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24.04.2015

22:39 Uhr

30. Bundesliga-Spieltag

Mainz schlägt kraftloses Schalke

Mainz jubelt über den nahezu sicheren Klassenerhalt, Schalke rätselt. Nach einem blut- und ideenlosen Auftritt verliert Königsblau verdient. Und muss sich in dieser Form sogar Sorgen um die Europa League machen.

Jubelnde Mainzer, ratlose Gesichter bei Schalke. Königsblau verliert verdient beim ehemaligen Abstiegskandidaten und muss sich wieder einmal selbst hinterfragen. dpa

1. FSV Mainz 05 - FC Schalke 04 2:0 (2:0)

Jubelnde Mainzer, ratlose Gesichter bei Schalke. Königsblau verliert verdient beim ehemaligen Abstiegskandidaten und muss sich wieder einmal selbst hinterfragen.

MainzSo setzt der FC Schalke 04 auch noch die Teilnahme an der Europa League aufs Spiel! Mit dem 0:2 (0:2) beim FSV Mainz 05 blieben die Königsblauen am Freitagabend zum Auftakt des 30. Spieltags der Fußball-Bundesliga zum sechsten Mal in Serie sieglos und verpassten die Chance, die Konkurrenz um einen internationalen Startplatz auf Distanz zu halten.

Abwehrspieler Stefan Bell (28./31. Minute) sorgte vor 34 000 Zuschauern in der ausverkauften Coface-Arena mit einem Doppelschlag für den ersten Mainzer Heimsieg gegen Schalke seit fast neun Jahren, den die 05er mit Entschlossenheit über die Zeit brachten. Damit dürfte der Abstieg für das Team von Martin Schmidt endgültig kein Thema mehr sein.

Zunächst war bei Schalke von einer Krise wenig zu sehen: Die seit ihrem spektakulären 4:3 bei Real Madrid in der Liga sieglosen Knappen wirkten gut organisiert und setzten auch nach vorne Akzente.

Doch die Innenverteidigung mit Joel Matip und Matija Nastasic erwies sich vor allem bei den Mainzer Standards als äußerst anfällig. Der nach seiner Gelb-Sperre ins Team zurückgekehrte Marco Höger musste schon nach einer Viertelstunde wegen einer Knöchelverletzung für Dennis Aogo Platz machen. Die 05er präsentierten sich wie schon vor Wochenfrist beim 3:2-Sieg in Freiburg effektiv und kaltschnäuzig im Abschluss.

Der 30. Spieltag im Überblick

Mainz 05 - Schalke 04 2:0 (2:0)

Schalke startet besser in die Partie. Dann dreht der FSV aber auf und geht durch Bells Doppelpack (28., 31.) in Führung. In der zweiten Hälfte fällt den Knappen rein gar nichts ein, die Mainzer spielen es dagegen souverän runter.

1. FC Köln - Bayer Leverkusen (Samstag, 15:30 Uhr)

Das rheinische Derby ist immer etwas Besonderes für Vereine und Fans. Sportlich ist es diesmal nicht so brisant, da Köln fast gerettet ist und Leverkusen auf gutem Weg in die Champions League ist. Allerdings will Bayer den Clubrekord auf acht Siege hintereinander schrauben und Platz drei festigen. Köln, wieder mit Marcel Risse und Daniel Halfar, hat auswärts mehr Punkte gesammelt als daheim. Die Form spricht für Leverkusen, auch wenn Gonzalo Castro (Meniskus-OP) fehlt.

Hamburger SV - FC Augsburg

Für Tabellen-Schlusslicht HSV hat das Spiel gegen Augsburg entscheidenden Charakter. „Das ist ein Endspiel“, sagt Trainer Labbadia. Dem Coach stehen in seiner zweiten Partie die gesperrten Valon Behrami und Lewis Holtby nicht zur Verfügung. Der HSV hat seit neun Spielen nicht gewonnen, seit 586 Minuten kein Tor erzielt. Die Augsburger fühlen sich in Hamburg wohl: zwei Siege, ein Remis. Die Truppe von Trainer Markus Weinzierl ist aber auswärts seit vier Spielen ohne Sieg.

Hannover 96 - Hoffenheim

Zum Debüt von 96-Trainer Michael Frontzeck treffen die beiden Sieglos-Teams aufeinander. Hannover ist seit 13 Partien ohne Dreier, die Gäste warten seit vier Spielen auf einen Erfolg. Der neue Hannover-Coach könnte einige Veränderungen vornehmen. Möglich ist ein System mit zwei Angreifern. Gülselam und Sakai sind gelbgesperrt, Bittencourt fehlt verletzt. Hoffenheim-Trainer Markus Gisdol muss ebenfalls umbauen. Volland und Beck sitzen eine Gelbsperre ab.

Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt

Im zweiten Heimspiel nach Klopps Rücktrittsankündigung will der BVB seine Jagd auf die Europa-League-Plätze fortsetzen. Der BVB-Coach hofft gegen Frankfurt auf die Rückkehr von Reus und die Genesung von Gündogan. Die Saison soll versöhnlich abgeschlossen werden. Die Eintracht ist eines der schlechtesten Auswärtsteams der Liga und muss in den gelbgesperrten Anderson und Oczipka sowie Meier, Russ und Aigner wichtige Spieler ersetzen.

VfB Stuttgart - SC Freiburg

Selten hatte das Baden-Württemberg-Derby mehr Brisanz. Verliert der Vorletzte VfB, wird seine Lage im Tabellenkeller noch brenzliger. Der Einsatz von Torjäger Ginczek ist fraglich, Freiburg-Schreck Harnik ist aber wieder dabei. Mit sieben Toren erzielte er gegen den SC so viele wie gegen keinen anderen Erstligisten. Der SC, der zuletzt vier Pflichtspiele gegen Stuttgart verlor, kann sich mit einem Sieg etwas von der Abstiegszone absetzen. Verteidiger Krmas fehlt gelbgesperrt.

FC Bayern - Hertha BSC (Samstag, 18:30 Uhr)

Mit einem Sieg im 1700. Bundesligaspiel können die Bayern den 25. Meistertitel praktisch perfekt machen. Rechnerische Gewissheit kann es erst Sonntagabend nach dem Wolfsburger Spiel geben. Coach Guardiola muss die verletzten Badstuber und Rafinha ersetzen. Auch Bernat soll pausieren, Schweinsteiger hingegen sein Comeback geben. Die Berliner möchten nicht Spalier stehen, sondern mutig auftreten. Coach Dardai fehlt Offensivspieler Beerens (Sprunggelenk).

Paderborn - Werder Bremen (Sonntag, 15:30 Uhr)

Der Aufsteiger aus Ostwestfalen braucht nach wie vor jeden Punkt, um der Abstiegszone zu entrinnen. Die Bremer dagegen schielen als Tabellen-Siebter sogar nach Europa. Die Fans können zumindest auf eine torreiche Partie hoffen. Die Skripnik-Elf kassierte in der Liga bisher die meisten Gegentore (57), Paderborn (56) die zweitmeisten. Beide Teams beklagen einige Ausfälle. Bremen hat vor allem Abwehrsorgen: Vestergaard fällt aus, Gálvez ist fraglich.

Mönchengladbach - VfL Wolfsburg (Sonntag, 17:30 Uhr)

Der Vierte empfängt den Zweiten – Gladbach gegen Wolfsburg ist die Toppartie des Spieltags. Beide Teams sind in sehr guter Verfassung und haben mit acht Siegen, drei Remis und einer Niederlage dieselbe Rückrundenbilanz. Sollten die Wölfe drei Tage nach dem Aus in der Europa League das Duell verlieren, wird der Kampf um Rang zwei nochmal spannend. Gladbach-Coach Favre muss weiter auf Stranzl verzichten. Der VfL hofft auf die Rückkehr der angeschlagenen De Bruyne und Schürrle.

Trotz seiner fast 1100 Minuten währenden Torlosigkeit bot Coach Roberto Di Matteo im Angriff einmal mehr Klaas-Jan Huntelaar auf. Und der Niederländer, der letztmals am 29. November 2014 im Hinspiel gegen Mainz für Königsblau in einem Punktspiel getroffen hatte, hätte das Vertrauen seines Trainers schon in der 4. Minute fast zurückgezahlt. Doch Loris Karius lenkte den Schuss des „Hunter“ reaktionsschnell zur Ecke. Bei der folgenden Hereingabe zwang Matip den Mainzer Schlussmann per Kopf zur nächsten Glanztat.

Die Mainzer fanden zunächst schwer in die Partie, weil aus dem Mittelfeld lange Zeit wenig kam, doch vor dem Tor waren sie eiskalt. Im Anschluss an die erste Ecke stocherte Bell den von Niko Bungert vorgelegten Ball aus kürzester Distanz über die Linie - das 400. Bundesliga-Tor verlieh den 05ern Flügel.

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