Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.04.2015

22:26 Uhr

1:1 gegen Hertha

Hannover verpasst den Befreiungsschlag

Lange sah es in Hannover nach einem trostlosen Unentschieden aus. Eine Viertelstunde vor Schluss stocherte Schulz den Ball dann doch noch rein und brachte 96 so in Führung. Doch Hertha hatte die passende Antwort parat.

Hannovers Salif Sane (l) köpft den Ball, kann seine Chance aber nicht nutzen. dpa

Remis gegen Berlin

Hannovers Salif Sane (l) köpft den Ball, kann seine Chance aber nicht nutzen.

HannoverFür Hannover 96 und Trainer Tayfun Korkut spitzt sich die Situation im Abstiegskampf immer mehr zu. Trotz einer Jobgarantie für den 41-Jährigen gelang auch beim 1:1 (0:0) im Heimspiel gegen Hertha BSC nicht der so sehr ersehnte Befreiungsschlag und der erste Rückrundensieg in der Fußball-Bundesliga. Christian Schulz brachte die Gastgeber zwar in der zweiten Hälfte in Führung (75.). Doch Valentin Stocker glich für die Berliner vor 46.000 Zuschauern noch aus (83.).

Das zwölfte sieglose Spiel in Serie vergrößerte am Freitagabend die Sorgen der Niedersachsen, auch wenn sich das 96-Team mit 29 Punkten zumindest für eine Nacht auf Rang 14 verbesserte. Hertha blieb unter Trainer Pal Dardai hingegen zum sechsten Mal ungeschlagen und vergrößerte zum Auftakt des 28. Spieltags das Polster zur Abstiegszone.

96-Präsident Martin Kind stemmte sich via „Bild“ schon vor der Partie gegen die Trainerdiskussion um den erfolglosen Korkut. „Ich bin von diesem Mann überzeugt“, betonte Kind auch nochmals bei Sky und versuchte, den Druck von der Heimelf zu nehmen. Der Präsident selbst hat sich den Unmut einiger 96-Fans zugezogen und musste sich bereits vor dem Anpfiff die ersten, inzwischen obligatorischen „Kind muss weg“-Rufe gefallen lassen.

Der 28. Spieltag im Überblick

Hannover 96 - Hertha BSC 1:1 (0:0)

Nach Christian Schulz' Führungstreffer in der 75. Minute ist der erste Sieg seit vier Monaten ganz nah. Die in der in der zweiten Hälfte passiven Berliner raffen sich nach dem Rückstand aber nochmal auf und erzwingen das 1:1 durch Stocker (83.). Hannover hat zwar bis auf eine Phase Mitte des ersten Durchgangs mehr vom Spiel, kommt aber nur zu wenig guten Chancen. Die beste Gelegenheit ist Stindls Pfostenschuss in der 50. Minute. Insgesamt geht das Unentschieden in Ordnung.

Bayern München - Eintracht Frankfurt 3:0 (1:0)

Vorneweg marschierte Doppel-Torschütze Robert Lewandowski in die Fankurve und genoss mit seinen Teamkollegen den Jubel der Fans. Trotz einer langen Ausfallliste hat der FC Bayern vor dem Champions-League-Viertelfinale seine Pflicht in der Fußball-Bundesliga mit bemerkenswerter Souveränität erfüllt. Der herausragende Lewandowski (15./66. Minute) mit seinen Saisontoren 15 und 16 sowie Thomas Müller (82.) sorgten für einen hochverdienten Heimerfolg gegen Eintracht Frankfurt. Mit dem 22. Saisonsieg gegen harmlose Hessen machte der Titelverteidiger am 28. Spieltag einen weiteren Schritt zur 25. deutschen Meisterschaft.

Schalke 04 - SC Freiburg 0:0

Der FC Schalke 04 muss nach einer Nullnummer gegen den SC Freiburg wohl endgültig ohne die Champions League für die neue Saison planen. Die Königsblauen steuern nach dem vierten sieglosen Spiel in Serie in der Fußball-Bundesliga nur auf einen Europa-League-Platz zu. Die vom Abstieg bedrohten und sehr engagierten Breisgauer konnten den Punktgewinn am Samstag insgesamt als Erfolg verbuchen. Julian Schuster vergab vor 61.471 Zuschauern sogar die Chance auf den dritten Sieg nacheinander, als er einen Foulelfmeter über das Tor schoss (58.).

Bor. Mönchengladbach - Borussia Dortmund 3:1 (2:0)

Die bessere Borussia kommt in dieser Saison aus Mönchengladbach - und darf im Gegensatz zu der aus Dortmund weiter auf den Einzug in die Champions League hoffen. Mit dem 3:1 (2:0) im Traditionsderby verteidigte das Team von Trainer Lucien Favre den dritten Tabellenrang und baute seine Erfolgsserie in der Fußball-Bundesliga auf acht Spiele ohne Niederlage aus. Drei Tage nach dem bitteren Pokal-Aus beim Drittligisten Arminia Bielefeld schossen Oscar Wendt (1. Minute), Raffael (32.) und Håvard Nordtveit (67.) den verdienten Erfolg für den Gastgeber heraus. Ilkay Gündogan (77.) gelang nur noch das Ehrentor für den Pokal-Halbfinalisten, der Zehnter bleibt.

Mainz 05 - Bayer Leverkusen 2:3 (0:1)

Bayer Leverkusen setzte seinen Siegeszug in der Fußball-Bundesliga fort. Beim zuletzt viermal unbesiegten FSV Mainz 05 setzte sich die Werkself verdient mit 3:2 (1:0) durch. Bayer feierte den sechsten Sieg in Serie, musste aber erstmals wieder einen Gegentreffer hinnehmen. Heung-Min Son (15. Minute), Stefan Kießling (60.) mit seinem 133. Bundesligatreffer und Hakan Calhanoglu (73.) schossen den Sieg des Tabellenvierten heraus. Vor 31.578 Zuschauern waren die 05er im 300. Bundesligaspiel der Clubhistorie bemüht, die Partie offen zu gestalten. Zwei Elfmetertore durch Ja-Cheol Koo (78./90.+1) schönten das Ergebnis für die Mainzer. Mit 31 Punkten müssen die 05er weiter um den Klassenerhalt bangen.

SC Paderborn - FC Augsburg 2:1 (0:0)

Bundesliga-Neuling SC Paderborn hat einen wichtigen Sieg im Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga gelandet und den internationalen Bestrebungen des FC Augsburg einen Dämpfer versetzt. Die Mannschaft von André Breitenreiter beendete eine Durststrecke von sechs Spielen ohne Sieg und feierte mit einem 2:1 (0:0) gegen den FCA den ersten Heimerfolg 2015. Elias Kachunga beendete mit dem Führungstor (48.) die Paderborner Torflaute von zuvor 599 Minuten. Den Ausgleich der Gäste durch Pierre-Emile Hojberg (52.) konterte Srdjan Lakic (60.), der wie Kachunga per Kopf traf.

Hamburger SV - VfL Wolfsburg 0:2 (0:1)

Der Hamburger SV kommt dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga immer näher. Die Hanseaten verloren am Samstagabend gegen den VfL Wolfsburg mit 0:2 (0:1) und rutschten nach der vierten Niederlage nacheinander auf den 17. Tabellenplatz ab. Der HSV blieb zudem im fünften Spiel in Serie ohne Treffer. Verteidiger Johan Djourou musste in der 88. Minute auch noch mit Gelb-Rot vom Platz. Die Wolfsburger festigten indes den zweiten Tabellenplatz hinter dem souveränen Spitzenreiter Bayern München und streben der Champions League entgegen. Joshua Guilavogui (10. Minute) und Daniel Caligiuri (73.) sorgten für die Treffer zum verdienten Erfolg.

1. FC Köln - 1899 Hoffenheim 3:2 (1:0)

Der 1. FC Köln siegt sich langsam zum Klassenverbleib, 1899 Hoffenheim muss mehr denn je um die Europa-League-Teilnahme bangen. Vor den Augen von Lukas Podolski feierte der Aufsteiger am Sonntag ein 3:2 (1:0) gegen 1899 Hoffenheim und kletterte mit 33 Punkten auf den elften Platz in der Fußball-Bundesliga. Einen Tag nach dem 49. Geburtstag von Trainer Peter Stöger erzielten Matthias Lehmann (20. Minute/Foulelfmeter), Anthony Ujah (54.) und Jung-Nationalspieler Jonas Hector (78.) die Treffer für die stark aufspielenden Kölner. Eugen Polanski (70./Foulelfmeter) und Anthony Modeste (88.) konnten für Hoffenheim jeweils nur auf 2:1 und 3:2 verkürzen. Vor dem Polanski-Treffer sah der Kölner Pawel Olkowski wegen einer Notbremse die Rote Karte. In Unterzahl gelang den Kölnern dank eines sehenswerten Alleingangs von Hector und großer Kampfkraft in der Schlussphase noch der hochverdiente Sieg gegen Hoffenheim.

VfB Stuttgart - Werder Bremen 3:2 (1:0)

Der VfB Stuttgart hat sich im Kampf um den Klassenverbleib mit einer couragierten und beherzten Leistung zurückgemeldet. Die Schwaben bezwangen Werder Bremen mit 3:2 (1:0) und rückten damit erstmals seit acht Wochen auf den vorletzten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga vor. Kapitän Christian Gentner mit einem kernigen Volleyschuss (16. Minute) und Mittelstürmer Daniel Ginczek mit einem Doppelpack (70. und 90.+1) nutzten drei der zahlreichen guten VfB-Chancen. Werder-Joker Davie Selkie (50.) und Jannik Vestergaard (86.) glückte der zwischenzeitliche Ausgleich. Großer Pechvogel der Schwaben war Martin Harnik. Der Österreicher vergab zunächst zwei klare Torchancen und sah in der 84. Minute auch noch die Gelb-Rote-Karte nach wiederholtem Foulspiel.

Die Gastgeber starteten vor 46.000 Zuschauern elanvoll und kontrollierten die Anfangsphase, in der Offensive gelang ihnen aber wenig. Salif Sané mit dem Kopf (32.) und Jimmy Briand (34.) vergaben in der ersten Hälfte noch Hannovers beste Möglichkeiten. Korkut hatte eine vorsichtige 4-1-4-1-Aufstellung mit gleich drei Innenverteidigern in der Viererabwehrkette gewählt. Torjäger Joselu saß etwas überraschend zunächst nur auf der Bank, obwohl er seine Grippe auskuriert hat.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×