Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.06.2014

12:20 Uhr

Fußball-Weltmeisterschaft

Weitere Korruptionsvorwürfe gegen Katar

Kurz vor der WM in Brasilien sind weitere Korruptionsvorwürfe im Zuge der Endrunden-Vergabe 2022 nach Katar aufgekommen. Wieder geht es um den umstrittenen Ex-Funktionär Bin Hammam. Sponsor Sony reißt der Geduldsfaden.

Mohamed bin Hammam steht unter Verdacht, die WM-Vergabe manipuliert zu haben: Er soll fünf Millionen Dollar an Offizielle für die Unterstützung von Katars WM-Bewerbung gezahlt habe. ap

Mohamed bin Hammam steht unter Verdacht, die WM-Vergabe manipuliert zu haben: Er soll fünf Millionen Dollar an Offizielle für die Unterstützung von Katars WM-Bewerbung gezahlt habe.

LondonDie Causa Katar bringt den Fußball-Weltverband immer mehr in Bedrängnis und dürfte die Vorfreude von FIFA-Boss Sepp Blatter auf die WM-Endrunde in Brasilien gehörig trüben. Vier Tage vor dem Anpfiff in São Paulo sind neue Korruptionsvorwürfe rund um die Vergabe der Fußball-WM 2022 publik geworden - womöglich ein Vorgeschmack auf weitere Enthüllungen zur „besten Sendezeit“ während der WM.

Wie die englische Zeitung „Sunday Times“ am Sonntag berichtet, soll der frühere katarische Spitzenfunktionär Mohamed bin Hammam weitere 1,7 Millionen Dollar für Stimmen aus Asien bezahlt haben. Außerdem habe er Gespräche auf Regierungsebene mit Thailand für einen Gas-Deal eingefädelt, um sich die Stimme von Exekutivmitglied Worawi Makudi zu sichern.

Korruptionsfälle im Sport der vergangenen drei Jahre

Amerika

Fünf Skandale sorgten auf dem amerikanischen Kontinent in den vergangenen drei Jahren für einen Vertrauensverlust in den Sport. In Kanada sollen zahlreiche Fußballspiele manipuliert worden sein. In den USA geriet ein Nationalspiel ins Visier der Fahnder und in Honduras und Brasilien sorgten Prozesse gegen ganze Mannschaften und Vereine für Schlagzeilen.

Afrika

Auf dem afrikanischen Kontinent bildet Nigeria den Mittelpunkt der Korruptionsaffären. In den westafrikanischen Land sollen Fußball- und Basketballspiele manipuliert worden sein. In Südafrika wurde das Ergebnis eines Cricket-Matches nachweislich erkauft.

Australien & Ozeanien

In Australien wurden zwei englische Profifußballspieler lebenslang von jeglichen FIFA-Spielen ausgeschlossen, weil sie in der australischen Fußballliga Spiele für die globale Wettmafia manipuliert hatten.

Asien

Asien landet mit 17 aufgedeckten Sport-Korruptionsfällen auf dem zweiten Platz der traurigen Rangliste. Cricket scheint besonders in Asien anfällig für manipulationsversuche zu sein. In Indien und Bangladesch flogen solche Fälle am häufigsten auf.

Europa

Europa führt die Liste der globalen Korruptionsfälle im Sport an. Italien und Belgien scheinen die Zentren der Fußballmanipulationsvorfälle zu sein.

Die Zeitung hat nach eigenen Angaben Zugang zu einer Millionen geheimer Dokumente. Sollten diese tatsächlich die Bestechung von FIFA-Exekutivmitglieder beweisen und FIFA-Chefermittler Michael Garcia bei seiner Untersuchung zum gleichen Schluss kommen, könnte es für den Golfstaat eng werden. Am Montag will Garcia seine Ermittlungen abschließen und sechs Wochen später - also kurz nach der WM - seinen Bericht an die Rechtskammern weiterleiten.

In der „Sunday Times“ ist auch von einem Treffen mit russischen Vertretern einen Monat vor der umstrittenen Abstimmung am 2. Dezember 2010 die Rede. Dabei soll es um „bilaterale Beziehungen“ zwischen den beiden Ländern im Sport gegangen sein. Pikanterweise erhielten beide Länder den Zuschlag für die WM-Endrunden 2018 und 2022.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×