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25.04.2013

16:10 Uhr

25-Millionen-Offerte

Top-Klubs jagen Lewandowski

VonLisa Hegemann, Désirée Linde

Vom Torjäger zum Gejagten: Mit seinen vier Treffern gegen Real bestätigt Lewandowski seine Topform. Damit steigert er seinen Marktwert und das Interesse der in- und ausländischen Konkurrenz. Allen voran Bayern München. Angeblich liegt ein Angebot über 25 Millionen Euro vor.

Robert Lewandowski, der Super-Stürmer von Borussia Dortmund. WITTERS

Robert Lewandowski, der Super-Stürmer von Borussia Dortmund.

DüsseldorfDie internationale Presse überschlägt sich mit Lobpreisungen des BVB-Stürmers nach dem fulminanten 4:1-Sieg im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid: Der „schwarz-gelbe Magier“, „Love-andowski“ oder „Tor-Titan“ sind die Titel, die sich der polnische Stürmer im Borussen-Dress am Mittwochabend im Dortmunder Signal Iduna Park erspielt hat.

Als der Held von Dortmund nach seinem vierten Tor vier Finger in die Luft streckte, glaubte man fast, dass Robert Lewandowski noch in diesem Spiel weitere Rekorde brechen würde. Zwei sackte er am Mittwoch ein: Er ist der erste Fußballspieler, der in einem Champions-League-Halbfinale vier Treffer erzielt hat – und in einem Spiel in der Königsklasse vier Tore gegen Real Madrid.

Champions-League-Prämien

Hohe Ausschüttung

Die Champions League bleibt für die Uefa und die teilnehmenden Fußball-Klubs ein florierendes Geschäft. Mehr als 900 Millionen Euro werden in dieser Spielzeit ausgeschüttet.

Sichere Startprämie

Als fixe Startprämie verbuchen alle 32 Vereine 8,6 Millionen Euro. In der Summe sind für den Champions-League-Sieger im besten Fall mehr als 60 Millionen Euro möglich.

Siegprämien

Pro Sieg in der Gruppenphase gibt es eine Million Euro, für jedes Unentschieden halb so viel. Erfolg zahlt sich auch in der K.o.-Runde richtig aus. 3,5 Millionen Euro überweist die UEFA für den Achtelfinal-Einzug, weitere 3,9 Millionen für das Erreichen des Viertelfinales. Die Halbfinalisten erhalten 4,9 Millionen Euro, der unterlegene Finalist 6,5 Millionen. Der Sieger des Endspiels Ende Mai in Lissabon bekommt 10,5 Millionen Euro überwiesen. Dazu kommen Ticketeinnahmen in Millionenhöhe.

Bayern verdienen am meisten

Der FC Bayern kommt nach dem Achtelfinale bereits auf 28,76 Millionen Euro Startgeld und Prämien. Dortmund nahm 24,85, Leverkusen 21,43 und Schalke 18,51 Millionen Euro ein. Ziehen die Bayern ins Viertelfinale ein, würden die Gesamteinnahmen bereits annähernd 50 Millionen Euro betragen.

Der Titel war viel Geld wert

Beim Titelgewinn 2013 kassierten die Münchner insgesamt 55,046 Millionen Euro an Uefa-Prämien, davon 19,146 Millionen aus dem Markt-Pool. Hinzu kamen rund 15 Millionen Euro an Zuschauer-Einnahmen aus sechs Heimspielen.

Vergleich Europa League

Die Gelder in der Europa League sind im Vergleich zur Königsklasse nur Trostpflaster. Im kleinen Europacup fließen nur mehr als 200 Millionen Euro an die 48 Vereine. Der Cupsieger bekommt fünf Millionen Euro, der unterlegene Finalist muss sich mit 2,5 Millionen Euro begnügen. Mit speziellen Bonifikationen kann der Europa-League-Sieger fast zehn Millionen Euro einstreichen.

Auf der Torschützenliste der aktuellen Champions League-Saison hat der BVB-Stürmer den großen Lionel Messi bereits überholt und liegt nur noch zwei Toren hinter Cristiano Ronaldo – jenem Weltstar, dessen Team am Mittwoch von den Dortmundern an die Wand gespielt wurde und dem dabei nur ein Treffer gelang.

Ein kleiner, weiterer Rekord steht demnächst noch an: Zwölfmal in Folge hat der 24-Jährige für Borussia in der Bundesliga getroffen, der Bestmarke von Gerd Müller liegt damit nur noch vier Spiele entfernt.

Einerseits sind das gute Nachrichten für den BVB. Dank der Treffer des Polen steht der Verein kurz vor seinem ersten Champions-League-Finaleinzug seit 16 Jahren. Andererseits weckt Lewandowskis Topform das Interesse der Konkurrenz – und macht den Torjäger selbst zum Gejagten: Der Stürmer soll auf den Transfer-Wunschlisten sämtlicher großen europäischen Vereine stehen. Allen voran bei den Bayern.

Es wäre bereits der zweite große Coup in dieser Saison, den die Bayern gegen den BVB landen würden. Am Dienstag war bekannt geworden, dass Mittelfeldstar Mario Götze für geschätzte 37 Millionen Euro von Dortmund nach München wechseln würde. Gerade vor einem möglichen deutsch-deutschen Finale in der Champions League (25. Mai) im Wembley-Stadion in London hätte ein Lewandowski-Wechsel besondere Brisanz: Zwei der aktuellen BVB-Leistungsträger würden gegen ihren neuen Verein spielen. Für Dortmund wäre es die große Ernüchterung kurz nach dem großen Tore-Rausch.

Und es sieht so aus, als könnte es tatsächlich dazu kommen. Kurz vor dem Spiel gegen Madrid äußerte sich der Berater von Jupp Heynckes, Enrique Reyes, gegenüber dem spanischen Radiosender Deportes Cope und erklärte, dass der FCB „die Unterschrift von Lewandowski“ habe. Der Stürmer und Götze „bilden ein bärenstarkes Team“.

Reaktionen zur Champions League Auslosung

Karl Heinz Rummenigge 1

Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München:

„Barcelona ist für mich die Benchmark in Europa. Wir haben da 2009 ein fürchterliche 4:0-Packung gekriegt. Es ist jetzt eine wunderbare Gelegenheit zu zeigen, dass Bayern München seit 2009 um einiges besser geworden ist.“

Karl Heinz Rummenigge 2

„Ich bin sehr glücklich über das Los. Vor allem weil ich kein Freund einer deutsch-deutschen Paarung gewesen bin“

Karl Heinz Rummenigge 3

„Pep Guardiola hat sich noch nicht gemeldet und wird das wohl auch nicht tun. Der mag über Insiderwissen verfügen, aber wir haben mit Jupp Heynckes ja auch einen Insider auf der Bank. Da müssen wir nicht auf Guardiola zurückgreifen.“

Karl Heinz Rummenigge 4

Zu Lionel Messi:

„Er ist mit Abstand der beste Spieler der Welt. Es ist eine Herkulesaufgabe, seine Kreise einzugrenzen.“

Jan-Christian Dreesen

Finanzvorstand von Bayern München:

„Wir haben uns Barcelona erst im Finale gewünscht, aber ich denke, die Mannschaft ist so gut drauf, dass sie Barcelona Paroli bieten kann. Von der Konstellation her, dass wir Pep Guardiola im neuen Jahr als Trainer haben, bietet das Duell noch einmal Extra-Pfeffer.“

Hans Joachim Watzke

Geschäftsführer von Borussia Dortmund:

„Wir sind mit dem Los zufrieden, denn wir wollten einen internationalen Gegner haben. Es tut mir leid, dass Uli Hoeneß' Wunsch, gegen uns zu spielen, nicht hingehauen hat. Das Heimrecht ist nicht entscheidend, im Viertelfinale ist je zwei Mal die Mannschaft weiter gekommen, die im Hin- und im Rückspiel Heimrecht hatte. Wenn wir das Hinspiel halbwegs ordentlich beenden, werden wir im Rückspiel Räume haben, von daher sehe ich das gar nicht so problematisch. Wir können jetzt sowieso nur noch viel gewinnen und nichts mehr verlieren. Von daher ist das eine komfortabele Situation. Ich glaube nicht, das Real nach den Duellen nach den Spielen in der Vorrunde Angst hat. Sie werden Respekt haben, den haben wir auch.“

Stefan Effenberg

Stefan Effenberg, Ex-Bayern-Spieler und Champions League Sieger von 2001:

„Das ist ein Traum. Vielleicht ein kleiner Nachteil, dass Bayern zuerst zu Hause spielt. Aber insgesamt ist diese Auslosung ein Traum. Mehr geht nicht.“

Matthias Sammer 1

Sportdirektor des FC Bayern München:

„Es ist ein nettes Los. Es sind vier fantastische Mannschaften, die im Halbfinale stehen.“

Matthias Sammer 2

„Barcelona ist eine wunderbare Mannschaft. Es ist ein langer Zeitraum, in dem diese Mannschaft beherrscht hat, aber Bayern München hat sich entwickelt. Ich sehe es nicht als Nachteil, dass wir zuerst zu Hause spielen. Wir machen das so wie bei Juventus.“

Offiziell hat Stürmer-Ass Lewandowski bei Dortmund noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014, sich aber laut seinem Berater bereits schon für einen Verein entschieden. Wechsel: bereits diesen Sommer. „Robert Lewandowski spielt in dem großen Verein Borussia Dortmund, und Robert wird in einem noch größeren Verein spielen. Einem noch besseren als Borussia Dortmund. Die Funktionäre von Borussia Dortmund wissen, wo er spielen wird“, sagte Lewandowski-Manager Cezary Kucharski im staatlichen polnischen Nachrichtensender TVP Info.

Angeblich liegt eine 25-Millionen-Euro-Offerte vor. Der BVB habe zugesichert, dass Lewandowksi am Ende der Saison wechseln dürfe, sagte der Berater „Spiegel Online“. Ob es sich bei diesem Angebot um eines aus dem Süden handelt, ließ er offen.

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