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17.04.2015

22:26 Uhr

29. Bundesliga-Spieltag

Frankfurt stoppt Gladbacher Siegesserie

Viele Chancen, keine Treffer: Gladbach und Frankfurt haben sich torlos voneinander getrennt. Damit haben die Fohlen das Rennen um die direkte Qualifikation für die Champions League unfreiwillig wieder spannender gemacht.

Frankfurts Bamba Anderson (l) und Mönchengladbachs Patrick Herrmann (r) kämpfen um den Ball, dahinter schauen Gladbachs Raffael (2.v.l.) und Frankfurts Bastian Oczipka zu. dpa

Torloses Remis

Frankfurts Bamba Anderson (l) und Mönchengladbachs Patrick Herrmann (r) kämpfen um den Ball, dahinter schauen Gladbachs Raffael (2.v.l.) und Frankfurts Bastian Oczipka zu.

FrankfurtBorussia Mönchengladbach hat im Kampf um die direkte Qualifikation zur Champions League einen Dämpfer hinnehmen müssen. Nach zuletzt vier Erfolgen am Stück kam das Team von Lucien Favre am Freitagabend zum Auftakt des 29. Spieltags der Fußball-Bundesliga bei Eintracht Frankfurt nicht über ein 0:0 hinaus und könnte damit am Samstag von Bayer Leverkusen auf den vierten Rang verdrängt werden. Vor 51.500 Zuschauern wussten die Gladbacher nur in der ersten Halbzeit zu überzeugen, nach der Pause stellte die Eintracht das aktivere Team. Beim Tabellen-Achten sahen Anderson und Bastian Oczipka jeweils ihre fünfte Gelbe Karte und müssen am kommenden Wochenende bei Borussia Dortmund pausieren.

Eintracht-Coach Thomas Schaaf, der noch nie ein Bundesliga-Heimspiel gegen Gladbach verloren hat, musste neben dem am Knie operierten Top-Torjäger Alexander meier auch die angeschlagenen Marco Russ und Carlos Zambrano ersetzen, Marc Stendera musste wegen einer Gelb-Sperre zuschauen. Bei den Gästen fehlte der verletzte Abwehrchef Martin Stranzl, dafür kehrte Weltmeister Christoph Kramer nach Ablauf seiner Sperre in die Startelf zurück.

Die erste Chance einer lebhaften Partie besaßen die Hessen durch Haris Seferovic nach 30 Sekunden, danach übernahmen aber erst einmal die Gladbacher dank ihrer reiferen Spielanlage das Kommando. Ein schulmäßig vorgetragener Konter hätte schon in der 11. Minute zum 0:1 durch Patrick Herrmann führen müssen. Doch der beste Gladbacher Torschütze der Saison scheiterte mit seinem Volleyschuss nach Max Kruses Maßflanke an Eintracht-Keeper Kevin Trapp, im Nachsetzen hob Herrmann den Ball über die Latte.

Der 29. Spieltag im Überblick

Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach 0:0 (0:0)

Keine Tore, dafür aber eine durchaus sehenswerte Partie erleben die Zuschauer in Frankfurt. In der ersten Halbzeit ist Gladbach nach Chancen besser, Herrmann hat früh die Chance zur Gästeführung (11.). Auch die Eintracht hat einen Hochkaräter: Valdez scheitert an Sommer (34.). Nach dem Seitenwechsel kommt von der Borussia so gut wie gar nichts mehr nach vorne, dafür hat Aigner die Möglichkeit, den Treffer des Tages für Frankfurt zu erzielen (70.). Kurz vor dem Abpfiff kommt der eingwechselte Hazard zur besten Gladbacher Chance, doch auch er kommt nicht am souveränen Trapp vorbei. Am Ende ein leistungsgerechtes Resultat.

Bayer Leverkusen - Hannover 96 4:0 (2:0)

Die Werkself ist von Anfang an die bessere Mannschaft und belohnt sich mit vier Toren für eine starke Leistung. Ömer Toprak (20.), Julian Brandt (40.), Kyriakos Papadopoulos (49.) und Stefan Kießling (70.) sorgen für diesen Endstand. Hannover ist unglaublich harmlos und sieht sich nun wieder dem Abstiegskampf gegenüber. Die Werkself zieht hingegen an Gladbach vorbei auf den dritten Platz.

Hertha BSC - 1. FC Köln 0:0 (0:0)

Es ist das gefürchtet zähe Spiel im Olympiastadion geworden. Beide Mannschaften neutralisieren sich in Halbzeit eins durch ihre defensivtaktische Disziplin. In den zweiten 45 Minuten nimmt die Hertha das Spiel in die Hand, ohne übermäßig gefährlich zu sein. Die Hauptstädter zeichnen trotzdem für die größeren Chancen verantwortlich - Langkamp (17.) und Stocker (49.) scheitern am guten Horn, Skjelbred (30.) und Haraguchi (59.) verziehen freistehend. Köln kann mit dem Remis leben, sich aber auch über einen nicht gegebenen Elfmeter nach einem Skjelbred-Foul an Maroh ärgern (23.).

SC Freiburg - FSV Mainz 05 2:3 (0:2)

Der FSV kann mit einer eiskalten Torausbeute die Begegnung für sich entscheiden. Die Breisgauer machen zwar das Spiel, können ihre zahlreichen Chancen allerdings nicht nutzen. Okazaki bringt die Mainzer nach seinem Doppelpack (39. und 45+1.) in Führung. In der zweiten Hälfte nimmt Freiburg das Spiel erneut in die Hand. In der 81. Minute kann Mehmedi auf 1:2 Verkürzung. Im direkten Gegenzug erhöht Malli allerdings auf 3:1 und entscheidet die Partie. Der Sport-Club kommt in der Nachspielzeit nochmal auf 2:3 durch Schmid heran (90+1.). Doch dabei bleibt es, Mainz nimmt die drei Punkte mit.

1899 Hoffenheim - Bayern München 0:2 (0:1)

In einem mäßigen Bundesliga Spiel reicht den Bayern eine durschnittliche Leistung, um souverän in Hoffenheim zu gewinnen. Die Gäste aus München kontrollieren den Ball, ohne jedoch wirklich gefährlich zu werden. Im Stile einer Spitzenmannschaft nutzt Rode die erste Chance der Gäste (38.). In der zweiten Halbzeit hat Rudy für die Gastgeber die beste Chance. Der Freistoß geht aber Millimeter am linken Pfosten vorbei (84.). Das Eigentor von Beck in der Nachspielzeit sorgt dann für die Entscheidung.

Borussia Dortmund - SC Paderborn 3:0 (0:0)

Anfangs ist der BVB noch ideenlos, aber je länger das Spiel dauert, desto mehr bekommt Dortmund Zugriff auf die Partie. Kurz vor der Halbzeit haben Aubameyang, Mkhitaryan und Ginter gute Chancen, vergeben aber allesamt. Kurz nach dem Seitenwechsel ist es Mkhitaryan, der mit seinem zweiten Saisontor Dortmund in Führung bringt (48.). Wenig später erhöht Aubameyang auf 2:0 (55). Zehn Minuten vor Schluss macht dann Kagawa den Deckel drauf (80.). Die Westfalen bringen diese Führung nach Hause.

FC Augsburg - VfB Stuttgart 2:1 (1:1)

Der FCA kommt besser in die Partie und geht dürch Tobias Werner (7.) verdient in Führung. Stuttgart wacht dann auf und gleicht durch Ginczek (22.) aus. In der zweiten Hälfte ist das Spiel weitestgehend offen, Raul Bobadilla (73.) entscheidet die Partie für die Augsburger.

Werder Bremen - Hamburger SV 1:0 (0:0)

Auch unter Bruno Labbadia taumelt der Hamburger SV weiter dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte entgegen. Der HSV verlor das 102. Nordderby beim Erzrivalen Werder Bremen am Sonntag durch ein spätes Elfmetertor von Franco Di Santo (84.) 0:1 (0:0) - es war die fünfte Niederlage der Hamburger in Serie unter dem dritten Trainer.

VfL Wolfsburg - FC Schalke 04 1:1 (0:0)

Der VfL Wolfsburg ist gegen Schalke 04 überlegen. Muss sich aber mit einem Punkt begnügen. Nach der Pleite gegen Neapel im Europacup wirken die Niedersachsen etwas müde. Die erste Heimniederlage der Saison verhindert der Club-Superstar.

Auch in der Folgezeit konnte sich die Frankfurter Abwehr über mangelnde Arbeit nicht beklagen, so als Fabian Johnson nach Doppelpass mit Oscar Wendt knapp am Tor vorbeischoss (22.). Allerdings unterliefen den Gästen vor allem in Gestalt von Granit Xhaka auch immer wieder leichte Fehler im Aufbau.

Als sich Alvaro Dominguez in der 34. Minute bei einer Flanke von Oczipka verschätzte, drohte den Gladbachern sogar der Rückstand, doch Torhüter Yann Sommer war beim Kopfball von Nelson Valdez auf dem Posten. Diese Möglichkeit ließ die zu Hause zum neunten Mal unbesiegte Schaaf-Elf im Spiel nach vorne noch entschlossener werden. Kurz vor der Pause verbuchte die Eintracht durch einen Kopfball von Alexander Madlung (42.) die nächste Chance.

„Das Unentschieden ist in Ordnung“, konstatierte Max Eberl zur Halbzeit im TV-Sender Sky angesichts der guten Möglichkeiten für beide Teams. Mit dem Beginn der zweiten 45 Minuten dürfte Gladbachs Sportdirektor nicht mehr zufrieden gewesen sein, denn mit deutlich mehr Biss nahm die Eintracht das Spiel nun in die Hand.

Die größte Chance zum Sieg für die Frankfurter vergab in der 70. Minute Stefan Aigner, der den Ball aus 10 Metern freistehend am Gladbacher Tor vorbeijagte. Bei der Borussia lief dagegen im zweiten Durchgang nicht mehr allzu viel zusammen. Die Gäste schafften es nicht mehr, die Schnelligkeit von Herrmann und Johnson gewinnbringend einzusetzen. Eine ordentliche Partie lieferte Kruse, der sich oft zurückfallen ließ, um die Bälle zu verteilen.

Von

dpa

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