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30.05.2014

08:24 Uhr

Fußball-Weltmeisterschaft

Ronaldo kritisiert Verzögerung bei Bauprojekten

In Brasilien gibt es weiter Unruhen in der Bevölkerung. Fußball-Idol Ronaldo kritisiert nun die schleppende Umsetzung der zur WM geplanten Infrastrukturprojekte und ruft die Bevölkerung zu gewaltlosem Protest auf.

Brasiliens früherer Weltstürmer Ronaldo: Heute ist er WM-Botschafter des lokalen Organisationskomitees. dapd

Brasiliens früherer Weltstürmer Ronaldo: Heute ist er WM-Botschafter des lokalen Organisationskomitees.

São PauloZwei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft hat Brasiliens Fußball-Idol Ronaldo die schleppende Umsetzung der zur WM geplanten Infrastrukturprojekte kritisiert. „Ich glaube, wir vertun hier eine große Chance“, sagte der WM-Botschafter des lokalen Organisationskomitees am Donnerstag bei einer Diskussionsrunde der Zeitung „Folha de São Paulo“. „Es wurden viele Investitionen versprochen, aber nicht erbracht.“ Von den angekündigten Projekten zur Verbesserung von Straßen, Flughäfen und öffentlichem Nahverkehr werden bis zum WM-Start in zwei Wochen „nur 30 Prozent“ umgesetzt sein, wie der zweifache Weltmeister sagte.

Er schäme sich für die Verzögerungen, sagte Ronaldo. Die Menschen in Brasilien hätten sich große Hoffnungen gemacht, „sie sind diejenigen, die von der Situation am meisten getroffen werden“. Ronaldo, der bei der Präsidentschaftswahl im Oktober Oppositionskandidat Aécio Neves unterstützt, äußerte Verständnis für die Protestkundgebungen gegen die teure WM, rief aber gleichzeitig zur Mäßigung auf. „Proteste sind immer legitim. Sobald aber Vandalen und Maskierte mitmischen, müssen die Sicherheitskräfte einschreiten.“

In den vergangenen Wochen und Monaten gab es in Brasilien teils gewalttätige soziale Proteste, bei denen die hohen Kosten für die Fußball-WM und die 2016 anstehenden Olympischen Spiele kritisiert wurden. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, viel Geld in die Prestigeprojekte zu stecken und wichtige andere Aufgaben wie Bildung und Gesundheit zu vernachlässigen. Zudem kommt es immer wieder zu Streiks bei der Polizei, im Nahverkehr und im Bildungswesen.

Von

afp

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