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07.03.2017

15:19 Uhr

1860-Investor Hasan Ismaik

Alleinherrscher an der Isar

Ausschluss von Journalisten und Gäste-Funktionären: Beim TSV 1860 München nehmen die Alleingänge von Investor Hasan Ismaik befremdliche Züge an. Der einstige „Löwen“-Retter lässt das Chaos beim Klub nicht abreißen.

Der Mehrheitseigentümer des TSV 1860 München hat eine ganz eigene Vorstellung der Vereinsführung. dpa

Hasan Ismaik

Der Mehrheitseigentümer des TSV 1860 München hat eine ganz eigene Vorstellung der Vereinsführung.

MünchenGute Nacht, Fußballdeutschland? Nach der Abrechnung von St. Paulis Sportchef Andreas Rettig mit dem TSV 1860 München und dessen eigenwilligem Investor Hasan Ismaik greift die Deutsche Fußball Liga nicht wie vom Hamburger Zweitligisten gewünscht durch. Die DFL ging am Montag nicht auf Rettigs Forderungen und den Zoff auf der VIP-Tribüne beim Zweitliga-Spiel ein, nahm aber zu den Konflikten des bayerischen Zweitligisten mit Medienvertretern Stellung. Die Dach-Organisation mahnte den Club, dass ein professionelles Miteinander nicht in Frage gestellt werden sollte.

Den „Löwen“ mit ihrem jordanischen Mehrheitsgesellschafter an der Spitze reagierten auf die Attacke aus dem Norden verwundert. „Die Löwen sind über den Stil des FC St. Pauli höchst erstaunt. Solch ein Interview auf den vereinseigenen Medien zu veröffentlichen, zeugt weder von kollegialem Umgang noch von gegenseitigem Respekt. Die unterschiedlichen Auffassungen der beiden Clubs sind kein Thema für die Medien, sondern sollten auf direktem Weg besprochen werden und intern bleiben“, rügten die Münchner am Montagabend. Von „der Wiedergabe von falschen Informationen“ war die Rede.

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Investor Hasan Ismaik bekommt seinen Wunschkandidaten als Geschäftsführer des TSV 1860 München. Ian Ayre, CEO des FC Liverpool, wechselt in die Niederungen der 2. Bundesliga. Dort möchte er Potenziale ausschöpfen.

Laut Rettig waren Pauli-Funktionäre beim 2:1 am Samstag in München nach ihrem Jubel auf der Tribüne erst zur Mäßigung aufgefordert worden und später dazu, ihre Plätze zu verlassen und sich umzusetzen. Die Delegation hatte in Ismaiks Nähe gesessen - und sich verständlicherweise über die eigenen Tore gefreut. Beide Teams müssen sich noch Sorgen um den Klassenverbleib machen.

„Das Verhalten der Löwen-Verantwortlichen der letzten Wochen sollte auch dem letzten Fußballfan in Deutschland die Augen geöffnet haben und sollte all denen, die nach Investoren schreien, Mahnung und Warnung zugleich sein“, kritisierte Rettig. „Wenn auf dem Altar des vielen Geldes Meinungsfreiheit und respektvoller Umgang mit Mitarbeitern, Medien und anderen Clubs auf der Strecke bleiben, dann gute Nacht Fußballdeutschland. Hier würde ich mir auch ein konsequenteres Eingreifen der Verbände wünschen. Jedes Spruchband wird sanktioniert, und hier ist man auf beiden Augen blind“, ergänzte der frühere DFL-Geschäftsführer in einem auf der Vereins-Homepage veröffentlichten Interview am Sonntagabend.

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