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02.11.2014

19:58 Uhr

10. Bundesliga-Spieltag

Der einstige Bayern-Erzrivale ist Vorletzter

Nach dem Sieg gegen Borussia Dortmund steuert der FC Bayern auf eine weitere Saison der Superlative zu. Der einstige Erzrivale steckt hingegen in einer der größten sportlichen Krisen der Vereinsgeschichte.

Dortmunds Roman Weidenfeller zeigte eine sehr gute Leistung gegen die Bayern – am Ende half es nichts. dpa

Dortmunds Roman Weidenfeller zeigte eine sehr gute Leistung gegen die Bayern – am Ende half es nichts.

BerlinGut, besser, Bayern - der Titelverteidiger aus München steht vor einer weiteren Saison der Superlative. Im beeindruckender Manier untermauerte der deutsche Rekordmeister beim 2:1 im hochklassigen Giganten-Gipfel gegen Borussia Dortmund seine Ausnahmestellung. Mit Spielkunst und Power rang er den Erzrivalen der vergangenen Jahre nieder. Die anhaltende Dominanz der Bayern heizt in Fußball-Deutschland die Diskussion um die schwindende Attraktivität der Bundesliga an. „Das ist dummes Zeug“, kommentierte Sportvorstand Matthias Sammer entsprechende Bedenken.

Nach zwei Meisterschaften mit 25 und 19 Punkten Vorsprung droht erneut ein trister Titelkampf. Es wird darüber spekuliert, ob die Bayern die Meisterschaft in dieser Saison womöglich noch früher als beim Rekord im vorigen März feiern können. Zum Leidwesen von Sammer. „Die Liga ist für die Spannung verantwortlich, nicht wir. Wir sind dafür verantwortlich, dass wir unsere Spiele gewinnen. Glauben Sie, dass Pep Guardiola und ich für einen sozialen Gedanken einen Preis bekommen?“, giftete der ehemalige Profi bei Sky.

Zahlen und Fakten zum 10. Bundesliga-Spieltag

FC Schalke 04 - FC Augsburg 1:0

Nach einem glanzlosen und mühevollen Arbeitssieg gewinnt Schalke gegen den FC Augsburg mit 1:0. Es spielen nur die Schwaben, ehe Klaas-Jan Huntelaar äußerst überraschend abstaubt (37.). Als der Wiederanpfiff erfolgt sind es wieder die Gäste, die das Spiel in der Fremde machen. Bei der Weinzierl-Elf schwinden peu á peu die Kräfte, Königsblau kann den Sack aber nicht zumachen. So kommt es beinahe wie es kommen muss, doch der eingewechselte Matavz verpasst den 1:1-Ausgleich in der Nachspielzeit knapp.

Hannover 96 - Eintracht Frankfurt 1:0

Hannover 96 ist über die komplette Spielzeit das bessere Team und wird durch das Eigentor von Alexander Madlung (88.) belohnt. Eintracht Frankfurt findet nicht zu seinem Spiel und ist nur in wenigen Akzenten gefährlich vor dem Tor.

FSV Mainz 05 - Werder Bremen 1:2

Werder Bremen feiert den ersten Saisonsieg. Mit 2:1 siegt Werder bei Mainz 05. Okazaki gelingt in der ersten Hälfte aus zwölf Metern das 1:0 (3.). Nach einem verschossenen Strafstoß gegen Karius köpft Di Santo im zweiten Versuch den 1:1-Ausgleich (44.). Kurz nach der Pause stellt Di Santo mit einem sehenswerten Heber über Karius den 2:1-Endstand her (49.).

VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg 0:4

Der VfL Wolfsburg gewinnt die fünfte Partie in Folge und zeigt gegen gut spielende Stuttgarter Konterfußball in Perfektion. Die Stuttgarter halten über die gesamten 90 Minuten mit, scheitern aber immer wieder am überragenden Benaglio. Die Tore für die Gäste erzielen Perisic (15., 88.), Knoche (45.+1) und der heute wieder ganz starke De Bruyne (48.).

Hamburger SV - Bayer Leverkusen 1:0

Von der ersten Minute geht es in der Imtech-Arena um jeden Zentimeter Rasen, der zumeist mit unfairen Mitteln erkämpft wird. Sieben Gelbe Karten in der ersten Halbzeit stehen so gut wie keine Torchancen gegenüber, aber immerhin ein Elfmeter-Tor durch Van der Vaart nach Foul von Leno an Jansen in der 26. Minute. In Halbzeit zwei wird etwas mehr Fußball gespielt, Leverkusen findet aber auch in den zweiten 45 Minuten nicht ansatzweise zu seinem Spiel und vergibt in Persona Bellarabi in der 94. Minute die einzige richtig gute Chance des Spiels. Insgesamt ist die Leistung des Champions-League-Teilnehmers aber mehr als enttäuschend.

Bayern München - Borussia Dortmund 2:1

In einer temporeichen Partie behält der FC Bayern München mit 2:1 gegen Borussia Dortmund die Oberhand. Reus gelingt vor der Pause per Kopf die 1:0-Führung für den BVB (31.). Lewandowski markiert den verdienten 1:1-Ausgleich (72.). Ein Foul von Subotic an Ribery führt zum Strafstoß. Robben verwandelt sicher zum 2:1-Endstand (85.).

Bor. Mönchengladbach - 1899 Hoffenheim 3:1

Borussia Mönchengladbach bleibt in dieser Saison ungeschlagen und am Spitzenduo der Fußball-Bundesliga dran. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre gewann am Sonntag das Verfolgerduell mit 1899 Hoffenheim überzeugend mit 3:1 (2:1) und baute ihre Erfolgsserie auf 17 Pflichtspiele ohne Niederlage aus. Vor 52 409 Zuschauern im Borussia-Park war Doppel-Torschütze Patrick Herrmann (32./52. Minute) an allen drei Toren beteiligt. Neuzugang André Hahn erzielte das 1:0 (12.), Anthony Modeste den zwischenzeitlichen Ausgleich (30.). Die Borussia liegt jetzt mit vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Bayern auf Platz drei.

1. FC Köln - SC Freiburg 0:1

Der erste Bundesliga-Sieg der Saison gelang dem SC Freiburg durch das 1:0 beim 1. FC Köln. Vladimir Darida (50.) traf für die Breisgauer per Handelfmeter.

SC Paderborn - Hertha BSC 3:1

Der SC Paderborn sorgt in der Fußball-Bundesliga weiter für Furore. Der Neuling gewann am Sonntag sein Heimspiel gegen Hertha BSC mit 3:1 und verbesserte sich in der Tabelle auf Rang sieben.

Anders als in den vorigen vier Jahren wird der BVB diesmal nicht der ärgste Widersacher der Bayern sein. Nach bereits sieben Niederlagen steht der Revierclub so schlecht da wie noch nie in seiner Bundesliga-Geschichte an einem 10. Spieltag. Das Abrutschen in die Abstiegszone verursacht bei allen Beteiligten Ratlosigkeit. Von der Champions League redet mittlerweile niemand mehr. Zum wiederholten Mal in dieser Saison geriet Trainer Jürgen Klopp in Erklärungsnot: „Es ist alles andere als gut, was gerade passiert. Wir haben viele Baustellen und viele Spiele selbstverschuldet verloren.“

Am Ende des Spieltages musste der BVB-Coach noch zusehen, wie der SC Freiburg beim 1. FC Köln mit 1:0 gewann, sich vom letzten Tabellenrang absetzte und die Dortmunder auch noch auf den 17. Platz fallen ließen. Besser als die Liga-Rückkehrer aus Köln machte es Mitaufsteiger SC Paderborn, der mit 3:1 gegen Hertha BSC den Höhenflug fortsetzte und den vierten Saisonsieg feierte.

Momentan können zumindest zwei Mannschaften dem Spitzenreiter halbwegs Paroli bieten: Der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach. Beim 4:0-Kantersieg in Stuttgart traten die VfL-Profis von Trainer Dieter Hecking im Stil eines Spitzenteams auf. Fünf Liga-Siege in Serie waren zuletzt in der Meistersaison 2008/09 gelungen.

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