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12.02.2014

21:44 Uhr

1:0 in Verlängerung

„Pokalschreck“ Kaiserslautern blamiert Bayer

Mit Mut, Leidenschaft und kluger Strategie schafft Zweitligist Kaiserslautern die Überraschung gegen Leverkusen. Mit dem Einzug ins Pokal-Halbfinale erwartet die „roten Teufel“ ein warmer Geldregen.

Kaiserslauterns Ruben Jenssen nach dem Siegtreffer in der Verlängerung: Die Vorlage kam von Elfmeter-Pechvogel Idrissou (l.). dpa

Kaiserslauterns Ruben Jenssen nach dem Siegtreffer in der Verlängerung: Die Vorlage kam von Elfmeter-Pechvogel Idrissou (l.).

Leverkusen„Pokalschreck“ 1. FC Kaiserslautern hat Bayer Leverkusen entzaubert. Mit dem 1:0 (0:0)-Auswärtssieg nach Verlängerung zog der einzige Fußball-Zweitligist durch den späten Treffer von Ruben Jenssen in der 114. Minute erstmals seit 2003 wieder in die Vorschlussrunde ein. Mitte April will der Pokalsieger von 1990 und 1996 seinen Traum wahr machen und das Endspielticket für den 17. Mai im Berliner Olympiastadion lösen. „Es ist unglaublich, ein fantastisches Gefühl. Ich habe nur gedacht: Bleib ruhig“, beschrieb Jenssen die Situation vor seinem Siegtreffer.

„Insgesamt war der Sieg verdient. Jetzt freuen wir uns erstmal“, sagte der FCK-Vorstandsvorsitzende Stefan Kuntz. „Hut ab vor allen, die da heute auf dem Rasen waren.“ Im fünften Cup-Duell zwischen dem Bundesliga-Zweiten Bayer und den Lauterern fielen während der regulären Spielzeit vor 25 244 Zuschauern in der BayArena keine Tore.

In der Verlängerung avancierte der eingewechselte Mohamadou Idrissou zunächst zum Pechvogel, als er einen umstrittenen Foulelfmeter neben das Tor von Bayer-Schlussmann Bernd Leno setzte (98.). Seinen Lapsus machte der Lautern-Stürmer aber wieder wett, als er Jenssen vor dessen Siegtreffer perfekt mit einem feinen Querpass bediente. In der zweiten Runde hatten die Pfälzer in Hertha BSC bereits einen Erstligisten ausgeschaltet.

Bayer-Trainer Sami Hyypiä rotierte angesichts der Dreifach-Belastung seiner Profis kräftig und beorderte im Vergleich mit dem 1:0-Erfolg in Mönchengladbach vier Neue in die Startformation - der Leistung tat dies nicht gut. Bayer enttäuschte seine Fans mit einer schwachen Vorstellung. „Das ist bitter, aber wir müssen uns an die eigene Nase packen. Kaiserslautern hat zurecht gewonnen. Wenn wir so auftreten, haben wir es auch nicht verdient“, sagte Simon Rolfes.

Als Linksverteidiger gab der neu verpflichtete Mexikaner José Andres Guardado sein Debüt für Bayer, das am Samstag in der Liga Schalke 04 und drei Tage danach Paris St. Germain im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League empfängt.

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FCK-Coach Kosta Runjaic bot am Mittwoch, vier Tage nach dem 2:1 im Zweitliga-Spitzenspiel der drittplatzierten Pfälzer gegen Fürth, ebenfalls vier neue Spieler auf, darunter als Sturmspitze Olivier Occean für Idrissou, der erst in der 70. Minute auf das Feld kam.

Lautern, für das Vordringen unter die Top 8 mit einer Einnahme von rund einer Million Euro belohnt, gestaltete die Partie lange offen. Erste größere Gefahr für das von Tobias Sippel gehütete Gäste-Gehäuse beschwor ein Kopfball von Eren Derdiyok herauf (14.). Doch Sippel klärte zur Ecke und hatte in der 28. Minute Glück, als ein Schuss des Südkoreaners Heung-Min Son von Florian Dick in letzter Sekunde geklärt werden konnte.

Hyypiä musste in der 34. Minute den verletzten Derdiyok gegen Stefan Kießling auswechseln. Aber auch mit dem Torjäger wurden die Aktionen des Pokalsiegers von 1993 und Königsklassen-Achtelfinalisten zunächst nicht zwingender. Von einem Klassenunterschied war bis zur Pause nichts zu sehen. Stattdessen setzten die Pfälzer die Hyypiä-Elf auch nach dem Wechsel mit mutigem Spiel nach vorn unter Druck.

Alexander Ring scheiterte an Bayer-Keeper Bernd Leno (63.). Bayer-Chancen blieben fast aus. Die Gäste aus Kaiserslautern verdienten sich die Verlängerung durch eine kompakte und disziplinierte Vorstellung. Auch nach dem verschossenen Elfmeter von Idrissou gaben die Pfälzer nicht auf und zogen dank des späten Treffers von Jenssen hochverdient in das Halbfinale ein.

Von

dpa

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