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16.07.2014

10:07 Uhr

Fußball und Sponsoren

WM-Dauerwerbung in der Grauzone

VonAlexander Möthe

Hunderttausende verfolgten am Dienstag in Berlin die Rückkehr der deutschen WM-Helden. Millionen saßen vor dem TV – und die Zuschauer sahen eine Show, die auch die Sponsoren des Fußballs in Ekstase versetzt hat.

Vom Siegerflieger in den Vier-Sterne-Bus: Partner und Sponsoren des DFB konnten sich am Dienstag aus ganzem Herzen mitfreuen. AFP

Vom Siegerflieger in den Vier-Sterne-Bus: Partner und Sponsoren des DFB konnten sich am Dienstag aus ganzem Herzen mitfreuen.

DüsseldorfEs begab sich einst in, dass dem Fernsehsender ProSieben und der TV-Produktionsfirma Brainpool eine Nachricht der Landesmedienanstalt auf die Schreibtische flatterte. Die Ausgaben des Stefan Raab’schen Show-Formats „Wok-WM“ in den Jahren 2006 und 2007 habe sich der Schleichwerbung schuldig gemacht.

Hintergrund: Präsentation von Werbepartnern über Team-Namen und Zuschauerpreise. Pro Sieben wurde verpflichtet, diese Art der Samstagsabendshows mit dem Label „Dauerwerbesendung“ zu kennzeichnen. Aus Ärger ließ Raab daraufhin in jede Folge seiner Late-Night-Show „TV Total“ den Schriftzug „Dauerfernsehsendung“ einblenden.

Als die deutsche Fußballnationalmannschaft nach ihrem Titelgewinn in Brasilien am Dienstagmorgen in Berlin landet, beschleicht den Zuschauer auch schnell ein ungutes Gefühl. Sind wir hier nicht auch in einer Dauerwerbesendung gelandet?

ARD, ZDF, N-TV, N24 – gleich mehrere TV-Sender übertragen die Ankunft der WM-Helden live im Fernsehen und als Stream im Internet. Tausende Kameras sind auf den Empfang gerichtet, Nachrichtenportale berichten ebenfalls. Dabei immer im Bild: Die Partner von DFB und Fifa. Ungefiltert, unkommentiert.

Der „Siegerflieger“ der Lufthansa – oder wie sie sich derzeit nennt: „Fanhansa“ – ist während des Landesanflugs auf allen Bildschirmen zu sehen. DFB-„Generalsponsor“ Mercedes stellt nicht nur die Fahrzeuge, der vierte Weltmeisterstern prangt in Form des Unternehmenslogos auf den Bussen.

Nach dem Wechsel auf den offenen Anhänger, gezogen von einem Mercedes-LKW, verliert sich ARD-Kommentator Steffen Simon in Schwärmereien über die Zugkraft, die PS-Stärke des Trucks, beides gerade richtig für die Nationalmannschaft – eher unbedacht, sicherlich.

Kommentare (2)

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Herr Dipl. Ing.

16.07.2014, 11:22 Uhr

Na und?
Ohne Sponsoren geht gar nichts!

Herr Holger Butschek

16.07.2014, 20:12 Uhr

Vom Handelsblatt hätte ich mir mehr Niveau erwartet. Der Artikel könnte aus der gleichen Feder wie der heute der aus der TAZ stammen.

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