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22.02.2015

19:38 Uhr

22. Bundesliga-Spieltag

Dost trifft und trifft und trifft

Wolfsburg geht früh in Führung, doch nach einer halben Stunde glichen die unterlegenen Berliner aus. Erst in der Schlussphase wird der VfL erlöst – natürlich durch Torjäger Bas Dost. Der schrieb damit Geschichte.

Wolfsburgs Bas Dost (r) bejubelt seinen Treffer zum 1:0 gegen Hertha BSC mit Andre Schürrle im Arm. dpa

Wölfe unter sich

Wolfsburgs Bas Dost (r) bejubelt seinen Treffer zum 1:0 gegen Hertha BSC mit Andre Schürrle im Arm.

WolfsburgBas Dost ist einfach nicht zu stoppen. Mit seinem nächsten Doppelpack hat der Super-Torjäger des VfL Wolfsburg die Abstiegsnot bei Hertha BSC vergrößert. Am Sonntagabend gewann der VfL mit 2:1 (1:1) gegen den kampfstarken, aber biederen Tabellenvorletzten aus Berlin. Mit seinen Toren sieben und acht (10./74.) binnen einer Woche war der Niederländer Dost erneut der Sieg-Garant für das Team von Trainer Dieter Hecking, das nun bereits zehn Punkte Vorsprung auf den Tabellendritten Borussia Mönchengladbach hat. In fünf Pflichtspielen des Jahres 2015 knipste Bas Dost schon neun Tore. Das gab es noch nie.

Vor 27.683 Zuschauern war der zwischenzeitliche Ausgleich von Julian Schieber (30.) zu wenig für die Berliner. Das Team von Trainer Pal Dardai bleibt nach der fünften Pleite aus den vergangenen sechs Spielen mit nur 21 Zählern Vorletzter der Fußball-Bundesliga.

Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw nutzten die Wolfsburger die Patzer der Konkurrenz im Kampf um die Vize-Meisterschaft. Schon nach zehn Minuten stellte Dost die Weichen. Der Portugiese Vierinha, der seinen Vertrag gerade erst bis 2018 verlängert hatte, wirbelte auf der rechten Seite und legte ab auf Schürrle. Der Nationalspieler leistete per Kopf die Vorarbeit. Und der Niederländer hatte keine Probleme, seinen sechsten Treffer im dritten Bundesliga-Spiel in Serie zu erzielen.

Der 22. Bundesliga-Spieltag

VfB Stuttgart - Borussia Dortmund 2:3 (1:2)

Nach 90 Minuten gewinnt Borussia Dortmund mit 3:2 gegen den VfB Stuttgart – und das klingt knapper als es war. Die Schwarz-Gelben dominieren von Beginn an die Partie. Nach 25 Minuten besorgt Aubameyang die Führung. Doch Sahin foult Niedermeier im Sechzehner und Klein erzielt den Ausgleich (32.). Doch der BVB spielt auch nach dem Ausgleich weiterhin dominant. Gündogan trifft nach Kagawa-Vorlage zum 2:1 (39.). Nach der Pause ist die Klopp-Truppe weiterhin am Drücker, versäumt es aber das dritte oder gar vierte Tor nachzulegen. In der 89. gelingt Reus das 3:1, aber Niedermeier kann noch im Gegenzug verkürzen.

FC Schalke 04 - Werder Bremen 1:1 (0:0)

1:1 trennten sich beide Mannschaften nach einer packenden Schlussphase. Beide Seiten lieferten sich ein richtig gutes Duell, doch Tore fielen erst im zweiten Durchgang. Meyer zog aus der Distanz ab, Wolf patzte - Schalke führte (61.). Den bereits sicher geglaubten Sieg gab Königsblau in der zweiten Minute der Nachspielzeit aus der Hand, als Prödl zum 1:1 einköpfte. Das Unentschieden geht am Ende absolut in Ordnung.

FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 3:1 (1:1)

Der FSV Mainz 05 feierte mit seinem neuem Trainer Martin Schmidt einen perfekten Einstand und blieb im Rhein-Main-Derby gegen Frankfurt vor heimischem Publikum ungeschlagen. In einem rassigen Spiel gingen die Gäste durch Stefan Aigner in Führung (35.), doch Christian Clemens sorgte umgehend für den Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel brauchten die Nullfünfer 2 Minuten und 36 Sekunden, um das 2:1 und 3:1 zu erzielen, und damit das Spiel zu entscheiden. Geis und Malli trafen dabei sehenswert.

SC Freiburg - 1899 Hoffenheim 1:1 (1:1)

Hoffenheim spielte in den ersten 45 Minuten die vielleicht schlechteste Hälfte der Saison, dennoch konnte Volland die Führung von Höhn (25.) in der 39. Minute ausgleichen. Halbzeit Zwei gehörte dagegen den Gästen aus dem Kraichgau, die gerade in Person von Volland und Modeste mächtig Betrieb machten. Bis auf einen Pfostenschuss von Polanski (52.) gab es jedoch keine Großchancen. Die Rote Karte für Torrejon (90.+2) wirkte sich nicht mehr entscheidend auf die Partie aus.

SC Paderborn - Bayern München 0:6 (0:2)

Die Bayern gewannen nach Startschwierigkeiten mit 6:0 in Paderborn. In der ersten Halbzeit standen die Paderborner sicher in der eigenen Hälfte und ließen den Bayern nur wenig Platz zum Kombinieren. Lewandowski nutzte jedoch die einzigen Chancen zur 2:0-Führung (24.,37.). In den zweiten 45 Minuten ging den Paderbornern dann die Luft aus und die Bayern spielten ihre Chancen sehenswert zu Ende. Robben (63. Elfmeter,86.), Ribery (72.) und Weiser (78.) waren die Torschützen.

FC Augsburg - Bayer Leverkusen 2:2 (0:1)

Zunächst verlief die zweite Hälfte ruhig, bis der eingewechselte Caiuby in der 59. Minute seinen ersten Treffer für den FCA und damit den 1:1-Ausgleich erzielte. Danach waren die Schwaben klar die bessere Mannschaft und stellten den starken Leverkusener Keeper Bernd Leno ein ums andere Mal auf die Probe. Völlig aus dem Nichts erzielte dann Bayers Reinartz in der 84. Minute die erneute Bayer-Führung. Callsen-Bracker fälschte den Ball noch ab. In der vierten Minute der Nachspielzeit wurde der Augsburger Torhüter dann zum Helden der Partie. Bei einer der letzten Eckbälle eilte Hitz mit nach vorne und bugsierte den Ball zum Ausgleich ins Tor.

1. FC Köln - Hannover 96 1:1 (1:1)

In einem von beiden Seiten sehr destruktiv geführten Spiel wurde in Köln zwischen dem FC und Hannover 96 kein Sieger ermittelt. Die Korkut-Elf startete gut und ging gegen desorganisierte Domstädter durch Joselu (6.) früh in Führung. Der FC konnte sich jedoch fangen und machte nach 17 Minuten den Ausgleich durch Stürmer Anthony Ujah. Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel intensiv, krankte aber an vielen Zweikämpfen und Unterbrechungen. Nachdem die wenigen guten Chancen ungenutzt blieben, flog noch der Portugiese Joao Pereira in der Nachspielzeit wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Feld (90.+1).

Hamburger SV - Bor. Mönchengladbach 1:1 (0:0)

Der Hamburger SV schaffte nicht den Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Nur 1:1 spielte der HSV gegen Borussia Mönchengladbach. Die Führung gelang Stieber mit einem Schuss ins linke Eck zum 1:0 (73.). In der Nachspielzeit köpfte Hrgota den 1:1-Ausgleich (90+2.).

VfL Wolfsburg - Hertha BSC 2:1 (1:1)

Einen standesgemäßen Sieg landete der VfL Wolfsburg mit dem 2:1 über Hertha BSC. Dost gelang das 1:0 (10.). Noch vor der Pause köpfte Stieber den 1:1-Ausgleich (30.). Für die Entscheidung sorgte erneut Dost, der nach einem Pfostenschuss von Gustavo, den 2:1-Siegtreffer markierte (74.).

Die Wolfsburger, die das Hinspiel in Berlin mit 0:1 verloren und damals in nunmehr 48 Spielen zum einzigen Mal nicht getroffen hatten, bestimmten das Geschehen. Trainer Dieter Hecking schaute dem Treiben entspannt zu, denn die kampfstarken Gäste wirkten harmlos. Und schlugen nach einer halben Stunde doch zu. Der aus Dortmund gekommene Schieber verwandelte eine Vorlage von Valentin Stocker nach zwei groben Abwehrfehlern von Sebastian Jung und Robin Knoche in echter Torjägermanier, die Hertha durfte wieder hoffen.

Unbeirrt spulten die Wölfe ihr Pensum ab, Schürrle (39.) traf das Außennetz, Kevin de Bruyne (43.) scheitere mit einem Weitschuss. Nach der Pause korrigierte Hecking seine Aufstellung. Der Coach hatte nach dem 2:0 in der Europa League gegen Sporting Lissabon nur einmal gewechselt. Für den verletzten Aaron Hunt war Luiz Gustavo in die Startelf zurückgekehrt. Daniel Caligiuri und überraschend auch wieder Maximilian Arnold blieben dagegen auf der Bank, Christian Träsch und Sebastian Jung in der Mannschaft.

Arnold wurde gegen Hertha dann zur Halbzeit für den defensivschwachen Jung eingewechselt. Träsch rückte dafür nach rechts hinten, Arnold auf die Sechs neben Gustavo. Doch die Berliner standen in der Abwehr sicherer und hatten in Torhüter Thomas Kraft einen guten Rückhalt. Der Berliner Keeper zeichnete sich unter anderem gegen De Bruyne (55.) aus. Nur drei Minuten später legte Dost uneigennützig auf Schürrle ab, doch der Nationalspieler drosch den Ball über das Tor.

Eine Viertelstunde vor Schluss dann war Kraft chancenlos, denn Dost traf erneut. Wieder war es Vierinha, der die Vorarbeit leistete und auf Gustavo ablegte. Der Brasilianer traf mit seinem Schuss nur den rechten Pfosten, Dost staubte eiskalt ab. Herthas Jens Hegeler schaute tatenlos zu.

Von

dpa

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