Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.05.2015

22:29 Uhr

1:1 gegen Freiburg

Kacar rettet dem HSV einen Punkt

Der HSV steckt weiter im Abstiegsstrudel: Kacar rettete den Hanseaten mit seinem Last-Minute-Treffer einen Punkt gegen den direkten Konkurrenten aus Freiburg. Der SC bringt sich mal wieder um den verdienten Lohn.

Hamburgs Gojko Kacar (r) und Freiburgs Admir Mehmedi (M) springen zum Kopfball hoch. Der Hamburger Raafael van der Vaart (l) schaut zu. dpa

Duell in der Luft

Hamburgs Gojko Kacar (r) und Freiburgs Admir Mehmedi (M) springen zum Kopfball hoch. Der Hamburger Raafael van der Vaart (l) schaut zu.

HamburgEin völlig verängstigter Hamburger SV hat im Abstiegs-Thriller gegen den SC Freiburg gerade noch einen Punkt gerettet. Statt des erhofften Befreiungsschlages im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga reichte es für die Hanseaten am Freitag gegen den direkten Konkurrenten dank des späten Ausgleichs von Gojko Kacar in der 90. Minute noch zu einem 1:1 (0:1). Admir Mehmedi hatte die Gäste in der 25. Minute vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger Arena verdient in Führung gebracht. Der lange ausgemusterte Kacar hatte schon in der Vorwoche den Siegtreffer in Mainz erzielt und erlöste den HSV nach einem insgesamt mutlosen und wenig inspirierten Auftritt auch diesmal.

Mit 32 Punkten rangiert der HSV weiter knapp vor den Breisgauern (31) auf dem 14. Platz, muss aber weiter um den Klassenverbleib bangen. Schon am nächsten Spieltag, wenn es in der vorletzten Runde zum Schlusslicht VfB Stuttgart geht, ist das Team von Trainer Bruno Labbadia wieder gegen einen Kontrahenten aus dem Keller gefordert. Die Breisgauer gehen auch mit hohem Druck in das anstehende Duell gegen Meister FC Bayern München.

Freiburg war die Mannschaft, die als erste den Mut zur Offensive aufbrachte. Mehmedis Schuss (8.) wurde am Ende eines schwungvollen Angriffs über die starke rechte Seite abgeblockt. Auch zehn Minuten später ging die Aktion über die defensivschwache linke Flanke des HSV aus. Abgefälscht gelangte der Ball zu Felix Klaus, der jedoch aus kurzer Distanz am überragend reagierenden René Adler scheiterte.

KTG 32. Spieltag

Hamburger SV – SC Freiburg 1:1 (0:1)

Nur zu einem 1:1 reicht es für den Hamburger SV im Keller-Gipfel gegen den SC Freiburg. Die Führung für den SC gelingt Mehmedi (25.). Kacar köpft im zweiten Versuch den Ausgleich zum 1:1 in letzter Sekunde (90.).

FC Bayern – FC Augsburg 0:1 (0:0)

In den ersten 45 Minuten sind die Bayern das bessere Team. In der 13. Minute foult Reina Bobadilla im Strafraum und verursacht so einen Elfmeter. Kapitän Verhaegh trifft nur den rechten Pfosten. In den zweiten 45 Minuten geht den Bayern dann die Puste aus. Augsburg wird mutiger und kontert weiter gefährlich. In der 71. Minute trifft Bobadilla sehenswert per Hacke und sorgt so für das Tor des Tages.

Borussia Dortmund - Hertha BSC 2:0 (1:0)

Im ersten Durchgang startet der BVB gut und führt nach Subotics Treffer in Minute neun früh mit 1:0. Danach schaltet man zwei Gänge zurück, doch auch das verleitet die komplett harmlosen Berliner nicht dazu, mehr für die Offensive zu tun. Nur 76 Sekunden sind dann im zweiten Durchgang gespielt, bis Durm die Führung auf 2:0 in die Höhe schraubt. Danach muss der BVB gegen erschreckend passive Gäste nicht allzu viel tun, um die Führung sicher über die Zeit zu bringen.

Bor. Mönchengladbach - Bayer Leverkusen 3:0 (0:0)

Borussia Mönchengladbach besteht den Härtetest gegen Bayer Leverkusen. Mit 3:0 bezwingen die Fohlen die Werkself und machen einen großen Schritt Richtung direkter Qualifikation für die Königsklasse. Nach Vorarbeit von Herrmann gelingt Kruse das 1:0 (50.). Herrmann legt das 2:0 nach (81.). Mit einem Schuss ins linke Eck sorgt Traore für den 3:0-Endstand (88.).

Hannover 96 - Werder Bremen 1:1 (1:0)

Werder ist in der ersten Halbzeit das schwächere Team und kann froh sein, nur mit einem 0:1-Rückstand durch das Tor von Stindl in der 21. Minute in die Kabine zu gehen. Hannover hat einige gute Chancen, die das Team von Michael Frontzeck nicht nutzen kann. In Halbzeit zwei kommen die Hanseaten besser ins Spiel, ohne sich jedoch Torchancen zu erspielen. Es dauert bis zu 78. Minute, ehe Junuzovic mit seinem Freistoßtreffer das 1:1 herstellt.

Eintracht Frankfurt - 1899 Hoffenheim 3:1 (3:0)

Dank einer sehr effektiven erste Halbzeit der Hessen mit Toren von Oczipka (18.), Seferovic (27.) und Chandler (34.) stellt die Eintracht schon früh die Weichen auf Sieg. In der zweiten Halbzeit kann Hoffenheim durch Volland früh den Anschluss erzielen (51.), aber in der Folge nicht mehr genügend Druck entwickeln, um den Erfolg der Gastgeber noch zu gefährden. Am Ende ein verdienter Sieg der SGE.

VfB Stuttgart - FSV Mainz 05 2:0 (0:0)

Der VfB Stuttgart lebt noch. Mit 2:0 behalten die Schwaben gegen den FSV Mainz 05 die Oberhand. Die Führung gelingt Didavi mit einem Schuss aus 35 Metern (66.). Für die Entscheidung sorgt Kostic zum 2:0 (78.).

SC Paderborn - VfL Wolfsburg 0:2 (1:3)

Die Wölfe legen schon vor der Pause den Grundstein für den Erfolg, nach verhaltenem Beginn bringen Klose (16.) und Dost (25.) die Niedersachsen gegen harmlose Paderborner auf die Siegerstraße. Nach dem Seitenwechsel können die Wölfe das Geschehen auch mit scheinbar angezogener Handbremse kontrollieren, Dost macht mit dem 3:0 in der 82. Minute endgültig den Deckel drauf. In der letzten Minute gelingt Rupp immerhin noch der Ehrentreffer, der außer einem moralischen Wert aber nichts mit sich bringt.

1. FC Köln - FC Schalke 04 2:0 (1:0)

In der ersten Halbzeit bekämpfen sich beide Mannschaften mit hoher Intensität aber wenigen Chancen. Die einzige große Möglichkeit nutzt Risse nach 34 Minuten gleich zur Führung für die Gastgeber. Nach dem Seitenwechsel wird ein eher moderates Tempo angeschlagen, auch die Zahl der Chancen nimmt nicht sonderlich zu. Svento hat nach einer Stunde die große Chance auf das 2:0, lässt diese alleine vor Fährmann aber liegen. Von Schalke kommt hingegen bis zum Ende viel zu wenig, ehe der FC in der 89. Minute durch Gerhardt das entscheidende 2:0 erzielt.

So gefährlich wurde der HSV in der ersten Halbzeit nur einmal. Nach einer Flanke von Matthias Ostrzolek kam Zoltan Stieber (24.) frei zum Schuss. Roman Bürki im Freiburger Tor reagierte aber wie zuvor Adler glänzend, zumal der Ball noch kurz vor ihm abgefälscht worden war.

Ironie des Spiels: Im Gegenzug der besten HSV-Möglichkeit ging Freiburg in Führung. Bürkis Abstoß wurde per Kopf verlängert, Mehmedi düpierte Johan Djourou und schoss an Adler vorbei zu seinem dritten Saisontreffer ins Tor. Das war die Belohnung für mehr Mut, mehr Homogenität und mehr Frische - Attribute, die im Nerven aufreibenden Abstiegskampf ungewöhnlich aber vielleicht entscheidend sind.

Labbadia war der Frust anzusehen. Wütend sprang er an der Seitenlinie hin und her, gestikulierte und versuchte taktische Anweisungen zu instruieren - der HSV spielte aber weiter recht einfallslos mit hohen Bällen Richtung Freiburger Strafraum.

Wie es gefährlicher geht, zeigten auch in der zweiten Halbzeit erstmal die Gäste. Gleich zweimal prüfte Mehmedi (49.) Adler, der den HSV mit seinen Paraden immerhin im Spiel hielt. Auch bei Klaus' Schuss aus zwölf Metern war der Ex-Nationaltorwart gut postiert.

Beim HSV kam Marcell Jansen für Lewis Holtby. Die Offensivaktionen wurden etwas verstärkt. Aber zwingend kamen die Hamburger immer noch nicht daher. Die besseren Chancen hatten weiter die Gäste. Immerhin Djourou machte viele Fehler wieder gut, als er in höchster Not gegen den gerade eingewechselten Nils Petersen (80.) klärte. Der Ausgleich fiel bei einem Freistoß von Rafael van der Vaart (85.) nicht, doch dann köpfte Kacar aus kurzer Distanz doch noch ein.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×