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12.04.2017

21:16 Uhr

+++ Liveblog zur Attacke in Dortmund +++

BVB verliert 2:3 gegen Monaco

Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund sind zwei mutmaßliche Islamisten in den Fokus der Ermittler gerückt. Einer der beiden wurde festgenommen. Der BVB verlor das Hinspiel am Abend.

Die Dortmunder Spieler bedanken sich nach der Niederlage gegen den AS Monaco bei ihren Fans. AFP; Files; Francois Guillot

Niederlage nach dem Sprengstoff-Anschlag

Die Dortmunder Spieler bedanken sich nach der Niederlage gegen den AS Monaco bei ihren Fans.

DortmundFußball-Bundesligist Borussia Dortmund ist kurz vor dem Champions-League-Viertelfinale gegen den AS Monaco mit drei Sprengsätzen angegriffen worden. Durch die Detonationen in unmittelbarer Nähe des Mannschaftsbusses wurde der spanische BVB-Verteidiger Marc Bartra schwer am Arm verletzt. Inzwischen hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Am Mittwoch sind zwei Verdächtige aus dem islamistischen Spektrum in den Fokus der Ermittler gerückt. Einer der beiden Verdächtigen wurde festgenommen. Medienberichten zufolge soll es sich um einen 25-jährigen Iraker aus Wuppertal handeln.

  • Drei Sprengsätze explodierten am Dienstagabend in einem Gebüsch, als der BVB-Mannschaftbus vorbeifuhr. Die Sprengsätze sind nach BKA-Angaben mit Metallstiften bestückt gewesen.
  • BVB-Spieler Marc Bartra wurde schwer am Arm verletzt und operiert, ein Polizist erlitt ein Knalltrauma und einen Schock.
  • Das Spiel der Dortmunder gegen den AS Monaco wurde auf Mittwochabend um 18.45 Uhr verschoben.
  • Am Tatort wurden drei textgleiche, angebliche Bekennerschreiben gefunden. Es gibt erhebliche Zweifel an der Echtheit eines im Internet veröffentlichten, angeblichen linksextremistischen Bekennerschreibens.
  • Am Mittwoch sind zwei Verdächtige aus dem islamistischen Spektrum in den Fokus der Ermittler gerückt. Einer der beiden wurde festgenommen.
  • Borussia Dortmund hat das Hinspiel am Mittwochabend mit 2:3 (0:2) verloren.

+++ Polizei in Dortmund überprüfte verdächtige Gegenstände am Stadion +++
Nach Abpfiff des Champions-League-Spiels von Borussia Dortmund gegen den AS Monaco hat die Polizei zeitweise Ausgänge gesperrt, um verdächtige Gegenstände im Stadion zu überprüfen. Beamten waren zwei Rucksäcke und ein Roller aufgefallen, wie die Dortmunder Polizei am Abend twitterte. Spezialisten gaben dann nach kurzer Zeit Entwarnung.

+++ BVB verliert trotz starkem Spiel +++

Trotz einer starken zweiten Halbzeit unterliegt Borussia Dortmund dem AS Monaco mit 2:3 (0:2). Die Mannschaften haben auf den Terror vom Vortag dabei in der bestmöglichen Weise geantwortet: Mit einem großartigen Fußballspiel.

+++ Der BVB liegt zurück +++

Sportlich läuft es schlecht für Borussia Dortmund: Gegen AS Monaco liegt das Team von Thomas Tuchel mit 0:2 zurück. Tuchel hatte im Gegensatz zu BVB-Chef Hans-Joachim Watzke die schnelle Wiederansetzung des Champions-League-Spiels nur einen Tag nach der Attacke auf den BVB-Mannschaftsbus kritisiert. „Wir hätten uns mehr Zeit gewünscht, damit umzugehen“, sagte der Coach am Mittwochabend kurz vor dem Anpfiff im TV-Sender Sky. In Nyon sei entschieden worden, „wird gleich noch gespielt oder wird am nächsten Tag gespielt, ohne dass das Ausmaß irgendwie klar war“, sagte Tuchel weiter und kritisierte damit auch die Europäische Fußball-Union UEFA. „So ist es ein etwas ohnmächtiges Gefühl.“

+++ Der Ball rollt in Dortmund +++

Mit dem Anpfiff geht es bei Borussia Dortmund und dem AS Monaco wieder um Fußball.

+++ Watzke sieht Spielansetzung als richtiges Zeichen+++

BVB-Chef Hans-Joachim Watzke sieht die umgehende Neuansetzung des Champions-League-Spiels gegen AS Monaco nach dem Anschlag auf den Teambus von Borussia Dortmund als richtiges Zeichen. „Ich bin der Mannschaft unheimlich dankbar, dass sie sich zur Verfügung stellt“, sagte der Borussia-Geschäftsführer dem TV-Sender Sky am Mittwoch kurz vor Anpfiff des Viertelfinal-Hinspiels.

„Das Wichtigste ist, dass die Demokratie und unsere freiheitliche Grundordnung auf dem Prüfstand steht und die müssen wir stärken. Da leistet die Mannschaft einen weltweit beachteten Beitrag“, fügte Watzke hinzu.

Der Anschlag auf den BVB und das rätselhafte Islamisten-Schreiben

Ein ungewöhnlicher Tatort

Nach der Detonation von drei mit Metallstiften gespickten Sprengsätzen nahe dem BVB-Mannschaftsbus findet die Polizei drei gleichlautende Bekennerschreiben mit islamistischem Inhalt, der Generalbundesanwalt vermutet einen terroristischen Hintergrund. Es gibt zwei Verdächtige und eine Festnahme, doch auch eine Reihe von Ungereimtheiten. Wichtige Fragen und Antworten.

Steht schon fest, dass Islamisten oder die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hinter dem Anschlag stehen?

Keineswegs. Die Polizeibehörden gehen zahlreichen Tathypothesen nach. Neben dem islamistisch-salafistischen Hintergrund wollen sie am Mittwoch nicht ausschließen, dass es ganz andere Motive gibt. Die Spannbreite reicht von gewaltbereiten Fußballfans über Rechtsextreme oder auch Erpresser. Aus Sicherheitskreisen wird zur Zurückhaltung gemahnt: Dass die Festgenommenen tatsächlich mit dem BVB-Anschlag zu tun haben, sei noch keineswegs bewiesen.

Bei einem in der Nacht im Internet verbreiteten zweiten Bekennerschreiben bestehen laut der Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe „erhebliche Zweifel an der Echtheit“. In dem Schreiben war ein linksextremistischer Hintergrund behauptet worden.

Was ist so ungewöhnlich an den am Tatort hinterlassenen Bekennerschreiben?

Viel. Ermittler merken schon deswegen auf, weil überhaupt solche Schreiben zurückgelassen wurden. Das ist untypisch für Anschläge, die womöglich mit dem Islamischen Staat zusammenhängen. Bei jüngsten Attentaten wie dem Berliner Weihnachtsmarkt-Anschlag von Anis Amri mit zwölf Toten hat es das nicht gegeben. Üblich war bislang, dass das IS-Sprachrohr Amak Tage später ein Video-Bekenntnis ins Internet stellt.

Was könnten die Ermittler aus dem Schreiben noch herauslesen?

In Sicherheitskreisen wird von einem für Islamisten generell untypischen Vorgehen gesprochen. So gebe es auf dem Schreiben keinerlei IS-Symbole wie etwa die typische Fahne, die sonst oft zu finden ist. Der oder die Täter hätten keine der beliebten IS-Insignien hinterlassen.

Das Bekennerschreiben wurde in gleich dreifacher Ausfertigung gefunden. Warum?

Auch darüber rätseln die Ermittler. Ein solches Vorgehen gilt ebenfalls als nicht szene-typisch. Dass der oder die mutmaßlichen Täter ihren Zettel mit dem angeblichen Bekenntnis gleich drei Mal im Umkreis des Anschlagsorts ausgelegt haben, deute darauf hin, dass sie unbedingt wollten, dass er schnell gefunden wird. Warum, ist unklar.

Was sagen die Rechtschreibfehler im Bekennerschreiben aus?

Das Schreiben ist auf deutsch formuliert. Die 15 Zeilen enthalten einige Rechtschreibfehler - die Ermittler sind von Bekennerbriefen aus diesen Kreisen jedoch eigentlich weit mehr Fehler gewohnt. Zudem ungewöhnlich sei es auch, welche Rechtschreibfehler gemacht wurden. So habe der Verfasser schwierige Wörter richtig geschrieben, dafür aber ziemlich simple Fehler etwa bei der Groß- und Kleinschreibung gemacht.

Auch die Wortwahl dürfte manchen Ermittler zu denken geben. So werde die in dem Schreiben verwendete Bezeichnung „Untertan“ in der Islamisten-Szene eigentlich nicht benutzt, heißt es.

Wie gehen die Ermittler vor?

Nach Angaben der Sprecherin des Generalbundesanwalts, Frauke Köhler, sind die Wohnungen von zwei verdächtigen Islamisten durchsucht worden. In der Regel beschlagnahmt die Polizei in solchen Fällen Computer und Mobil-Telefone. Sie werden dann auf Verbindungen zu Kontaktleuten des Islamischen Staats in Syrien oder zu anderen Islamisten in Deutschland und Europa ausgewertet. So sollen auch mögliche Netzwerke aufgedeckt werden. Das dürften die Sicherheitsbehörden auch in diesem Fall so gemacht haben.

Werden jetzt die Überwachungsmaßnahmen gegen Islamisten verstärkt?

Üblicherweise klopfen Anti-Terror-Ermittler nach Terrordrohungen oder Anschlägen zunächst jene Verdächtigen in der Islamisten-Szene ab, die sie sowieso schon auf dem Schirm haben. Etliche sogenannte Gefährder, von denen die Behörden glauben, dass sie jederzeit einen Anschlag begehen können, werden routinemäßig abgehört, deren Internet-Kommunikation wird überwacht. In einem akuten Fall wie in Dortmund schalten sich die Ermittler dann gerne auch „live“ in die Überwachung ein. Sie wollen sehen, ob es Bewegung in der Szene gibt. Das dürfte auch jetzt der Fall sein.

+++ Teams sind im Stadion eingetroffen +++

Die Mannschaften von Borussia Dortmund und AS Monaco sind der Polizei zufolge im Stadion eingetroffen. Die starken Sicherheitsvorkehrungen vor dem Spiel sind auch bei der Einfahrt des Gäste-Busses in den Signal Iduna Park deutlich geworden. Am Mittwochnachmittag gegen 17.25 Uhr wurde der Bus unter Begleitung von vier Polizeifahrzeugen vor die Tribüne geleitet. Um 18.45 soll die aus mehreren Gründen brisante Partei angepfiffen werden.

+++ Verletzter Fußballprofi Bartra: „Es geht mir deutlich besser“ +++
Dem beim Anschlag auf den Mannschaftsbus verletzten Dortmunder Fußballprofi Marc Bartra geht es nach eigenen Angaben „deutlich besser“. Das schrieb der 26-Jährige am Mittwoch bei Twitter und Instagram auf spanisch und englisch. Auf einem Foto trägt der lächelnde Spanier einen Gipsarm und reckt den Daumen der gesunden linken Hand in die Luft. „Meine ganze Kraft widme ich meinen Mannschaftskameraden, den Fans und dem BVB für heute Nacht“. Bartra war bei dem Anschlag an Hand und Arm schwer verletzt worden. Vor dem Viertelfinal-Spiel der Dortmunder gegen AS Monaco in der Champions League waren am Dienstagabend drei Sprengsätze nahe des BVB-Busses gezündet worden. Die Partie sollte am Mittwoch nachgeholt werden.

+++ Erste Fans warten vor dem Dortmunder Stadion +++
Bereits mehrere Stunden vor dem Anpfiff der nach dem Bus-Anschlag neu angesetzten Champions-League-Begegnung zwischen Borussia Dortmund und dem AS Monaco sind die ersten Fans beider Mannschaften zum Signal Iduna Park gekommen. Zahlreiche Anhänger des Teams aus Monaco warteten am Mittwochnachmittag vor den Stadiontoren auf die Öffnung der Tribünen. Sie sind zum Teil seit Montagabend in Dortmund. Die Begegnung sollte ursprünglich am Dienstagabend ausgetragen werden. Nach dem Anschlag auf den Teambus von Borussia Dortmund war das Spiel abgesagt und auf Mittwoch verlegt worden.

Borussia Dortmund und die Polizei hatten dazu aufgerufen, rechtzeitig zum Stadion zu kommen, da es längere Wartezeiten bei den Einlasskontrollen geben könne. Das Spiel soll um 18.45 Uhr angepfiffen werden.

Rund um das Stadion waren zahlreiche Polizisten im Einsatz. Die Tribünen und die Umgebung des Stadions seien mit Sprengstoffhunden kontrolliert worden, sagte ein Polizeisprecher. Es sei bislang aber nichts Verdächtiges gefunden worden. Zur Zahl der eingesetzten Beamten machte er keine Angaben. „Wir sprechen von einem Großeinsatz“, sagte er. „Was wir zur Verfügung haben, haben wir auch hier.“ Bislang sei die Situation entspannt.

+++ Festgenommener soll aus Wuppertal kommen +++
Der festgenommene Tatverdächtige für den Angriff auf den BVB-Mannschaftsbus kommt aus Nordrhein-Westfalen. Es handelt sich nach Informationen von „Express“, „Kölner Stadt-Anzeiger“ und Deutscher Presse-Agentur um einen 25-jährigen Iraker aus Wuppertal. Den Medienberichten zufolge wird ihm eine Nähe zur terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat“ vorgeworfen.

+++ Eine Festnahme nach Anschlag auf BVB-Bus +++
Zwei Beschuldigte stehen im Fokus der Ermittler, sagte eine Sprecherin des Bundeskriminalamts (BKA). „Im Zuge der bisherigen Ermittlungen sind zwei Verdächtige aus dem islamistischen Spektrum in den Fokus der Strafverfolgung gerückt. Bei beiden Beschuldigten wurden die Wohnungen durchsucht“, so die Sprecherin. „Einer der beiden wurde vorläufig festgenommen. Wir prüfen derzeit, ob wir Haftbefehl gegen ihn beantragen.“

Die Motivlage sei weiterhin unklar. Es gebe gleich drei textgleiche, angebliche Bekennerschreiben. Bei dem zwischenzeitlich im Internet veröffentlichten, angeblichen, linksextremistischen Bekennerschreiben bestünden „erhebliche Zweifel an der Echtheit dieser Bekennung“.

Die Sprengsätze seien mit Metallstiften bestückt gewesen. Einer habe sich in die Kopfstütze einer der Sitze im Bus gebohrt. „Gut, dass nichts schlimmeres passiert ist“, sagte die BKA-Sprecherin. Der Mechanismus und der Sprengstoff würden noch untersucht. Hier die Erklärung der Bundesanwaltschaft.

Mentalcoach Kirchner zu BVB-Anschlag: „So etwas geht an niemandem spurlos vorbei“

Mentalcoach Kirchner zu BVB-Anschlag

„So etwas geht an niemandem spurlos vorbei“

Der Mentalcoach Steffen Kirchner spricht über die psychologischen Folgen nach dem Anschlag auf den Bus von Borussia Dortmund. Er erläutert, wie die Fußballer ein solches Trauma auch in eine Chance verwandeln können.

+++ NRW will Sicherheitsmaßnahmen bei Veranstaltungen neu prüfen +++
Nach dem Sprengstoff-Angriff auf den BVB-Mannschaftsbus will NRW die Sicherheitsmaßnahmen aller öffentlichen Veranstaltungen im Land neu prüfen. Solange der Hintergrund der Tat und die Zahl möglicher Täter nicht klar seien, werde man „jede Art von Veranstaltung in Nordrhein-Westfalen natürlich neu überprüfen müssen“, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Mittwoch in Düsseldorf. Es gehe aber nicht darum, dass Veranstaltungen abgesagt würden.

+++ ARD hält an Dortmunder „Tatort“ fest +++
Die ARD hält an dem Dortmunder „Tatort“, am Ostermontag (20.15 Uhr) im Programm, auch nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund fest. „Es bleibt bei dem Sendetermin am Ostermontag“, teilte der Fernsehspielchef des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Gebhard Henke, auf Anfrage mit. Zuvor hatten „Bild“ und „Meedia“ darüber berichtet. „Der „Tatort“ kann aufgrund seiner zeitaktuellen inhaltlichen Ausrichtung der Realität nicht ständig ausweichen.“

Auch ein Sprecher der Programmdirektion des Ersten in München sagte, der Film werde gezeigt. Der „Tatort“, in dem es um einen islamistisch motivierten Anschlag geht, hatte ursprünglich am 1. Januar ausgestrahlt werden sollen und war damals nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt auf Ostern verlegt worden.

+++ Verletzter BVB-Profi Marc Bartra verfolgt Spiel im TV +++
Der verletzte Dortmunder Fußballprofi Marc Bartra will das Champions-League-Spiel der Borussia am Abend gegen AS Monaco im Fernsehen verfolgen „und drückt seinen Teamkollegen die Daumen“, wie Mediendirektor Sascha Fligge mitteilte. Fligge besuchte den Spanier Bartra zusammen mit Sportdirektor Michael Zorc am Mittwoch im Krankenhaus. „Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Er hat sich sehr gefreut und war sichtlich gerührt, dass ihn so viele Teamkollegen und Verantwortliche seit gestern besucht haben“, hieß es.

+++ BVB-Torwarttrainer de Beer: „Profis ist es freigestellt zu spielen“ +++
Nach dem Anschlag auf ihren Mannschaftsbus dürfen die Fußballprofis von Borussia Dortmund frei entscheiden, ob sie das Champions-League-Spiel am Abend (18.45 Uhr/Sky) gegen AS Monaco bestreiten wollen. „Es ist so, dass wir darüber gesprochen haben. Die Jungs sind gefragt worden, wie sie sich fühlen. Und wenn einer sagen kann, er fühlt sich absolut nicht in der Lage zu spielen, dann ist es ihm auch freigestellt“, sagte BVB-Torwarttrainer Wolfgang de Beer der „Rheinischen Post“.

+++ Statement des BVB-Hauptsponsors Evonik +++
„Wir sind schockiert über die Ereignisse. Wir wünschen Marc Bartra und dem verletzten Polizeibeamten gute Besserung. Es gibt eine Welle der Solidarität über Vereine und Ländergrenzen hinweg. Evonik steht Schulter an Schulter mit allen Menschen, die damit ein gemeinsames, klares Zeichen gegen Hass und Gewalt setzen.“

+++ Eintracht-Vorstandsmitglied Hellmann vor BVB-Spiel: „Mulmiges Gefühl“ +++
Für Eintracht Frankfurt ist die Reise zum Fußball-Bundesligaspiel am Samstag beim Borussia Dortmund nach dem Angriff vom Dienstag auf den Mannschaftsbus des BVB nicht leicht. „Es ist ein Anschlag auf die Freizügigkeit im Fußball, nämlich frei zu Spielen anzureisen. Diese ist nun angegriffen worden“, sagte Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Deshalb hat man ein mulmiges Gefühl.“

Der Anschlag werde einen „Einfluss auf die Gesamtwahrnehmung“ der Partie beim BVB haben. „Aus der Sicht eines Verantwortlichen bin ich mir sicher, dass es ein besonderes Spiel sein wird“, sagte Hellmann. Neben den zu erwartende verstärkten Sicherheitsmaßnahmen in Dortmund werde die Eintracht selbst auch den Schutz der eigenen Mannschaft zusätzlich noch verstärken.

+++ Maas: „Feige Verbrecher“ dürfen Fußball nicht missbrauchen +++
Justizminister Heiko Maas hat nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund die Fans der Mannschaft gelobt. „Sie haben vorbildlich reagiert, zusammengehalten und damit eine klare Botschaft gesendet: Wir lassen es nicht zu, dass der Fußball von feigen Verbrechern missbraucht wird“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Die Spieler stünden am Abend gegen AS Monaco vor dem „vielleicht schwersten Spiel ihres Lebens“, umso größer sei sein Respekt. Dem verletzten Polizisten und dem ebenfalls verletzten Dortmund-Spieler Marc Bartra wünschte Maas schnellstmögliche Genesung.

+++ Jäger: Polizei tut „alles Menschenmögliche“ für Sicherheit +++

Ralf Jäger über den BVB-Anschlag

„Polizeiaufkommen wurde für heute deutlich erhöht“

Ralf Jäger über den BVB-Anschlag: „Polizeiaufkommen wurde für heute deutlich erhöht“

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NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) verspricht den Stadionbesuchern am Mittwochabend größtmögliche Sicherheit. „Wir haben die Polizeikräfte in Dortmund für heute Abend nochmal deutlich erhöht“, sagte Jäger. „Die Fans, die heute das BVB-Spiel sehen können, können sicher sein, dass die Polizei in Dortmund alles Menschenmögliche tut, damit dies ein sicheres Spiel ist.“ Wegen der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen sollten die Fans auf keinen Fall Taschen und Rucksäcke mit zum Stadion bringen und frühzeitig anreisen.
„Wir ermitteln in alle Richtungen“, ergänzte Jäger. Das aufgefundene Bekennerschreiben sei sehr merkwürdig. Daher könne es ein rechtsextremistischer Anschlag gewesen sein, ein linksextremistischer oder ein islamistischer.

+++ Emotionales Statement von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke +++

+++ Merkel: „Das ist eine widerwärtige Tat“ +++

Angela Merkel zum BvB-Anschlag

„Wir sind uns einig: Das ist eine widerwärtige Tat“

Angela Merkel zum BvB-Anschlag: „Wir sind uns einig: Das ist eine widerwärtige Tat“

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Anschlag als widerwärtige Tat verurteilt. In einem Telefonat mit BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke habe sie dem Trainerstab, der Mannschaft und den Fans alles Gute gewünscht, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Sie habe ein großes Lob an die Fans beider Mannschaften und an die Polizei ausgesprochen. Sie sei wie viele Millionen Menschen entsetzt. „Das ist eine widerwärtige Tat“, sagte Seibert. Man könne nur erleichtert sein, dass es nicht noch schlimmere Folgen gegeben habe. „Unsere Gedanken sind bei den beiden Verletzten.“

+++ de Maizière besucht Spiel am Abend +++
Innenminister Thomas de Maizière will am Abend das verschobene Champions-League-Spiel gegen AS Monaco besuchen. Dies sei auch ein Zeichen der Solidarität, sagt ein Sprecher des Ministers. Er vertritt damit die Bundesregierung.

Anschlag auf BVB-Bus: #Bedforawayfans lässt Fan-Rivalitäten vergessen

Anschlag auf BVB-Bus

#Bedforawayfans lässt Fan-Rivalitäten vergessen

Die Fans von Borussia Dortmund bewiesen nach dem Anschlag auf den BVB-Bus viel Größe und Hilfsbereitschaft. Mit einem starken Krisen-Management via Social Media reagierte der Verein. Fans organisierten Übernachtungen.

Das Bundesinnenministerium hat keine Informationen, die für eine besondere Terror-Bedrohungslage sprechen. Seinem Haus seien keine entsprechenden Hinweise bekannt, sagte der Sprecher von de Maizière am Mittwoch in Berlin. Er betonte, die Entscheidung dafür, das Spiel am Abend nachzuholen, sei von den Sicherheitsbehörden am Ort in Nordrhein-Westfalen getroffen worden. Dazu habe es einen Austausch zwischen Landes- und Bundesbehörden gegeben. Das Bundeskriminalamt (BKA) sei vom Generalbundesanwalt mit den Ermittlungen beauftragt worden. Beim BKA werde derzeit eine sogenannte „Besondere Aufbauorganisation“ zu den Vorgängen in Dortmund aufgebaut.
Der Sprecher hob hervor, das in der Nähe des Anschlagsortes gefundene Bekennerschreiben mit islamistischem Hintergrund weise Besonderheiten auf. Bei Anschlägen, die in der jüngsten Vergangenheit einer islamistischen Motivation zugeordnet worden seien, habe es eine solche Konstellation mit einem Bekennerschreiben nicht gegeben. Dies falle auf und weiche bei den Geschehnissen in Dortmund von früheren Fällen ab.

+++ BVB-Präsident Rauball: Bartra hat Operation „gut überstanden“ +++
Der beim Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund verletzte Marc Bartra ist auf dem Wege der Besserung. „Er hat die Operation gut überstanden“, sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball am Mittwoch. Der Dortmunder Abwehrspieler hatte sich am Dienstagabend einen Bruch der Speiche sowie Fremdkörper-Einsprengungen am rechten Handgelenk zugezogen. Der Spanier wurde unmittelbar nach dem Vorfall operiert. In der laufenden Saison dürfte der 26-Jährigen aber voraussichtlich nicht mehr zum Einsatz kommen.

+++ Ex-Dortmunder Frings: Spielansetzung für BVB am Mittwoch „Frechheit“ +++
Torsten Frings hat als früherer Profi von Borussia Dortmund scharf kritisiert, dass der BVB nach dem Anschlag bereits an diesem Mittwoch wieder antreten muss. „Eine absolute Frechheit, dass die heute wieder spielen müssen“, sagte der Trainer des Bundesliga-Konkurenten SV Darmstadt 98 am Mittwoch der „Bild“-Zeitung. „Ich hätte nicht gern gespielt“, sagte der Ex-Nationalspieler zudem nach Clubangaben.

+++ BVB-Sponsor Puma erschüttert über Anschlag auf Mannschaftsbus +++
BVB-Sponsor Puma hat sich erschüttert über den Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund gezeigt. Der Verein sei am Dienstagabend Opfer einer furchtbaren Attacke geworden, sagte Puma-Chef Björn Gulden am Mittwoch bei der Hauptversammlung des Sportartikelherstellers in Herzogenaurach. „Unsere Gedanken sind beim BVB“ und dessen Spielern. Zudem würdigte Gulden den bei dem Anschlag verletzten BVB-Profi Marc Bartra.

+++ Merkel in angeblichem Bekennerschreiben erwähnt +++
In dem nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund in Tatortnähe gefundenen angeblichen Bekennerschreiben wird Kanzlerin Angela Merkel (CDU) namentlich erwähnt. In dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Schreiben heißt es: „Aber anscheinend scherst du dich Merkel nicht um deinen kleinen dreckigen Untertanen. Deine Tornados fliegen immer noch über dem Boden des Kalifats, um Muslime zu Ermorden.“ Im Satz zuvor wird auf den Islamisten-Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember mit zwölf Toten verwiesen. Das eine Seite lange Schreiben ist nicht handschriftlich, sondern offenbar am Computer geschrieben.

Explosion am BVB-Bus: Die Fakten

19.15 Uhr

Am Dienstagabend gegen 19.15 Uhr detonieren drei Sprengsätze nahe dem Mannschaftsbus. Wie die Polizei später bekannt gibt, waren die Sprengsätze in einer Hecke versteckt. Die Ermittler sprechen von einem gezielten Anschlag auf die Mannschaft.

Große Wucht

Die verstärkten Scheiben des Busses gingen durch die Wucht der Detonationen teilweise zu Bruch, die Spieler versuchten, sich nach der Detonation auf den Boden des Fahrzeugs zu werfen, berichtete ein BVB-Sprecher.

20.30 Uhr

Um 20.30 Uhr gibt der Verein bekannt, dass das Spiel abgesagt ist. Es soll am Mittwoch um 18.45 Uhr nachgeholt werden.

Bekennerschreiben

In der Nähe des Tatorts wurde ein mögliches Bekennerschreiben gefunden. „In dem Schreiben wird Verantwortung für die Tat übernommen“, sagte Staatsanwältin Sandra Lücke am Dienstagabend in Dortmund.

Versuchte Tötung

Es werde wegen des „Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts“ ermittelt, sagte ein Sprecher der Behörden.

Bartra schwer verletzt

Der BVB-Verteidiger und spanische Nationalspieler Marc Bartra wurde schwer an der Hand verletzt. Er brach sich eine Speiche im rechten Handgelenk. Außerdem verletzten ihn Glassplitter. Noch am Dienstagabend wurde er in einem Krankenhaus operiert.

Verdächtiger Gegenstand

Ein weiterer verdächtiger Gegenstand, der in der Nähe des Tatorts gefunden wurde, war nach ersten Erkenntnissen kein scharfer Sprengsatz. Es sei zwar ein sprengsatzähnlicher Gegenstand gefunden worden, dieser habe aber nicht gezündet, sagte Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange.

Mehr Polizei

Die Polizei hat vor dem Nachholspiel zwischen Borussia Dortmund und AS Monaco verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für die Fußballer beider Mannschaften ergriffen. „Wir werden alles Menschenmögliche dafür tun, dass das Spiel morgen sicher ablaufen kann“, sagte Lange.

Keine Gefahr im Stadion

Im Stadion gab es nach Polizeiangaben keinerlei Gefahr. Die Fans verließen das Stadion nach der Absage friedlich, auch am Bahnhof kam es laut Polizei zu keinerlei Problemen.

Keine Pyrotechnik

Bei den Sprengsätzen handelte es sich nach Angaben der Ermittler nicht um Pyrotechnik.

Lob der Polizei

Die Dortmunder Polizei hat das Verhalten der Zehntausenden Fußballfans nach der kurzfristigen Absage des Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco gelobt. „Das ist gestern mit sehr viel Ruhe abgelaufen, und das hat uns natürlich als Polizei und sicherlich auch dem Verein sehr geholfen“, sagte Nina Vogt, Sprecherin der Dortmunder Polizei, am Mittwochmorgen im ZDF. „Ich glaube, da können wir alle sagen, dass wir auf die Reaktionen gestern nur stolz sein können“, betonte sie.

Die Echtheit des Schreibens wird nach wie vor von den Ermittlern geprüft. In Sicherheitskreisen wurde am Mittwoch betont, der Hintergrund der Tat stehe keinesfalls fest. Es könne sich auch um eine Fälschung handeln, um auf eine falsche Spur zu führen. Bei den Tätern könne es sich nach wie vor auch um gewaltbereite Fußballfans, Erpresser, andere Kriminelle oder Menschen mit rechtsextremem Hintergrund handeln.

+++ Zweites Schreiben ein „Nazifake“? +++
Das angebliche Antifa-Bekennerschreiben ist möglicherweise eine Fälschung. „Wir halten das Schreiben für einen Nazifake“, teilten die Betreiber des Internetportals Indymedia der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in Berlin mit. „Weder Inhalt noch Sprache deuten auf einen linken Hintergrund hin, deshalb haben wir es bereits sehr kurz nach der Veröffentlichung gelöscht.“ Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Echtheit des angeblichen Antifa-Bekenntnisses werden geprüft. Schon im September 2016 war auf dem Portal im Zusammenhang mit den in Dresden explodierten Sprengsätzen vor den Einheitsfeiern zum 3. Oktober ein gefälschtes Bekennerschreiben aus der rechten Szene veröffentlicht worden.

Kommentare (29)

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Herr Franz Giegl

12.04.2017, 11:36 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Frau Nelly Sachse

12.04.2017, 11:53 Uhr

Nach jedem Terroranschlag heißt es: nicht einknicken vor dem Terror, man soll sich in seiner freien Lebensart nicht beeinflussen lassen, weiterhin sein gewohntes Leben leben. Ein bisschen wenig an
Konsequenz. Soll heißen: beim nächsten Anschlag hoffen, nicht dabei zu sein. Mehr ist von unseren Politikern offenbar nicht zu erwarten.

Herr Günther Schemutat

12.04.2017, 12:10 Uhr

Bis jetzt meldet sich weder ein Verantwortlicher wie Jäger oder Kraft noch Merkel. die wieder ihren Sprecher ihre Empörung und Verurteilung aussprechen lässt.

Fieberhaft wird nach Worten gesucht vor Wahlen , die einen nicht Schaden. Das
wir immer mehr gefährdet sind ist Fakt und eines Tages wird es so sein , dass man sich Morgens mit den Worten verabschiedet:

Ich wünsche Die /Euch einen schönen Tag und hoffentlich sehen wir uns wieder.

Wenn jetzt die Fussballvereine angegriffen werden, weil Fußball der schönste Sport der Deutschen ist, dann müssen sich Politiker warm anziehen.

Das Eklatante Staatsversagen wird immer und immer deutlicher und bald wird es offen ausgesprochen werden von teilen den Medien.

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