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18.05.2014

20:52 Uhr

1:1 gegen Greuther Fürth

Der HSV zittert sich zum Klassenerhalt

Zitterpartie in der Trolli-Arena: Denkbar knapp hat der HSV die Erstklassigkeit bewahrt. Greuther Fürth war größtenteils die bessere Mannschaft. Doch auf einen Spieler kann sich der HSV immer verlassen.

Der letztendlich entscheidende Treffer: Pierre-Michel Lasogga (M.) köpfte zur 1:0-Führung ein. ap

Der letztendlich entscheidende Treffer: Pierre-Michel Lasogga (M.) köpfte zur 1:0-Führung ein.

FürthSie lagen sich in den Armen, tanzten und feierten, als hätten sie eben gerade einen großen Titel gewonnen. Dabei hatten die Spieler und Verantwortlichen des Hamburger SV am Sonntag nur gerade eben den erstmaligen Absturz in die Fußball-Zweitklassigkeit verhindert. Nach dem dramatischen 1:1 (1:0) im Relegations-Rückspiel beim Zweitliga-Dritten SpVgg Greuther Fürth und dem torlosen Remis im Hinspiel bleiben die Hanseaten auch im 52. Bundesliga-Jahr erstklassig.

Der monatelange Existenzkampf in der schlechtesten Saison der Vereinsgeschichte hatte jedoch seine Spuren hinterlassen. „Wir haben das Glück aufgebraucht. Davon können wir in der nächsten Saison nichts mehr benutzen“, meinte HSV-Trainer Mirko Slomka, nachdem der erste Rausch vorbeigezogen war. Er spüre „ganz, ganz viel“ Demut. „Das war meine härteste Zeit als Trainer“, sagte er beim TV-Sender sky über die vergangenen Wochen. „Die letzten Minuten waren Stress pur“, meinte Vorstandschef Carl-Edgar Jarchow.

Abwehrchef Heiko Westermann fühlte nur noch Leere. „Ich bin ganz weit weg, auf einem anderen Planeten. Wir haben riesiges Glück gehabt“, sagte er in der ARD und dankte den Fans. 2000 von ihnen - darunter Bürgermeister Olaf Scholz – waren nach Fürth mitgereist, 20 000 Anhänger fieberten in der heimischen Arena 600 Kilometer entfernt mit, dass die Bundesliga-Uhr im Stadion weiterlaufen kann. „Die Fans haben das verdient, dass wir drinbleiben“, meinte Westermann.

Viel Freude bereiteten ihre Lieblinge den HSV-Anhängern auch am Sonntag nicht. Nach der Nullnummer in der ersten Partie drei Tage zuvor blieb der HSV nur aufgrund des Auswärtstores in der Beletage. Damit sind die Hamburger weiterhin der einzige Club, der seit der Einführung der Bundesliga 1963 ununterbrochen erstklassig ist.

Die Hertha-Leihgabe Pierre-Michel Lasogga sicherte sich mit seinem Treffer in der 14. Minute einen Eintrag im HSV-Geschichtsbuch. Doch sorgte er nach dem Schlusspfiff mit seinem provozierenden Jubel vor der Fürther Bank für einigen Aufruhr. Er sei 90 Minuten lang von Spielern auf der Ersatzbank beleidigt worden, sagte Lasogga in der ARD: „Ich bin jetzt noch voller Adrenalin“. Außer Lasogga wurde auch Torwart und René-Adler-Ersatz Jaroslav Drobny mit zahlreichen Paraden in der spannenden Schlussphase zum Helden. „Er ist ein richtig toller Typ. Er war sensationell gut“, lobte Slomka.

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