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25.03.2014

22:01 Uhr

24. Titel für Bayern München

Der Liga-Überflieger

VonChristoph Henrichs

Bayern lässt die Rekorde purzeln: So viele Stars, so hohe Ausgaben und so erfolgreich wie kein deutscher Klub. Der Meistertitel, den das Starensemble am Abend geholt hat, war zwingend – und aus der Niederlage geboren.

FC Bayern München

Historischer Triumph: Deutscher Meister in Rekordzeit

FC Bayern München: Historischer Triumph: Deutscher Meister in Rekordzeit

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DüsseldorfDas Werk ist vollbracht, der Drops gelutscht, das Fast Food gegessen: In Rekordgeschwindigkeit hat sich der FC Bayern München einer lästigen Pflicht entledigt und mit dem 3:1-Sieg bei Hertha BSC am Dienstagabend die deutsche Meisterschaft verteidigt. Doch damit hat der Klub nicht einmal die Hälfte der angestrebten Kür erreicht: Denn nichts weniger als die Verteidigung der Titel-Trilogie aus Meisterschaft, Champions League und DFB-Pokal ist der Anspruch von Verein, Spielern und Anhang. Das doppelte Triple wäre ein bislang unerreichter Rekord.

Noch vor zwei Jahren scheiterten die Bayern an ihrem Anspruch. Sie verloren ihr „Finale Dahoam“ gegen den FC Chelsea und das Pokal-Endspiel gegen Borussia Dortmund. Die Beinahe-Erfolge in allen drei Wettbewerben wurden zum Weckruf eines dösenden Riesen.

Der Schmerz über das „Vize-Triple“ 2012 saß tief. „Für alle anderen Klubs wäre es ein toller Erfolg gewesen, für uns war es bitter enttäuschend“, sagt Bayern-Sprecher Markus Hörwick rückblickend. Eine konsternierte, verunsicherte, gedemütigte Mannschaft wurde unsanft aus ihren Titelträumen gerissen – und leckte Blut. Der FCB schlug mit einer so geballten Wucht zurück, dass die deutsche Fußballwelt bis heute erzittert. Und auch den Verein selbst hat diese Wucht verändert.

Ausgangspunkt, so Hörwick, war damals eine „gnadenlose Analyse“: Wie konnte man sich weiter verstärken, wie die fehlenden Prozentpunkte aus den Spielern herauskitzeln? Als direkte Reaktion auf das bittere Ende der Saison 2012 verteidigte der FCB auch bei den Transferausgaben seine Stellung als unangefochtener deutscher Rekordmeister. In der Sommerpause ging München für 70 Millionen Euro einkaufen.

Mehr als die Hälfte, genau genommen 40 Millionen, gingen dabei für einen einzigen Spieler drauf: Javi Martínez, der teuerste Transfer der Bundesliga-Geschichte. Weitere Personaltransfers in der Saisonpause 2012 erwiesen sich als wichtige Bausteine für die aktuelle Meistermannschaft: Stürmer Mario Mandžukić, Verteidiger Dante, Mittelfeld-Ass Shaqiri. Unter der Führung von Jupp Heynckes erreichte das Team in der Saison 2012/2013 einen neuen Punkterekord und gewann als erster deutscher Verein das Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League.

Die Bayern-Trainer seit der Jahrtausendwende

Ottmar Hitzfeld

Juli 1998 - Juni 2004, Februar 2007 - Juni 2008: Der Schweizer holte mit Borussia Dortmund zwei Meisterschaften, gewann Champions League und Weltpokal – und wechselte dann zu Bayern München, wo er noch erfolgreicher wurde: Neben Champions League und Weltpokal gewannen die Bayern unter Hitzfeld viermal die deutsche Meisterschaft und zweimal den DFB-Pokal.

Felix Magath

Juli 2004 - Januar 2007: Als erster deutscher Verein gelang dem FC Bayern unter Felix Magath die Wiederholung des Doubles aus Meisterschaft und DFB-Pokal. Nach einem enttäuschenden halben Jahr darauf und dem Abgang von Michael Ballack wurde er entlassen und noch einmal durch Ottmar Hitzfeld ersetz.

Jürgen Klinsmann

Juli 2008 - April 2009: Die Verpflichtung des ehemaligen Bundestrainers war wohl das größte Missverständnis in der jüngeren Vereinsgeschichte. Spätestens nach einer Demütigung durch den FC Barcelona musste Klinsmann den Hut nehmen.

Louis van Gaal

Juli 2009 - April 2011: Der Niederländer wurde für seinen autoritären Führungsstil kritisiert und für seinen Enthusiasmus als „Feierbiest“ geliebt: Er gewann zweimal die Meisterschaft und den DFB-Pokal und gelangte mit seinem Team ins Endspiel der Königsklasse. Doch richtig warm wurden die Funktionäre mit ihm nie. Dortmund gewann 2011 die Meisterschaft und van Gaal musste gehen.

Andries Jonker

April 2011 - Juni 2011: Der Niederländer war nach van Gaals Weggang als Interimstrainer tätig.

Jupp Heynckes

April 2009 - Juni 2009, Juli 2011 - Juni 2013: Das Gladbacher Urgestein übernahm für kurze Zeit nach dem Rauswurf von Jürgen Klinsmann und kehrte 2011 noch einmal zurück um den größten Erfolg der Vereinsgeschichte, das Triple, zu holen.

Pep Guardiola

Seit Juli 2013: Die Verpflichtung des ersten spanischen Trainers in der Bundesliga war eine riesige Sensation. Mit dem FC Barcelona gewann er in vier Jahren 14 Titel. Mit dem FC Bayern hat er bis heute kein einziges Bundesligaspiel verloren.

Die Bayern arbeiteten nach bewährten Muster, nämlich der massiven Investition in den Spielerkader nach einem für bayerische Verhältnisse erfolglosen Jahr. Wenn es schlecht läuft, wird besonders viel Geld ausgegeben: Nach der Meisterschaft des VfB Stuttgart 2007 hatte Bayern 88 Millionen ausgegeben und seine Titel zurückerobert. Nach der Meisterschaft des VfL Wolfsburg 2009 hatte Bayern 75 Millionen Euro ausgegeben und die Verhältnisse gerade gerückt. Nach der Meisterschaft von Dortmund bewährte sich diese Strategie erneut: Spätestens mit dem Triple lag die deutsche Fußballwelt dem nun auch auf Papier besten deutschen Team aller Zeiten ehrfürchtig zu Füßen.

Doch eines ist nun anders: Bis 2013 hatte sich Bayern München im Jahr nach der Titel-Rückeroberung stets am Transfermarkt zurückgehalten, sich auf den Lorbeeren ausgeruht. Diesmal investierte München trotz des größten Erfolgs der Vereinsgeschichte für die Saison 2013/14 erneut aggressiv in den eigenen Kader. „Wenn wir das Gefühl haben, dass wir uns weiter verstärken sollten“, erklärt Markus Hörwick, „dann ist es unsere Pflicht, das auch zu tun.“

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

26.03.2014, 10:32 Uhr

Sportlich und wirtschaftlich ein überragender Erfolg. Herzlichen Glückwunsch. Mir san mia ! ! Da können die Herren Watzke und Klopp nur in ihre Kissen weinen.

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