, was ich je mitansehen musste“

Reaktionen zur Niederlage: „Das war das Schlimmste, was ich je mitansehen musste“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Salvador/Belo HorizonteNach dem vierten Tor („Gol“) der Deutschen weicht die Fassungslosigkeit und bei Twitter werden die Kommentare zynisch: „Nicht mal Volkswagen gelingt es in einer Viertelstunde vier Gol zu produzieren“; schrieb jemand in Anlehnung an den Gol, das meistverkaufte Auto Brasiliens von Volkswagen.

Nach dem Tor Nummer sieben empfiehlt ein anderer, den Discovery-Channel einzuschalten. Dort würde Deutschland auch öfters mal verlieren. Etwa in den Dokumentationen über den Zweiten Weltkrieg. Das Video mit der Caipirinha-Schale, die vom Bierkrug zerschmettert wird, macht schon in der ersten Halbzeit die Runde.

Die jubelnde Kanzlerin Merkel aufgesetzt auf die Christo-Staute von Rio erscheint in der Halbzeit.

Brasiliens Starmoderator Galvão Bueno von TV Globo ist in der Spielpause ausnahmsweise mal sprachlos und will den mitmoderierenden ehemaligen Weltfußballer Ronaldo zu Kommentaren bewegen. Doch auch der steht, wieder deutlich übergewichtig, eher unbeholfen in seinem zu kurz geschnittenen Anzug herum wie eine Marionette unter Schock. Er erwähnt nicht das Tor Kloses, das ihn als ewigen Torschützenkönig der WM entthront hat.

Im Stadion in Belo Horizonte dauert es, bis die Fans das Fiasko verarbeitet haben. Die rund 12.000 Bars, Kneipen und Restaurants von Belo Horizonte, mit der das hiesige Tourismusbüro wirbt, haben nicht vom Einzug der Brasilianer ins Finale profitieren können. Den Brasilianern ist nicht nach Feiern zumute.

Doch nicht überall in Brasilien ging es nach dem Debakel friedlich zu. Mancherorts kam es in der Nacht zu Ausschreitungen. In São Paulo wurden nach Medienberichten 23 Busse in Brand gesetzt, zudem wurde ein Geschäft für Elektrogeräte geplündert. Die Polizei habe sechs Menschen festgenommen, darunter vier Minderjährige, hieß es. Bei den Fan-Festen in Rio de Janeiro und Belo Horizonte gab es nach dem Spiel Schlägereien und Zusammenstöße mit der Polizei.

Kommentare (7)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr John Deere

09.07.2014, 11:04 Uhr

Jungs, das war eine Spitzenleistung, wir sind stolz auf Euch!!!!

Weiter so, ihr habt es verdient, Weltmeister zu werden!!!!

Herr Lung Wong

09.07.2014, 11:24 Uhr

So etwas kann im Sport passieren und auch das dümmliche Beten kann das nicht verhindern. Jetzt haben die skrupellosen brasilianischen Profiteure Zeit darüber nachzudenken, ob die Milliarden nicht besser hätten ausgegeben werden können.

Herr Günther Schemutat

09.07.2014, 12:21 Uhr

Die Brasilianer trugen die Last von sozialen Problemen/Unruhen und den Ruf von 200 Millionen Brasilianer das nichts außer Weltmeister zählt.. mit auf den Platz. Der Anfang war stürmisch und der Wille war da gegen Deutschland offensiv zu gewinnen. Das ging schief da die Räume offener waren und dadurch schnell Tore fielen.

Danach war keine Kraft mehr vorhanden umd die Gedanken was nach diesen Spiel auf sie zukommt , hat die Bra Spieler dann endgültig blockiert.

Ein schwarzer Tag den die Bra Spieler aber wegstecken sollten und wir werden nicht noch nachtreten als faire Fussballnation.

Brasilien ist ein tolles Land nit fröhlichen Menschen die auch in Armut ihre Freuden nicht vergessen.

Mein Traum war vor 30 Jahren das Millionen Brasilianer nach Deutschland kommen sollten und mit uns zusammen leben.

Was für ein Land könnten wir heute sein. Die Gründlichkeit gepaart mit Fröhlichkeit der Brasilianer.

Aber es musste wieder ein anderer Weg beschritten werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×