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30.11.2014

19:35 Uhr

0:2 gegen Frankfurt

Dortmunds Absturz geht weiter

Vorne fehlt das Glück, hinten wird gepatzt: Borussia Dortmund hat gegen die Eintracht aus Frankfurt die nächste Pleite kassiert. Damit sind Schwarz-Gelben schon wieder Tabellenletzter.

Dortmund verliert auch in Frankfurt und ist nun Tabellenletzter. Reuters

Dortmund verliert auch in Frankfurt und ist nun Tabellenletzter.

FrankfurtDer Horror für Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga nimmt kein Ende. Der Vizemeister kassierte am Sonntag mit dem 0:2 (0:1) bei Eintracht Frankfurt bereits die achte Niederlage im 13. Saisonspiel und muss sich als Tabellenletzter jetzt wohl tatsächlich für den Abstiegskampf wappnen. Mit seinem achten Saisontor schoss Alexander Meier die Eintracht vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Arena schon in der 5. Minute auf Siegkurs und übernahm die Führung in der Torschützenliste. Ein peinliches Missverständnis der Weltmeister Matthias Ginter und Roman Weidenfeller machte dann den Weg zum 2:0 für Haris Seferovic frei (78.). Das Team von Trainer Thomas Schaaf verbesserte sich mit nun 18 Punkten auf Rang neun.

Vier Tage nach dem ernüchternden 0:2 beim FC Arsenal in der Champions League kam der BVB auch in Frankfurt zunächst nicht auf Touren. Coach Jürgen Klopp hatte seine Startelf auf drei Positionen verändert. Erik Durm, Shinji Kagawa und Sebastian Kehl ersetzten Marcel Schmelzer, Ciro Immobile und Ilkay Gündogan.

Doch in der bitterkalten WM-Arena setzte sich die Pannenserie der Dortmunder schon vier Minuten nach Anpfiff fort. Ein wohl eher als Befreiungsschlag gedachter Ball von Marco Russ landete bei Meier, der allein vor Gäste-Keeper Weidenfeller eiskalt vollendete. Es war das schnellste Saisontor der Hessen.

Die Borussia wirkte kurz geschockt, antwortete dann mit wütenden Gegenangriffen. Vor dem Tor allerdings ließen die Westfalen wie so oft die Durchschlagskraft vermissen. Henrich Mchitarjan scheiterte ebenso am glänzend reagierenden Eintracht-Schlussmann Felix Wiedwald (7.) wie etwas später Pierre-Emerick Aubameyang (24.). Im Nachschuss traf Kevin Großkreutz den Außenpfosten.

Klopp, der das Geschehen fast durchweg im Stehen an der Seitenlinie verfolgte, sah die Schludrigkeit seiner Schützlinge mit wachsender Besorgnis. Zu allem Überfluss meldete sich dann die nächste Stammkraft verletzt ab, Lukasz Piszcek musste mit Problemen am rechten Oberschenkel für Adrian Ramos Platz machen (38.).

Der 13. Spieltag

SC Freiburg - VfB Stuttgart 1:4

Der VfB Stuttgart und sein neuer/alter Trainer feiern ein perfektes Comeback in der Bundesliga. Das ehemalige Tabellenschlusslicht gewinnt beim SC Freiburg mit 4:1 (1:1) und bereitet seinem Coach eine triumphale Rückkehr auf die Trainerbank. Martin Harnik (31., 76.), Carlos Gruezo (52.) und Timo Werner (68.) schießen einen klaren Sieg heraus, mit dem so lange nicht zu rechnen ist. Aber die bis zur 60. Minute überlegenen Gastgeber, die durch Vladimir Darida zum Ausgleich kommen (42.), leisten sich böse Fehler. Vor allem Mitrovic erwischt einen rabenschwarzen Abend. Nicht nur, dass seine Ballverluste die Gegentore zwei und drei nach sich ziehen, wegen einer Notbremse fliegt der Serbe auch noch mit Rot vom Platz (70.).

FC Schalke 04 - Mainz 05 4:1

S04 gewinnt durch eine gute Chancenverwertung und einen starken Choupo-Moting. Die Tore erzielen Klaas-Jan Huntelaar (9./25./61.) per Hattrick und Tranquillo Barnetta (54.). Mainz hat zwar viele Spielanteile, kommt aber nicht oft gefährlich vor das Tor von Fährmann und lässt sich zu einfach auskontern. Den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer schießt Shinji Okazaki (44.).

Bayer Leverkusen - 1. FC Köln 5:1

Die Kölner erwischen einen perfekten Start in die Partie. Lehmann trifft in der vierten Minute per Strafstoß zum 1:0. Der Ausgleich in der 26. Minute durch Bellarabi erfolgt unter gütiger Mithilfe von Kölns Schlussmann Timo Horn, der einen Freistoß von Calhanoglu nicht festhalten kann. In der zweiten Halbzeit kommt Leverkusen sehenswert durch Calhanoglu per Freistoß zur Führung (61.). Ein Doppelpack von Drmic (79., 88.) und wieder Bellarabi (90+1.) entscheiden die Partie. Leverkusen gewinnt verdient aber etwas zu hoch mit 5:1.

FC Augsburg - Hamburger SV 3:1

Nach dem Schock zum Halbzeitpfiff durch Rafael van der Vaart (45.) kommen die Gastgeber mit mehr Schwung aus der Kabine. Nach dem frühen Ausgleich durch Halil Altintop (50.) dreht Raul Bobadilla in der 62. Minute das Spiel endgültig. Nach dem umstrittenen Elfmeter von Paul Verhaegh (70.) ist das Spiel praktisch entschieden. Durch die Leistungssteigerung der Gastgeber im zweiten Durchgang geht der Sieg in Ordnung.

Hertha BSC - FC Bayern München 0:1

In der ersten Hälfte dominieren die Münchner das Spiel. Ein Schuss nach dem andere segelt auf das Berliner Tor. In der 27. Minute ist es dann Robben, der einen sehenswerten Schuss links im Kasten versenkt. In Hälfte zwei zeigen die Berliner dann auch gute Szenen. Von Beginn an sind sie offensiver und trauen sich auch mal vor das Tor von Neuer. Eine richtig zwingende Chance ist aber nicht dabei, und so gewinnt der Rekordmeister knapp, aber verdient bei der Hertha.

SV Werder Bremen - SC Paderborn 4:0

Über die gesamten 90 Minuten ist Werder Bremen im Heimspiel gegen Paderborn das bessere Team. Die Bremer sind bissiger in den Zweikämpfen und zielstrebiger in ihren Offensivaktionen. Vor allem bei Standards wissen die Norddeutschen zu gefallen. Zlatko Junuzovic (10.), Davie Selke (48.), Fin Bartels (50.) und Levent Aycicek (80.) sind die Torschützen. Paderborn enttäuscht auf der ganzen Linie.

TSG Hoffenheim - Hannover 96 4:3

In einem Torfestival behält Hoffenheim die Oberhand. Schon in der ersten Halbzeit sind die Schwaben das bessere Team und gehen durch Schwegeler (19.) und Volland (37.) in Führung. Doch 96 gelingt noch vor der Pause der Anschlusstreffer durch Stindl (43.). In Hälfte zwei sind die Niedersachsen dann stärker und gleichen durch Joselu in der 52. Minute aus. Hoffenheim will aber gewinnen und geht durch Polanski (59.) und Süle (63.) wieder in Führung. Zum Schluss machen es die Hannoveraner nochmal spannend als Stindl in der 86. Minute das 4:3 macht. Zum Schluss geht aber 1899 als Sieger vom Platz und das verdient.

VfL Wolfsburg - Borussia Mönchengladbach 1:0

Der VfL Wolfsburg bleibt Bayern-Jäger. Mit 1:0 behalten die Wölfe gegen Borussia Mönchengladbach die Oberhand. Das Tor des Tages erzielt Knoche. Nach Flanke von Schäfer bringt der Verteidiger aus kurzer Distanz die Kugel zum 1:0-Siegtreffer im Tor unter (12.). Gladbach agiert über weite Strecken zu schwach, um wenigstens einen Punkt zu entführen

Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund 2:0

Eintracht Frankfurt setzt seinen Siegeszug fort. Die Hessen behalten mit 2:0 gegen Borussia Dortmund die Oberhand. Die 1:0-Führung gelingt Meier nach Pass von Russ (5.). Ein Missverständnis zwischen Ginter und Weidenfeller bestraft Seferovic mit dem 2:0-Endstand (78.).

In dieser Phase hatten die Dortmunder Glück, dass die Hausherren ihre Führung nicht ausbauten. Seferovic vergab kurz vor der Pause zweimal in guter Position (40./45.+1). Sekunden nach dem Seitenwechsel rettete Ginter in höchster Not gegen Marc Stenderas Schuss, drei Minuten später zielte Meier frei vor Weidenfeller zu hoch.

Allmählich aber gewannen die Gäste wieder die Hoheit über das Geschehen. Mit hohem Aufwand und viel Tempo drängte der BVB die Eintracht in die eigene Hälfte. Der überragende Wiedwald rettete die knappe Führung der Eintracht mit einer Glanztat gegen Ramos (52.). Zumeist jedoch fehlte dem Angriffsspiel der Dortmunder die zündende Idee, die letzte Zuspitzung. So hatte das Klopp-Team ein weiteres Mal Glück, als Meiers Kopfball aus sechs Metern neben dem Pfosten und nicht zum 2:0 im Tor landete (66.).

Symptomatisch für die Dortmunder Krise dann die 78. Minute: Einen weiten Pass von Meier wollte Ginter locker zu Weidenfeller köpfen. Doch der herausgeeilte Keeper war überrascht, Seferovic schob dankend ins leere Tor.

Von

dpa

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