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04.04.2015

17:46 Uhr

27. Bundesliga-Spieltag

HSV geht unter, Champions-League-Anwärter siegen

18 Tore in sechs Spielen: Der HSV geht auch mit Knäbel unter, Wolfsburg, Bayer und Gladbach siegen und Hannover schafft ein kleines Erfolgserlebnis. Außerdem schafft Freiburg den Sprung weg vom direkten Abstiegsplatz.

Leverkusens Stefan Kießling jubelt über sein Tor zum 2:0. AFP

Erleichternder Jubel

Leverkusens Stefan Kießling jubelt über sein Tor zum 2:0.

Berlin/FrankfurtDie Premiere von Peter Knäbel als HSV-Interimstrainer ist gründlich daneben gegangen. Die Hamburger kassierten am 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga eine 0:4 (0:2)-Niederlage bei Bayer 04 Leverkusen. Die viertplatzierte Werksmannschaft bekräftigte damit ihre Ambitionen auf einen Champions-League-Rang.

Allerdings feierten auch die Konkurrenten am Samstag Siege: Der Tabellenzweite VfL Wolfsburg schlug Schlusslicht VfB Stuttgart daheim 3:1 (1:1), der Dritte Borussia Mönchengladbach fertigte auswärts 1899 Hoffenheim mit 4:1 (3:1) ab.

Im Tabellenkeller verbuchte der SC Freiburg einen wichtigen 1:0 (1:0)-Sieg über Aufsteiger 1. FC Köln. Hannover 96 erkämpfte sich ein 2:2 (0:1) bei Eintracht Frankfurt, wartet aber weiter auf den ersten Sieg in diesem Jahr. Torlos endete nur die Begegnung Werder Bremen gegen FSV Mainz 05.

Darum geht's im Liga-Endspurt

Das Topduell

Das einst elektrisierende Duell zwischen den beiden besten deutschen Clubs hat in dieser Saison ein wenig an Brisanz verloren. Die Dortmunder haben als Tabellenzehnter mit dem Kampf um den Titel nichts zu tun, die Bayern führen die Tabelle konkurrenzlos an. Flogen früher vor den Aufeinandertreffen die Giftpfeile hin und her, werden diesmal versöhnliche Töne angestimmt. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge bezeichnet BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke als „qualitativ hochstehenden Kollegen“ und erinnerte an die sportliche Rivalität beider Clubs. „Wir hatten Zeiten, als sich die Clubs großartige Spiele geliefert haben“. Für die Bayern ist die Meisterschaft nur noch eine Frage der Zeit, wahrscheinlich fällt die Entscheidung aber erst im Mai.

Die Champions League

Die Bayern und Wolfsburg sind wohl sicher dabei, um Platz drei und vier kämpfen vor allem Borussia Mönchengladbach (47 Punkte), Bayer Leverkusen (45) und mit Abstrichen der FC Schalke 04 (39). Augsburg (38) und Hoffenheim (37) haben nur noch Außenseiterchancen. Derzeit läuft alles bestens für die Gladbacher, die zuletzt mit einem Sieg beim FC Bayern überraschten. Konkurrent Leverkusen muss noch im Borussia-Park antreten. Allerdings wartet am Sonntag ein Angstgegner auf die Gladbacher: In acht Auswärtspflichtspielen konnten die Borussen noch nie bei 1899 Hoffenheim gewinnen.

Der Abstiegskampf

Neben dem Hamburger SV, der mit 25 Punkten auf dem Relegationsplatz steht, sind der SC Freiburg (25), SC Paderborn (24) und der VfB Stuttgart (23) am meisten gefährdet. Die Tendenz spricht klar gegen Neuling Paderborn, der in den letzten 16 Spielen nur einen Sieg feierte. Möglicherweise kommt es am letzten Spieltag zum Abstiegs-Finale zwischen Paderborn und Stuttgart. Die Freiburger haben es selbst in der Hand: Die Breisgauer spielen noch gegen alle Konkurrenten.

Der HSV-Neustart

Ausgerechnet in Leverkusen startet der HSV seinen Schlussspurt im Existenzkampf mit neuem Personal. Denn Interimstrainer Peter Knäbel wird unterstützt von dem neuen Assistenten Peter Herrmann, der insgesamt 29 Jahre seiner Karriere in Leverkusen unter Vertrag stand. Ob die neue sportliche Führung schon unter dem Bayer-Kreuz die Wende einleiten kann? Für HSV-Idol Uwe Seeler steht fest: „Ich glaube, dass wir uns das Glück diesmal erkämpfen müssen, wenn wir in der Bundesliga bleiben wollen“.

Die Torjäger

Der beste Bundesliga-Torschütze könnte in diesem Jahr mal wieder ein Deutscher werden. Mit 19 Treffern rangiert der Frankfurter Alexander Meier vor dem zur Zeit verletzten Arjen Robben (17) und Robert Lewandowski sowie Bast Dost (beide 13). In den letzten zehn Jahren konnten nur drei deutsche Spieler die Torjägerkanone gewinnen. Stefan Kießling 2013/25 Treffer), Mario Gomez (2011/28) und Miroslav Klose (2006/25). Kurios: 11 seiner bislang 13 Treffer erzielte der Wolfsburger Dost in der Rückrunde.

Lange brauchte Leverkusen nicht. Gonzalo Castro schob in der siebten Minute nach Vorlage von Nationalspieler Karim Bellarabi den Ball ein. Die neue Nummer eins im Hamburger Tor, René Adler, war machtlos an alter Wirkungsstätte.

Das galt auch bei den Gegentoren durch Stefan Kießling (44./56.) und erneut Castro (63.). Der fünfte Bayer-Sieg in Serie ohne Gegentor - Vereinsrekord. Der HSV bleibt als 16. nach einer desolaten Leistung nicht nur tabellarisch ein Abstiegskandidat.

Ein bisschen mehr Mühe als erwartet hatte zunächst der VfL Wolfsburg. Der Tabellenletzte aus Stuttgart wehrte sich nach dem Rückstand durch einen Foulelfmeter von Ricardo Rodriguez (41.) erfolgreich. Kurz vor der Pause erzielte Martin Harnik den Ausgleich (44.). Das beste Rückrundenteam der Liga setzte sich gegen die bis dato erfolgloseste Mannschaft der Saison aber letztlich dank Rodriguez (65.) und André Schürrle (76.) durch.

Nur kurz schien Borussia Mönchengladbach vom Erfolgsweg der vergangenen Wochen abzukommen. In der 17. Minute brachte Sven Schipplock die Hoffenheimer in Führung. Max Kruse (26.) glich per Foulelfmeter für die Gladbacher aus, Patrick Herrmann sorgte für die Führung der schnellen Borussen (31.).

Nur fünf Minuten später gelang Raffael der Treffer zum 3:1. Den Schlusspunkt setzte erneut Herrmann (51.). Mit dem fünften Sieg in den vergangenen sechs Spielen festigte die Mannschaft von Lucien Favre den dritten Platz.

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