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17.12.2014

22:10 Uhr

16. Bundesliga-Spieltag

BVB bleibt im Keller, Hertha verspielt 3:0-Führung

Borussia Dortmund verpasst trotz zweimaliger Führung den Befreiungsschlag. Kießling lässt Bayer jubeln, Gladbach bleibt auf Europa-Kurs. Schalke betreibt Widergutmachung und Hertha verspielt einen Drei-Tore-Vorsprung.

Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp ärgert sich nach dem Spiel. Dem BVB hat die zweimalige Führung nicht zum Sieg gereicht. Reuters

Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp ärgert sich nach dem Spiel. Dem BVB hat die zweimalige Führung nicht zum Sieg gereicht.

BerlinDie Bayern sind längst enteilt, doch hinter dem souveränen Herbstmeister ist das Gerangel um die Europapokal-Plätze groß. Verfolger VfL Wolfsburg holte sich am 16. Spieltag der Fußball-Bundesliga bei der leidgeprüften Borussia aus Dortmund mit dem 2:2 (1:1) einen Punkt. Borussia Mönchengladbach gewann gegen das neue Schlusslicht Werder Bremen 4:1 (2:0). Bayer Leverkusen setzte sich am Mittwochabend im Spitzenspiel bei 1899 Hoffenheim mit 1:0 (0:0) durch, Schalke 04 schaffte beim Aufsteiger SC Paderborn mit dem 2:1 (1:1) ebenfalls den erhofften Sieg. Eintracht Frankfurt erkämpfte sich nach der Niederlage in Hoffenheim im Fußball-Krimi gegen Hertha BSC in letzter Minute ein 4:4 (1:3).

Der FC Bayern München hatte seine 20. Herbstmeisterschaft schon am vorigen Spieltag mit dem 4:0 in Augsburg perfekt gemacht. Vor dem Hinrunden-Finale hat der Rekordmeister nun elf Punkte Vorsprung auf den Tabellen-Zweiten Wolfsburg, Gladbach ist Dritter (27) vor Leverkusen (beide 27). Hinter Dortmund (15) liegt der SC Freiburg (14) auf Platz 17 vor den punkgleichen Bremern. Am kommenden Wochenende geht die Bundesliga nach dem 17. Spieltag bis Ende Januar in die Winterpause.

Vier Tage nach der 0:1-Schlappe bei der Hertha BSC wurden die Dortmunder Fans erneut enttäuscht. In der 8. Minute erzielte Pierre-Emerick Aubameyang zwar die Führung für den Vizemeister, doch der BVB ließ nach, und Kevin De Bruyne glich für den Europa-League-Starter noch vor der Pause aus (29.). Doch auf das 2:1 von Ciro Immobile (76.) fanden die Gäste erneut eine Antwort: Naldo machte mit einem Kopfballtor (85.) alle Hoffnungen der Mannschaft von BVB-Trainer Jürgen Klopp zunichte. Die Englische Woche sollte eigentlich „ein Geschenk werden für den Verein und die Fans“.

16. Bundesliga-Spieltag

FC Bayern München - SC Freiburg 2:0

Über 90 Minuten hinweg sind die Bayern das klar bessere Team. Über 20 Mal schießen sie auf das Freiburger Tor. Nur Roman Bürki ist es zu verdanken, dass das Spiel nur 2:0 endet. In Hälfte eins bringt Arjen Robben den FCB per Kopf in Führung (41.) in der zweiten Halbzeit erhöht Müller dann auf 2:0 (48.). Freiburg versteckt sich das komplette Spiel hinten drin und kommt nur zu einem Torschuss.

Hannover 96 - FC Augsburg 2:0

Hannover 96 gewinnt völlig verdient mit 2:0 gegen den FC Augsburg. In einer abwechslungsreichen ersten Halbzeit sorgt Salif Sane nach 20 Minuten für die Führung und eine der wenigen Torchancen. In der zweiten Hälfte lassen beide Mannschaften das Tempo etwas vermissen und Hannover erhöht durch einen strittigen Elfmeter von Joselu auf 2:0. Im Anschluss kann sich Augsburg nur wenige Chancen erarbeiten und scheitert immer wieder am gut aufgelegten Zieler. Zudem wird Hiroshi Kiyotake ein regulärer Treffer aberkannt.

Hamburger SV - VfB Stuttgart 0:1

Ideenlose Hamburger müssen nach 93 Minuten die dritte Heimpleite der Saison hinnehmen und erkennen, dass es wieder nicht gereicht hat - vor allem in der Offensive. Nach nervösem Beginn auf beiden Seiten erarbeiten sich die Schwaben ein Chancenplus, Klein besorgt noch vor der Pause die 1:0-Führung (42.). Ein Großteil der 48.223 Fans werden immer unruhiger, Pfiffe häufen sich. Auch nach der Roten Karte nach einer Notbremse gegen Niedermeier will den Hanseaten nichts mehr gelingen, eine spielerische Antwort zu geben, ist ihnen nicht vergönnt.

1. FC Köln - FSV Mainz 0:0

Auch nach 90 Minuten können wir die Höhepunkte dieser Partie an einer Hand abzählen. Dementsprechend geht dieses 0:0 vollkommenen in Ordnung. Maroh (8.) trifft zwar, steht aber angeblich im Abseits. Ein strittiger Pfiff - über den noch diskutiert werden wird. Die Mainzer verballern ihre beste Chance in Person von Okazaki (76.). Der Japaner trifft nur die Latte.

Borussia Dortmund - VfL Wolfsburg 2:2

Im ersten Durchgang kommt der BVB stark ins Spiel und durch Aubameyang (8.) zur Führung. Wolfsburg brauchte eine ganze Weile, wird dann aber stärker und gleicht nach knapp einer halben Stunde durch de Bruynes direkt verwandelten Freistoß zum 1:1-Pausenstand aus. Immobile gelingt nach 76 Minuten das scheinbar erlösende 2:1. Dortmund bleibt im Spiel konzentriert, erlaubt sich nach einer Ecke aber einen kollektiven Aussetzer und fängt sich so das 2:2 durch den aufgerückten Naldo (85.).

Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen 4:1

In den ersten 45 Minuten ist Bremen eigentlich das bessere Team, liegt aber zur Halbzeit 0:2 hinten. Kruse verwandelt einen Elfmeter (32.) und Wendt lupft über Wolfs Kopf hinweg ins Tor (38.). In Hälfte zwei kommt der SVW nochmal ran, durch einen schönen Freistoß von Junuzovic (51.), doch dann dreht die Fohlen-Elf auf. Kramer baut die Führung in der 64. auf 3:1 aus und Hrgota macht in der 88. dann den Deckel drauf.

TSG Hoffenheim - Bayer Leverkusen 0:1

In einem temporeichen Spiel entführt die Elf von Trainer Roger Schmidt drei Punkte aus Sinsheim. Matchwinner des Spiels ist ausgerechnet „Phantomtorschütze“ Stefan Kießling (79.), der den einzigen Treffer des Abends erzielt. Beide Teams liefern sich 90 Minuten lang intensivste Zweikämpfe, pressen wie verrückt und können auch spielerisch überzeugen. Immer wieder scheitern die Offensivreihen jedoch an Leno respektive Baumann.

Eintracht Frankfurt - Hertha BSC 4:4

Aus dem Nichts geht die Hertha nach einem Ronny-Standard durch Brooks in der 21. Minute in Führung. In der Folge können die Herthaner die Schockstarre der Hessen ausnutzen und erhöhen durch Ben-Hatira (33. Minute) und Schieber (37. Minute) auf 3:0. Kurz vor Ende der ersten Halbzeit erzielt Aigner den Anschlusstreffer (43. Minute). Durchgang zwei zeigt zunächst ein ähnliches Bild wie der erste. Frankfurt dominiert und schafft es durch Seferovic in der 58. Minute auf 2:3 zu verkürzen. In der 80. Minute trifft Niemeyer zum 4:2 für die Hertha und das Spiel scheint entschieden. Der Doppelpack von Alexander Meier (90. und 91. Minute) nach zwei ruhenden Bällen rettet den Frankfurtern letztlich doch noch einen Punkt.

SC Paderborn - Schalke 04 1:2

In einer von den Gastgebern dominierten ersten Hälfte gehen diese durch ein Eigentor von Ayhan mit 1:0 in Führung (31.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff ist es Choupo-Moting der den Ausgleich zum 1:1 markiert (44.). In der zweiten Hälfte begegnen sich beide Teams mit offenem Visier. Ein langer Einwurf von Fuchs wird von Neustädter am Fünfmeterraum entscheidend mit dem Kopf verlängert, Torwart Lukas Kruse unterläuft den Ball und sieht nicht gut aus beim Gegentreffer (78.). Trotz einer hektischen Schlussphase bleibt es beim 2:1 für Königsblau.

Hoffenheim konnte gegen den Angstgegner aus Leverkusen auch im siebten Heimspiel keinen Sieg verbuchen. Stefan Kießling erlöste die Werkself beim 1:0 aber erst elf Minuten vor Ultimo. Vor 14 Monaten hatte er mit seinem Phantomtor noch für Riesen-Schlgazeilen gesorgt.

Mit dem 4:1 gegen Bremen konnten die Gladbacher ihre bislang gute Hinrunde weiter veredeln und zogen in der Tabelle als neuer Dritter an Leverkusen vorbei. Werder stürzte mit 14 Punkten auf den letzten Platz der Liga ab. Max Kruse (32./Foulelfmeter), Oscar Wendt (38.), Weltmeister Christoph Kramer (64.) und Branimir Hrgota (88.) trafen für die Mannschaft von Trainer Lucien Favre, Zlatko Junuzovic glückte nur der zwischenzeitliche Anschluss (51.). Der Bremer Luca Caldirola sah Gelb-Rot (66.) - danach ging wenig bei den Gästen.

Mit zwei Last-Minute-Treffern rettete Bundesliga-Top-Torjäger Alexander Meier in einem verrückten Spiel den Hessen noch das 4:4 gegen die Hauptstädter. Hertha BSC sah nach drei Toren in 16 Minuten schon wie der sichere Sieger aus: Noch vor der Pause trafen John Anthony Brooks (21.), Änis Ben-Hatira (33.) und Julian Schieber (37.). Nach den Treffern durch Stefan Aigner (43.) und Haris Seferovic (58.) keimte bei den Hessen wieder Hoffnung auf, doch Peter Niedermeyer erhöhte erneut auf 4:2 (80.). Dann schlug Meier mit seinen Saisontoren elf und zwölf zu.

Vier Tage nach der 1:2-Heimpleite gegen den 1. FC Köln konnten die Königsblauen gegen einen anderen Aufsteiger gewinnen. Paderborn ging zwar durch ein Eigentor des Schalkers Kaan Ayhan (32.) in Führung, doch Eric Maxim Choupo-Moting mit seinem neunten Saisontor (44.) und Roman Neustädter (78.) belohnten Schalkes Leistungssteigerung nach dem Wechsel noch.

Von

dpa

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