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18.04.2015

20:29 Uhr

29. Bundesliga-Spieltag

Dortmund feiert Klopp

Drei Tage nach der für BVB-Fans bitteren Nachricht vom nahen Klopp-Abschied, gab es in Dortmund wieder Grund zur Freude. Beim 3:0 über Paderborn nahm das BVB-Team Kurs auf die Europa League.

Jürgen Klopp jubelt im Kreis seiner Spieler. dpa

Borussia Dortmund - SC Paderborn 3:0 (0:0)

Jürgen Klopp jubelt im Kreis seiner Spieler.

DortmundErst in den letzten Minuten der Partie kam die Zeit für große Gefühle. Als der 3:0 (0:0)-Sieg über den SC Paderborn unter Dach und Fach war, erhoben sich selbst die Fans auf den teuren Plätzen von ihren Sitzen und feierten Jürgen Klopp in Sprechchören.

Demütig und dankbar verneigte sich der zum Saisonende scheidende Dortmunder Fußball-Lehrer nach dem Schlusspfiff vor den Tribünen, kämpfte jedoch dagegen an, die Emotionen an sich heranzulassen: „Es wäre doch blöd, wenn ein 47 Jahre alter Mann jede Woche wild flennend rumsteht. Wir haben noch drei Heimspiele und können nicht bei jeder Partie den Trainer verabschieden.“

Dennoch wirkte Klopp wie von Lasten befreit. Schließlich vertrieb sein Team mit dem verdienten Erfolg über die Ostwestfalen nahezu alle Abstiegssorgen und schuf die Voraussetzung für seinen würdevollen Abschied. „Für uns war es super wichtig. Schließlich war es ein Sechs-Punkte-Spiel. Dementsprechend fühlt es sich an“, kommentierte der Fußball-Lehrer. „Hätten wir heute verloren, würden wir jetzt über ganz andere Dinge sprechen.“

Nur drei Tage nach der Nachricht vom Klopp-Rückzug zeigte die Borussia eine positive Reaktion. Dank der Tore von Henrich Mchitarjan (48. Minute), Pierre-Emerick Aubameyang (55.) und Shinji Kagawa (80.) rangiert sie erstmals seit sieben Monaten wieder auf einem einstelligen Tabellenplatz. Damit wahrte der Revierclub im mit 80 667 Zuschauern ausverkauften Signal Iduna Park die Chance auf die Europa League.

Allerdings war viel Geduld vonnöten, um die Ostwestfalen in die Knie zu zwingen. Immerhin 50 Minuten dauerte es, bis sich die Anspannung löste. Dabei erwies sich der zweite Saisontreffer von Mchitarjan als Türöffner ins Glück. „Danach war der BVB-Express nicht mehr aufzuhalten. Dann ging es zu schnell für uns“, bekannte André Breitenreiter. Trotz der vierten Auswärtsschlappe der Gäste in Serie ohne eigenes Tor demonstrierte der SC-Coach vor dem anstehenden Kampf um den Klassenverbleib Zuversicht: „Es ist noch lange nicht vorbei.“

Der 29. Spieltag im Überblick

Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach 0:0 (0:0)

Keine Tore, dafür aber eine durchaus sehenswerte Partie erleben die Zuschauer in Frankfurt. In der ersten Halbzeit ist Gladbach nach Chancen besser, Herrmann hat früh die Chance zur Gästeführung (11.). Auch die Eintracht hat einen Hochkaräter: Valdez scheitert an Sommer (34.). Nach dem Seitenwechsel kommt von der Borussia so gut wie gar nichts mehr nach vorne, dafür hat Aigner die Möglichkeit, den Treffer des Tages für Frankfurt zu erzielen (70.). Kurz vor dem Abpfiff kommt der eingwechselte Hazard zur besten Gladbacher Chance, doch auch er kommt nicht am souveränen Trapp vorbei. Am Ende ein leistungsgerechtes Resultat.

Bayer Leverkusen - Hannover 96 4:0 (2:0)

Die Werkself ist von Anfang an die bessere Mannschaft und belohnt sich mit vier Toren für eine starke Leistung. Ömer Toprak (20.), Julian Brandt (40.), Kyriakos Papadopoulos (49.) und Stefan Kießling (70.) sorgen für diesen Endstand. Hannover ist unglaublich harmlos und sieht sich nun wieder dem Abstiegskampf gegenüber. Die Werkself zieht hingegen an Gladbach vorbei auf den dritten Platz.

Hertha BSC - 1. FC Köln 0:0 (0:0)

Es ist das gefürchtet zähe Spiel im Olympiastadion geworden. Beide Mannschaften neutralisieren sich in Halbzeit eins durch ihre defensivtaktische Disziplin. In den zweiten 45 Minuten nimmt die Hertha das Spiel in die Hand, ohne übermäßig gefährlich zu sein. Die Hauptstädter zeichnen trotzdem für die größeren Chancen verantwortlich - Langkamp (17.) und Stocker (49.) scheitern am guten Horn, Skjelbred (30.) und Haraguchi (59.) verziehen freistehend. Köln kann mit dem Remis leben, sich aber auch über einen nicht gegebenen Elfmeter nach einem Skjelbred-Foul an Maroh ärgern (23.).

SC Freiburg - FSV Mainz 05 2:3 (0:2)

Der FSV kann mit einer eiskalten Torausbeute die Begegnung für sich entscheiden. Die Breisgauer machen zwar das Spiel, können ihre zahlreichen Chancen allerdings nicht nutzen. Okazaki bringt die Mainzer nach seinem Doppelpack (39. und 45+1.) in Führung. In der zweiten Hälfte nimmt Freiburg das Spiel erneut in die Hand. In der 81. Minute kann Mehmedi auf 1:2 Verkürzung. Im direkten Gegenzug erhöht Malli allerdings auf 3:1 und entscheidet die Partie. Der Sport-Club kommt in der Nachspielzeit nochmal auf 2:3 durch Schmid heran (90+1.). Doch dabei bleibt es, Mainz nimmt die drei Punkte mit.

1899 Hoffenheim - Bayern München 0:2 (0:1)

In einem mäßigen Bundesliga Spiel reicht den Bayern eine durschnittliche Leistung, um souverän in Hoffenheim zu gewinnen. Die Gäste aus München kontrollieren den Ball, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Im Stile einer Spitzenmannschaft nutzt Rode die erste Chance der Gäste (38.). In der zweiten Halbzeit hat Rudy für die Gastgeber die beste Chance. Der Freistoß geht aber Millimeter am linken Pfosten vorbei (84.). Das Eigentor von Beck in der Nachspielzeit sorgt dann für die Entscheidung.

Borussia Dortmund - SC Paderborn 3:0 (0:0)

Anfangs ist der BVB noch ideenlos, aber je länger das Spiel dauert, desto mehr bekommt Dortmund Zugriff auf die Partie. Kurz vor der Halbzeit haben Aubameyang, Mkhitaryan und Ginter gute Chancen, vergeben aber allesamt. Kurz nach dem Seitenwechsel ist es Mkhitaryan, der mit seinem zweiten Saisontor Dortmund in Führung bringt (48.). Wenig später erhöht Aubameyang auf 2:0 (55). Zehn Minuten vor Schluss macht dann Kagawa den Deckel drauf (80.). Die Westfalen bringen diese Führung nach Hause.

FC Augsburg - VfB Stuttgart 2:1 (1:1)

Der FCA kommt besser in die Partie und geht dürch Tobias Werner (7.) verdient in Führung. Stuttgart wacht dann auf und gleicht durch Ginczek (22.) aus. In der zweiten Hälfte ist das Spiel weitestgehend offen, Raul Bobadilla (73.) entscheidet die Partie für die Augsburger.

Werder Bremen - Hamburger SV 1:0 (0:0)

Auch unter Bruno Labbadia taumelt der Hamburger SV weiter dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte entgegen. Der HSV verlor das 102. Nordderby beim Erzrivalen Werder Bremen am Sonntag durch ein spätes Elfmetertor von Franco Di Santo (84.) 0:1 (0:0) - es war die fünfte Niederlage der Hamburger in Serie unter dem dritten Trainer.

VfL Wolfsburg - FC Schalke 04 1:1 (0:0)

Der VfL Wolfsburg ist gegen Schalke 04 überlegen. Muss sich aber mit einem Punkt begnügen. Nach der Pleite gegen Neapel im Europacup wirken die Niedersachsen etwas müde. Die erste Heimniederlage der Saison verhindert der Club-Superstar.

Vor dem Anpfiff der Partie waren Aktionen der Fans zunächst weitgehend ausgeblieben. Auf einem Spruchband, das Fans auf der Südtribüne vor der Partie hochhielten, stand ein Zitat des Trainers zu lesen: „Was jetzt zählt ist der Verein - und der ist größer als wir alle.“ Hinzugefügt war der Slogan: „Auf geht's - kämpfen und siegen.“

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