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19.02.2015

15:49 Uhr

1. FC Köln

„Es ist kurz vor zwölf oder sogar zwölf Uhr“

Der 1. FC Köln befürchtet harte Strafen aus dem krassen Fehlverhalten von Hooligans beim Bundesliga-Derby in Mönchengladbach. Weitere Vorfälle dieser Art könnten „existenzbedrohend“ werden, befürchtet Manager Schmadtke.

FC-Manager Jörg Schmadtke kritisierte nach der Randale von Kölner Hooligans auch das Vorgehen der Polizei. dpa

Kritik an Polizei

FC-Manager Jörg Schmadtke kritisierte nach der Randale von Kölner Hooligans auch das Vorgehen der Polizei.

Köln/HannoverDer 1. FC Köln rechnet mit einer harten Strafe für die Randale von Kölner Hooligans beim Bundesliga-Derby in Mönchengladbach. „Vom DFB sind wir informiert worden, dass alle Vorfälle, die bisher aufgetreten sind, erfasst werden“, erklärte FC-Manager Jörg Schmadtke am Donnerstag. „Das Spektrum ist relativ weit. Es reicht von einem Zuschauer-Teilausschluss über ein Geisterspiel und kann noch weitere Strafen erreichen.“

Zugleich kritisierte er die Polizei, dem Geschehen nach dem Platzsturm von Randalierern am vergangenen Samstag im Borussia-Park weitgehend untätig zugesehen zu haben. „Es hätte mehr geholfen, wenn vonseiten der Polizei stärker eingegriffen worden wäre“, sagte Schmadtke. Es hatte nur wenige Festnahmen gegeben, obwohl rund 30 Hooligans auf den Platz gestürmt waren.

Die Rekord-Absteiger der Bundesliga

1. FC Nürnberg

Bei bislang sieben Abstiegen in den Jahren 1969, 1979, 1984, 1994, 1999, 2003 und 2008 bringt der erneute Abstieg in dieser Saison den „Klubberern“ den zweifelhaften Titel des „Bundesliga-Rekordabsteigers“ ein.

Arminia Bielefeld

Die Leidensgeschichte der Arminia aus Bielefeld hat auch sieben Kapitel und begann 1972 auf der „Alm“, sie setzte sich 1979, 1985, 1998, 2000, 2003 und 2009, dem bislang letzten Bielefelder Bundesliga-Abstieg, in der „Schüco-Arena“ fort.

Hertha BSC Berlin

Die Hertha aus Berlin überraschte in dieser Saison mit guten Leistungen, stieg aber bereits sechs Mal aus der höchsten deutschen Fußballliga ab. Die Achterbahnfahrt begann 1965 und setzte sich über die Jahre 1980, 1983, 1991 und 2010 fort. Unvergessen bleibt der Abstieg 2012 nach dem Skandal im Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf.

VfL Bochum

Der Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet spielt derzeit in der zweiten Bundesliga, weitestgehend ohne Chancen auf einen baldigen Aufstieg. Insgesamt sechs Mal stieg der VfL Bochum bereits aus der ersten Bundesliga ab. Allerdings beginnt die Serie erst in den Neunzigerjahren (1993, 1995 und 1999) und setzt sich über die Jahre 2001, 2005 und 2010 fort.

MSV Duisburg

Der Meidericher Sportverein stieg bislang sechs Mal aus der ersten deutschen Fußballliga ab (1982, 1992, 1995, 2000, 2006 und 2008). Nach einem gescheiterten Insolvenzverfahren rutschte der MSV Duisburg in der laufenden Saison in die dritte Liga ab.

Karlsruher SC

Mit einer furiosen Hinrunde in der zweiten Bundesliga weckte der KSC in Karlsruhe Aufstiegshoffnungen, konnte diese aber zum Ende der Saison nicht erfüllen. Abstiege gab es in der Geschichte des KSC häufig. Insgesamt sechs Mal (1968, 1977, 1983, stieg der Karlsruher Verein aus der ersten Bundesliga ab (1968, 1977, 1983, 1985, 1998 und 2009).

Fortuna Düsseldorf

Mit Abstiegen aus der ersten Bundesliga ist die Fortuna aus Düsseldorf vertraut. Insgesamt fünf Mal musste der Verein die Bundesliga verlassen, zuletzt im vergangenen Jahr. Die vier weiteren Abstiege liegen bereits einige Jahre zurück (1967, 1987, 1992 und 1997).

1. FC Köln

Düsseldorfs Konkurrent, der 1. FC Köln, stieg ebenfalls fünf Mal aus der höchsten deutschen Fußballliga ab. 1998, 20902. 2004, 2006 und 2012 musste der Kölner Verein die Bundesliga wegen Punktemangels verlassen. Als Meister der zweiten Bundesliga wird der 1. FC Köln in der nächsten Saison wieder im Oberhaus spielen.

FC St. Pauli

Der Hamburger Kiezklub FC St. Pauli aus Hamburg stieg bislang fünf Mal aus der Bundesliga ab (1978, 1991, 1997, 2002 und 2011). In der Saison 2014/2015 wird es höchstwahrscheinlich zum ersten Mal ein Hamburger Stadtderby in der zweiten deutschen Bundesliga geben.

KFC Uerdingen

Der KFC Uerdingen spielte Jahrzehnte in der deutschen Bundesliga, bis er 1996 nach einem dramatischen Abstiegskampf in die zweite Bundesliga wechseln musste und seitdem bis in die vierte Liga durchgereicht wurde. Fünf Mal stieg der Krefelder Stadtteilverein bislang aus der ersten Liga ab (1976, 1981, 1991, 1993 und 1996).

Die Veröffentlichung von Fotos der vermummten Randalierer haben laut Schmadtke weitere Hinweise auf die Täter gegeben, die an die Ermittlungsbehörde weitergereicht worden sind. In einer ersten Maßnahme hatte der 1. FC Köln den Fan-Club Boyz aus seiner AG Fankultur ausgeschlossen. Die Polizei hat eine achtköpfige Ermittlungskommission eingerichtet. Nach der ersten Auswertung von Videomaterial konnte die Polizei nach einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeiger“ acht Männer identifizieren, die zum Kreis der Randalierer gehört haben sollen.

Zu möglichen Solidaritätsbekundungen beim Fußball-Bundesligaspiel am Samstag (18.30 Uhr) gegen Hannover 96 sagte Schmadtke: „Dafür hätte man bei uns wenig Verständnis, doch bestimmte Dinge muss man aushalten können.“ Enttäuscht ist er, dass alle Maßnahmen in der Vergangenheit zur Befriedung von Kölner Problem-Fans durch den Verein nichts gebracht zu haben scheinen. „Vieles davon ist ad absurdum geführt worden“, meinte Schmadtke.

Falls es zu weiteren Vorfällen mit Kölner Hooligans kommen sollte, befürchtet er das Schlimmste. „Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern kurz vor zwölf oder sogar zwölf Uhr. Es darf nicht mehr viel passieren, sonst wird es existenzbedrohend“, sagte Schmadtke im Interview der „Neuen Presse“ (Donnerstag).

Von

dpa

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