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22.02.2015

17:38 Uhr

22. Bundesliga-Spieltag

Hrgota rettet Gladbach das Remis

Nach dem Debakel gegen Bayern wollte der HSV Wiedergutmachung leisten. Mit Glück überstanden die Hamburger die Gladbacher Drangphase, ein Konter brachte sogar die Führung. Doch die Fohlen glichen in letzter Minute aus.

Der Gladbacher Andre Hahn (l) kämpft mit dem Hamburger Matthias Ostrzolek um den Ball. dpa

Zweikampf in der Luft

Der Gladbacher Andre Hahn (l) kämpft mit dem Hamburger Matthias Ostrzolek um den Ball.

HamburgDer Hamburger SV hat einen Woche nach dem Bayern-Alptraum einen Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach in letzter Sekunde verspielt. In der zweiten Minute der Nachspielzeit erzielte Branimir Hrgota am Sonntag den Treffer der Gäste zum 1:1 (0:0). Zuvor hatte Zoltan Stieber die Hamburger Gastgeber in der 73. Minute in Führung geschossen. Die vor einer Woche mit 0:8 bei den Bayern untergegangenen Hamburger verpassten es als 14. in der Tabelle mit 24 Punkten, sich weiter von den Abstiegsrängen der Fußball-Bundesliga abzusetzen. Die Gladbacher bleiben Dritter mit nunmehr 37 Punkten, konnten aber kein Kapital aus den Remis der Verfolger schlagen.

So eklatant wie der Tabellenstand beider Teams eigentlich vermuten lassen hätte, fiel der Unterschied auf dem Platz vor 52.105 Zuschauern nicht aus. Beide Teams beschränkten sich in der ersten Halbzeit auf wenige Offensivszenen. Die technisch durchaus versierteren Gladbacher wirkten drei Tage nach der 0:1-Niederlage im Europa-League-Hinspiel in Sevilla noch nicht ganz frisch - obwohl Trainer Lucien Favre mehr als die Hälfte der Mannschaft tauschte und sechs neue Kräfte im Vergleich zur Startelf in Andalusien brachte.

Nur kurz ließen die Borussen ihr Können aufblitzen: 4. Minute, Patrick Herrmann setzte sich auf der linken Seite durch und passte den Ball in den Rückraum auf Max Kruse. Der zögerte nicht und zog direkt ab, der Ball streifte das Außennetz. Etwa 60 Sekunden später klatschte der Ball an den Pfosten des HSV-Tores. Keeper Jaroslav Drobny wäre beim Schuss von Herrmann aus rund zehn Metern machtlos gewesen. Das war's dann allerdings weitestgehend von den Gästen.

Der 22. Bundesliga-Spieltag

VfB Stuttgart - Borussia Dortmund 2:3 (1:2)

Nach 90 Minuten gewinnt Borussia Dortmund mit 3:2 gegen den VfB Stuttgart – und das klingt knapper als es war. Die Schwarz-Gelben dominieren von Beginn an die Partie. Nach 25 Minuten besorgt Aubameyang die Führung. Doch Sahin foult Niedermeier im Sechzehner und Klein erzielt den Ausgleich (32.). Doch der BVB spielt auch nach dem Ausgleich weiterhin dominant. Gündogan trifft nach Kagawa-Vorlage zum 2:1 (39.). Nach der Pause ist die Klopp-Truppe weiterhin am Drücker, versäumt es aber das dritte oder gar vierte Tor nachzulegen. In der 89. gelingt Reus das 3:1, aber Niedermeier kann noch im Gegenzug verkürzen.

FC Schalke 04 - Werder Bremen 1:1 (0:0)

1:1 trennten sich beide Mannschaften nach einer packenden Schlussphase. Beide Seiten lieferten sich ein richtig gutes Duell, doch Tore fielen erst im zweiten Durchgang. Meyer zog aus der Distanz ab, Wolf patzte - Schalke führte (61.). Den bereits sicher geglaubten Sieg gab Königsblau in der zweiten Minute der Nachspielzeit aus der Hand, als Prödl zum 1:1 einköpfte. Das Unentschieden geht am Ende absolut in Ordnung.

FSV Mainz 05 - Eintracht Frankfurt 3:1 (1:1)

Der FSV Mainz 05 feierte mit seinem neuem Trainer Martin Schmidt einen perfekten Einstand und blieb im Rhein-Main-Derby gegen Frankfurt vor heimischem Publikum ungeschlagen. In einem rassigen Spiel gingen die Gäste durch Stefan Aigner in Führung (35.), doch Christian Clemens sorgte umgehend für den Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel brauchten die Nullfünfer 2 Minuten und 36 Sekunden, um das 2:1 und 3:1 zu erzielen, und damit das Spiel zu entscheiden. Geis und Malli trafen dabei sehenswert.

SC Freiburg - 1899 Hoffenheim 1:1 (1:1)

Hoffenheim spielte in den ersten 45 Minuten die vielleicht schlechteste Hälfte der Saison, dennoch konnte Volland die Führung von Höhn (25.) in der 39. Minute ausgleichen. Halbzeit Zwei gehörte dagegen den Gästen aus dem Kraichgau, die gerade in Person von Volland und Modeste mächtig Betrieb machten. Bis auf einen Pfostenschuss von Polanski (52.) gab es jedoch keine Großchancen. Die Rote Karte für Torrejon (90.+2) wirkte sich nicht mehr entscheidend auf die Partie aus.

SC Paderborn - Bayern München 0:6 (0:2)

Die Bayern gewannen nach Startschwierigkeiten mit 6:0 in Paderborn. In der ersten Halbzeit standen die Paderborner sicher in der eigenen Hälfte und ließen den Bayern nur wenig Platz zum Kombinieren. Lewandowski nutzte jedoch die einzigen Chancen zur 2:0-Führung (24.,37.). In den zweiten 45 Minuten ging den Paderbornern dann die Luft aus und die Bayern spielten ihre Chancen sehenswert zu Ende. Robben (63. Elfmeter,86.), Ribery (72.) und Weiser (78.) waren die Torschützen.

FC Augsburg - Bayer Leverkusen 2:2 (0:1)

Zunächst verlief die zweite Hälfte ruhig, bis der eingewechselte Caiuby in der 59. Minute seinen ersten Treffer für den FCA und damit den 1:1-Ausgleich erzielte. Danach waren die Schwaben klar die bessere Mannschaft und stellten den starken Leverkusener Keeper Bernd Leno ein ums andere Mal auf die Probe. Völlig aus dem Nichts erzielte dann Bayers Reinartz in der 84. Minute die erneute Bayer-Führung. Callsen-Bracker fälschte den Ball noch ab. In der vierten Minute der Nachspielzeit wurde der Augsburger Torhüter dann zum Helden der Partie. Bei einer der letzten Eckbälle eilte Hitz mit nach vorne und bugsierte den Ball zum Ausgleich ins Tor.

1. FC Köln - Hannover 96 1:1 (1:1)

In einem von beiden Seiten sehr destruktiv geführten Spiel wurde in Köln zwischen dem FC und Hannover 96 kein Sieger ermittelt. Die Korkut-Elf startete gut und ging gegen desorganisierte Domstädter durch Joselu (6.) früh in Führung. Der FC konnte sich jedoch fangen und machte nach 17 Minuten den Ausgleich durch Stürmer Anthony Ujah. Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel intensiv, krankte aber an vielen Zweikämpfen und Unterbrechungen. Nachdem die wenigen guten Chancen ungenutzt blieben, flog noch der Portugiese Joao Pereira in der Nachspielzeit wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Feld (90.+1).

Hamburger SV - Bor. Mönchengladbach 1:1 (0:0)

Der Hamburger SV schaffte nicht den Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Nur 1:1 spielte der HSV gegen Borussia Mönchengladbach. Die Führung gelang Stieber mit einem Schuss ins linke Eck zum 1:0 (73.). In der Nachspielzeit köpfte Hrgota den 1:1-Ausgleich (90+2.).

VfL Wolfsburg - Hertha BSC 2:1 (1:1)

Einen standesgemäßen Sieg landete der VfL Wolfsburg mit dem 2:1 über Hertha BSC. Dost gelang das 1:0 (10.). Noch vor der Pause köpfte Stieber den 1:1-Ausgleich (30.). Für die Entscheidung sorgte erneut Dost, der nach einem Pfostenschuss von Gustavo, den 2:1-Siegtreffer markierte (74.).

Die Hamburger setzten Kampfgeist dagegen. Coach Josef Zinnbauer hatte nach dem Desaster von München seine Mannschaft sogar auf sieben Positionen verändert, auch Rafael van der Vaart musste sich mit einem Platz auf der Bank abfinden. Es war das erste Mal seit seiner Rückkehr zu den Hanseaten, dass der Niederländer fit war, aber nicht für die Startelf berücksichtigt wurde.

Der HSV bemühte sich, kein Tor zu kassieren und bei vereinzelten Gegenstößen die Gladbacher in Gefahr zu bringen. Die Offensive wurde allerdings nach nicht mal einer halben Stunde geschwächt, als Ivica Olic vom Platz humpelte. Zuvor hatte Abwehrspieler Dennis Diekmeier eine Chance vergeben (20.), danach scheiterte Slobodan Rajkovic nach einer Ecke in aussichtsreicher Position mit einem Kopfball (41.).

Allzuviel ereignete sich in der Partie auch nach dem Seitenwechsel zunächst nicht. Vor allem von den Gladbachern, bei denen Granit Xhaka gelbgesperrt fehlte und schmerzlich im Spielaufbau vermisst wurde, kam zuwenig. Also reagierte Favre und brachte Raffael in die Partie. Es änderte aber nichts. Die Gäste ließen jegliche Durchschlagskraft vermissen, wirkten zu verhalten, zu zögerlich.

Die Strafe folgte: Nach einem Ballverlust auf Höhe der Mittellinie konterten die Hamburger blitzschnell. Artjoms Rudnev, der für Olic in die Partie gekommen war, legte Stieber auf, und der zog aus 16 Metern mit links ab. Torwart Yann Sommer streckte sich vergebens. Auf der Gegenseite war Drobny beim Ausgleich durch Hrgota chancenlos.

Von

dpa

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