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14.12.2014

19:33 Uhr

1:1 gegen Paderborn

Wölfe verzweifeln an Kruse und Gräfe

Wolfsburg kommt gegen den SC Paderborn nicht über ein Remis hinaus. Dabei war der VfL dem Aufsteiger 90 Minuten lang überlegen. Die Wölfe scheitern am gegnerischen Keeper und hadern mit Schiedsrichter Manuel Gräfe.

Die Wolfsburger Maximilian Arnold (l), Naldo und Paderborns Stefan Kutschke (M) kämpfen um den Ball. Der Aufsteiger rang dem VfL ein Unentschieden ab. dpa

Die Wolfsburger Maximilian Arnold (l), Naldo und Paderborns Stefan Kutschke (M) kämpfen um den Ball. Der Aufsteiger rang dem VfL ein Unentschieden ab.

WolfsburgBayern-Verfolger VfL Wolfsburg hat im Kampf um die Champions-League-Ränge wichtige Punkte leichtfertig liegen gelassen und wegen seiner unglaublichen Abschlussschwäche den eigenen Hinrunden-Rekord noch nicht übertroffen. Am Sonntagabend kam der Tabellenzweite zum Abschluss des 15. Bundesliga-Spieltages gegen den schwachen Aufsteiger SC Paderborn trotz drückender Überlegenheit nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus. Mit nun 30 Punkten stellten die Niedersachsen ihre Hinserien-Bestmarke aus dem Vorjahr zwar ein, allerdings vergrößerte sich der Abstand auf den souveränen Herbstmeister Bayern München auf neun Zähler.

Mit dem ersten Torschuss im Spiel nahmen die Ostwestfalen einen Punkt mit. Alban Meha (51.) verwandelte den ersten Foulelfmeter in der noch jungen Paderborner Bundesliga-Geschichte. Überhebliche Abschlussversuche, Nachlässigkeiten, ein überragender SC-Schlussmann Lukas Kruse und einige fragwürdige Entscheidungen von Schiedsrichter Manuel Gräfe verhinderten, dass der VfL vorzeitig die eigene Hinrundenbestmarke übertraf. Trotz fast 90-minütiger Dauerbelagerung des SC-Strafraums reichte es für den VfL nur zu einem Eigentor von Paderborns Rafa (17.). Unter anderem ein aufreizend lässig vergebener Elfmeter von Ivan Perisic (30.) verhinderte den Sieg Wolfsburgs.

Zwei Spieltage vor Ende der ersten Saisonhälfte fehlt dem VfL noch ein Zähler, um als Tabellenzweiter hinter seinem ersten Rückrunden-Gegner Bayern München (39) in das Jahr 2015 zu gehen. Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und der FC Augsburg (je 24) haben bereits sechs Zähler Rückstand. Schon am Mittwoch hat der VfL beim kriselnden Bayern-Altrivalen Borussia Dortmund die Gelegenheit, seine Rolle als Nummer zwei zu unterstreichen.

Der 15. Spieltag

TSG Hoffenheim - Eintracht Frankfurt 3:2

Frankfurt beginnt gut, Hoffenheim kommt erst nach und nach besser ins Spiel und geht kurz vor der Pause durch Volland in Führung (43.). Nach dem Seitenwechsel drängen die Gäste auf den Ausgleich und werden belohnt. Aigner trifft zum 1:1 (58.). Kurz darauf bringt Szalai die Hausherren wieder in Front (66.). Nach dem erneuten Frankfurter Ausgleich durch Seferovic (77.) markiert der überragende Firmino kurz vor dem Schlusspfiff den Siegtreffer für die Kraichgauer (87.).

FC Augsburg - FC Bayern 0:4

Eine Stunde lang liefert Augsburg dem Rekordmeister einen heißen Kampf – und geht dann unter. Innerhalb von nur 12 Minuten machen Benatia (58.), Robben (59. und 71.) und Lewandowski (68.) alles klar. Durch den Sieg steht der Rekordmeister bereits als Herbstmeister fest.

Werder Bremen - Hannover 96 3:3

In einer unterhaltsamen Bundesliga-Partie trennen sich Werder und Hannover 3:3. In den ersten 30 Minuten dominiert Hannover das Spiel und geht verdient durch Stindl in Führung (12.). In der 36. Minute erzielt Zlatko Junuzovic den schmeichelhaften Ausgleich. In den zweiten 45 Minuten kommen die Bremer besser aus der Halbzeit uns gehen durch Melvyn Lorenzen sehenswert mit 2:1 in Führung (55.). Joselu und Hiroshi Kiyotake drehen das Spiel erneut (62.,64.). Kurz vor Schluss erzielt Davie Selke den verdienten Ausgleich (88.).

FC Schalke 04 - 1. FC Köln 1:2

Köln gewinnt durch die Tore von Anthony Ujah (46.) und Matthias Lehmann (67., Foulelfmeter) – und belohnt sich für eine starke Defensivleistung. Schalke hingegen rennt 90 Minuten lang an, ohne wirklich gefährlich zu werden. Auch der Anschlusstreffer von Leroy Sane (85.) kann nichts mehr daran ändern.

Hertha BSC - Borussia Dortmund 1:0

Durch das 1:0 des ehemaligen Dortmunder Schieber (40.) geraten die Borussen ins Hintertreffen. Mit viel Glück rettet sich die Klopp-Elf ohne zweites Gegentor in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel baut Dortmund Druck auf, kommt aber erst gegen Ende des Spiels zu guten Chancen. Immobile kann jedoch gleich zwei gute Kopfballchancen (86., 87.) nicht im Tor unterbringen.

SC Freiburg - Hamburger SV 0:0

Der SC Freiburg hat durch Darida nach zwei Minuten die große Chance in Führung zu gehen, doch der Tscheche vergibt einen Foulelfmeter leichtfertig. Danach führen beide Mannschaften eine intensive Partie, in der es kaum nennenswerte Szenen vor dem Tor gibt.

FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart 1:1

Mainz geht dank eines Geniestreichs von Johannes Geis, der einen Freistoß sehenswert versenkt (36.), mit einer 1:0-Führung in die Halbzeit. Nach Wiederanpfiff blieben die Rheinhessen dominant, machen aber das zweite Tor nicht. Stuttgart bäumt sich auf und gleicht durch den eingewechselten Filip Kostic glücklich aus (72.).

Bayer Leverkusen - Borussia Mönchengladbach 1:1

Vor der Pause bestimmt Bayer das Spiel und geht verdientermaßen durch Calhanoglu (18.) in Führung. In der Folge hält man den Druck hoch, doch die Gäste nutzen kurz vor der Pause eine ihrer wenigen Möglichkeiten zum Ausgleich durch Brouwers (39.). Der zweite Durchgang ist bietet nur noch vereinzelte Highlights.

VfL Wolfsburg - SC Paderborn 1:1

Vor der Pause wird über weite Strecken Einbahnstraßenfußball des VfL geboten, der durch ein Eigentor von Rafa (17.) führt, weitere Treffer aber unter anderem durch einen von Perisic verschossenen Foulelfmeter (30.) verpasst. Gleich nach der Pause gelingt den verbesserten Gästen aber der Ausgleich, Meha verwandelt einen von Naldo verursachten Strafstoß sicher (51.). Besonders der überragende Kruse im Kasten der Paderborner sorgt anschließend dafür, dass der 1:1-Pausenstand auch nach 90 Minuten Bestand hat.

Die stark in die Saison gestarteten Paderborner (18) blieben auch im fünften Spiel nacheinander ohne Sieg, haben aber immer noch als Tabellenzehnter immerhin noch vier Punkte Abstand auf einen Abstiegsplatz.

Die Wolfsburger waren beinahe die gesamt Spielzeit eine Klasse besser als die Gäste aus Ostwestfalen. Trainer Hecking, einst Profi in Paderborn und Mitglied der Jahrhundertelf, schonte die noch nicht fitten und angeschlagenen Ricardo Rodriguez und Ivica Olic. Auch Joshua Guilavogui ließ er für Maximilian Arnold im Vergleich zum 3:1-Sieg in der Europa League am Donnerstag in Lille auf die Bank.

Von Beginn an machte der VfL Druck, SC-Trainer Andre Breitenreiter setzte auf eine Fünfer-Abwehrkette. Dennoch kam die Millionen-Truppe aus der Volkswagen-Stadt gegen den nur selten erstliga-tauglichen Underdog zu Chancen.

Die beste vergab Perisic (30.) mit seinem schwachen. Olic-Ersatz Bas Dost (33.) traf zudem die Latte, eine Minute vor der Pause wurde sein Treffer wegen angeblichen Stürmerfouls nicht anerkannt. Auch der erneut starke Kevin de Bruyne (35.) verfehlte knapp das Ziel. So musste ein Eigentor durch Rafa die VfL-Führung bringen.

Paderborns Coach Breitenreiter reagierte zur zweiten Halbzeit auf die Unterlegenheit seines Teams. Er stellte in der Deckung von Fünfer- auf Viererkette um und brachte in Stefan Kutschke einen Ex-Wolfsburger in den Sturm - mit Erfolg. Kutschke sorgte vor 26 044 Zuschauern gleich für mehr Leben in der SC-Offensive. Dennoch fiel der Ausgleich glücklich, als Wolfsburgs Naldo Christian Strohdiek im Strafraum berührte. Meha verwandelte sicher.

Wolfsburg tat sich in der Folgezeit immer schwerer, weil die Gäste nun auch spielerisch dagegenhielten. Dennoch kamen sie zu besten Möglichkeiten. Dost (53.) sowie er gemeinsam mit Arnold (63.) bei einer Doppelchance ließen besten Gelegenheiten aus. Auch de Bruyne (67.), Naldo (79.) und Nicklas Bendtner (90.+1) schafften es aber nicht den starken Kruse im Paderborner Tor zu überwinden.

Von

dpa

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