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23.08.2015

19:32 Uhr

1:2 gegen Mainz

Fehlstart perfekt: Gladbach nach Niederlage Tabellenletzter

Quelle:SID

Borussia Mönchengladbach bleibt den Nachweis von Champions-League-Qualität weiter schuldig. Mit dem 1:2 gegen Mainz rutschen die Rheinländer sogar ans Tabellenende. Für den Trainer war sein Jubiläum gründlich verdorben.

Gladbachs Thorgan Hazard (l-r) Mahmoud Dahoud und Patrick Herrmann gehen nach der Niederlage gegen Mainz enttäuscht vom Platz. dpa

Bor. Mönchengladbach - FSV Mainz 05 1:2

Gladbachs Thorgan Hazard (l-r) Mahmoud Dahoud und Patrick Herrmann gehen nach der Niederlage gegen Mainz enttäuscht vom Platz.

MöchengladbachLucien Favre stemmte konsterniert die Hände in die Hüften und guckte ins Leere. Der FSV Mainz 05 hat dem Schweizer Coach sein Bundesliga-Jubiläum gründlich verdorben und Borussia Mönchengladbach den schlechtesten Saisonstart seit sieben Jahren beschert. Mit dem 1:2 (0:1) gegen die konterstarken Rheinhessen rutschte der Champions-League-Starter am Sonntag zum Abschluss des zweiten Spieltags sogar ans Tabellenende. „Wir verlieren ein, zwei Bälle, dann kommen die Zweifel und wir bekommen die Konter“, analysierte Favre bei Sky. „Der Fehlstart ist perfekt für uns, ganz klar.“

Im eidgenössischen Trainerduell sorgte Christian Clemens (79. Minute) für den Sieg von FSV-Coach Martin Schmidt über Favre, der zum 150. Mal im deutschen Fußball-Oberhaus auf der Gladbacher Bank saß. „Der Sieg war völlig verdient“, sagte Clemens. „Jetzt sehen wir weiter, das wir das Heimspiel gegen Hannover auch so bestreiten können.“

Der 2. Spieltag im Überblick

Hertha BSC - Werder Bremen 1:1 (1:1)

Am Ende trennen sich die Hertha und Werder mit einem 1:1-Remis. Hertha startet besser in das Spiel und geht früh durch Stocker in Führung (6.). Bremen ist erst nach dem Ausgleich durch Ujah (26.) auf Augenhöhe. Nach der Pause entwickelt sich eine offene Partie, beide haben Chancen, Werder zweimal Pech, als Latte (Langkamp beinahe mit einem Eigentor, 81.) und Pfosten (Kopfball Vestergaard, 82.) den Siegtreffer verhindern. Da aber auch die Hertha einige gute Chancen liegen lässt, geht das Remis am Ende in Ordnung.

Schalke 04 - Darmstadt 98 1:1 (0:1)

Darmstadt macht in der ersten Halbzeit sehr viel richtig und kommt durch ein schönes Tor von Konstantin Rausch bereits in der neunten Minute in Führung. Im Anschluss reißt Schalke das Spiel an sich, allerdings bleiben die Lilien durch Konter gefährlich. Vrancic scheitert in der 35. Minute freistehend an Schalke-Keeper Fährmann. Der Gastgeber versucht es immer wieder durch Distanzschüsse, die allerdings relativ ungefährlich bleiben. Beim Ausgleich von Julian Draxler (47.) kommt Verteidiger György Garics einen Schritt zu spät. Die beste Chance für Schalke hat Johannes Geis, der einen Freistoß ans Aluminium hämmert (74.), ansonsten haben die Königsblauen keine zwingende Chance. Schalke drängt zwar im Schlussviertel auf das Siegtor, doch Darmstadt verteidigt sein Tor aufoperungsvoll und nimmt nicht unverdient den ersten Auswärtspunkt der Saison mit.

Eintracht Frankfurt - FC Augsburg 1:1 (0:1)

Die Gäste aus Bayrisch-Schwaben sind über die gesamte Spielzeit hinweg die bessere Mannschaft, verpassen es nach dem 1:0 durch Caiuby (23.) in der zweiten Halbzeit aber, den Deckel drauf zu machen. Eintrachts Keeper Hradecky hält bei den Chancen durch Ji (80.) und Werner (85.) überragend und so seine Mannen im Spiel. Es kommt aber, wie es kommen muss: Nach einem Fehler von Stafylidis macht Russ den Ausgleich (86.).

1. FC Köln - VfL Wolfsburg 1:1 (1:0)

In einer phasenweise langweiligen Partie gehen die Gastgeber durch Zoller in der 30. Minute mit 1:0 in Führung. Anschließend verpassen es die Kölner durch Zoller (47.) oder Modeste (70.) das 2:0 zu erzielen. Die Gäste wachen spät auf, doch verdienen sich den Ausgleich durch Bendtner (83.) für eine ordentliche Schlussphase. In der turbulenten Nachspielzeit haben Hector (90+2.), De Bruyne (90+2.) und Dost (90+5.) noch beste Chancen, um den Siegtreffer zu erzielen.

Hannover 96 - Bayer Leverkusen 0:1 (0:1)

Über die gesamten 90 Minuten bekommen die Zuschauer wenig Highlights zu sehen. Leverkusen ist in den ersten 45 Minuten mutiger und geht durch ein Freistoßtor von Hakan Calhanoglu in Führung (18.). In den zweiten 45 Minuten belässt es die Werkself bei Ergebnisverwaltung. Hannover ist im Spiel nach vorne einfach viel zu schwach und schießt in der zweiten Halbzeit einmal auf das Tor. Die beste Chance hat erneut Calhanoglu, als der Türke einen direkten Freistoß an die Querlatte hämmert (47.).

1899 Hoffenheim - FC Bayern München 1:2 (1:1)

Hoffenheim hat den FC Bayern in einer turbulenten zweiten Halbzeit am Rande einer Niederlage. In der 73. Minute fliegt Boateng nach einem Handspiel mit der Gelb-Roten Karte vom Platz. Den fälligen Elfmeter drischt Polanski aber nur an den Pfosten und vergibt damit die große Überraschung. Die Münchner drücken in den Schlussminuten mit einem Mann weniger nochmals aufs Tempo und kommen durch Lewandowski in der 90. Minute zum umjubelten Siegtreffer. Vor der Pause bringt Volland die Hausherren nach nur neun Sekunden in Führung. Müller kann unmittelbar vor dem Pausenpfiff ausgleichen.

Hamburger SV - VfB Stuttgart 3:2 (1:2)
FC Ingolstadt 04 - Borussia Dortmund 0:4 (0:0)

Der BVB gewinnt auch das zweite Spiel der Saison mit 4:0. Eine schwache Chancenverwertung verhinderte allerdings einen noch höheren Erfolg für die Borussen, die die Bayern in der Tabelle zunächst einmal hinter sich lassen.

Bor. Möchengladbach - 1. FSV Mainz 05 1:2 (0:1)

Borussia Mönchengladbach ist durch ein 1:2 (0:1) gegen Mainz 05 nach zwei Spieltagen überraschend auf den letzten Platz der Tabelle abgerutscht. Während Gladbach eine Woche nach dem 0:4-Debakel in Dortmund erneut enttäuschte und den zweitschlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte verdauen muss, betrieb Mainz Wiedergutmachung für die Heimpleite gegen Aufsteiger Ingolstadt.

Patrick Herrmann (54.) hatte vor 50 172 Zuschauer die erste Mainzer Führung durch Jairo (42.) ausgeglichen. Gegen die Gäste, die ihre ersten Punkte der Saison feierten, erwachte die Borussia erst in den zweiten 45 Minuten aus ihrer Lethargie. Dennoch stellte sie erneut nicht die erhoffte Qualität für die Königsklasse unter Beweis. „Wir müssen uns ein Stück weit neu finden, wir müssen Struktur auf den Platz bringen, daran hapert es gerade“, analysierte Sportdirektor Max Eberl.

Nach dem missglückten Versuch mit den jungen Innenverteidiger Marvin Schulz (20 Jahre) und Andreas Christensen (19) beim 0:4 gegen Dortmund wollte Favre seine Defensive mit Tony Jantschke zentral stabilisieren, Julian Korb rückte auf rechts. Doch wie zum Auftakt präsentierte sich Gladbach ohne Abwehrchef Martin Stranzl zunächst alles andere als sicher. Bei der gefährlichsten Aktion der Anfangsphase traf der Ex-Borusse Yunus Malli nur den linken Pfosten (13.), wenig später musste Keeper Yann Sommer mit dem Fuß klären.

In einer zähen Partie zog sich Mainz weit zurück und setzte aufs Kontern, Gladbach präsentierte sich ideenlos. Erst nach einer halben Stunde wurde die Borussia druckvoller, zeigte jedoch keine zwingenden Aktionen. Stattdessen hatten die Gäste erneut Pech, als Fabian Frei aus 14 Metern nur die Unterkante der Latte traf (35.). Das Hawk-Eye bewies, was die Zuschauer bereits erkannt hatten: Kein Tor!

Die Mainzer blieben ihrem schnellen Umschaltspiel treu - und wurden belohnt. Der starke Malli bediente Clemens auf dem rechten Flügel, dessen maßgenaue Hereingabe verwertete Jairo im Zentrum ohne Probleme. Nach eigenem Ballverlust tief in der gegnerischen Hälfte orientierte sich Gladbach ungenügend zurück und gewährte deutlich zu viel Platz. Kurz vor der Pause vergab Thorgan Hazard aus zwei Metern für die Favre-Elf den prompten Ausgleich.

Erst in der zweiten Halbzeit bewies Gladbach die nötige Konsequenz. Auf Pass von Neuzugang Lars Stindl verschaffte sich Herrmann mit einer Körperdrehung Platz für den strammen Flachschuss zum 1:1. Favre nahm den ersten Saisontreffer noch ohne großen Jubel zur Kenntnis. Aufmunternden Applaus gab es vom Coach für Raffael, der in der 64. Minute frei vor Loris Karius die Führung vergab.

Im Minutentakt geriet das Mainzer Tor in Gefahr, doch Herrmann (74.) und Hazard (75.) verzogen knapp. Als alles auf einen Gladbacher Sieg hindeutete, schockte Clemens das Heimteam mit einer Direktabnahme aus kurzer Distanz. Am Ende hätten die Mainzer sogar noch höher gewinnen können.

Von

dpa

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