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02.05.2015

17:32 Uhr

31. Bundesliga-Spieltag

Schalke schockt Stuttgart, BVB verpasst Big-Point

Lange Zeit sah es nach einem Triumpf für Stuttgart auf Schalke aus, dann kam Boateng. Die Punkte hätte der VfB gut gebrauchen können, denn fast alle anderen Konkurrenten sammelten wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Schalkes Klaas-Jan Huntelaar (M) jubelt mit Leon Goretzka (l) über seinen Treffer zum 1:0. Es war der erste Treffer des Niederländers seit über 1000 Minuten. dpa

FC Schalke 04 - VfB Stuttgart

Schalkes Klaas-Jan Huntelaar (M) jubelt mit Leon Goretzka (l) über seinen Treffer zum 1:0. Es war der erste Treffer des Niederländers seit über 1000 Minuten.

BerlinDer SC Paderborn hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga einen überraschenden Auswärtssieg gelandet, der VfB Stuttgart muss sich dagegen drei Spieltage vor dem Saisonfinale immer größere Sorgen machen. Aufsteiger Paderborn erkämpfte durch das 2:1 (0:1) im Abstiegsduell beim SC Freiburg einen wichtigen Dreier. Die Schwaben verloren bei der Rückkehr von Coach Huub Stevens an alte Wirkungsstätte bei den zuletzt kriselnden Schalkern mit 2:3 (1:1) und bleiben damit weiter als Schlusslicht im Tabellenkeller.

Im Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg konnte Hannover 96 ebenfalls einen überraschenden Punktgewinn im Abstiegskampf feiern. Die kampfstarken 96er glichen zwar noch zum unerwarteten 2:2 (0:2) aus, rutschten damit aber trotzdem auf den Relegationsrang.

Der 31. Spieltag im Überblick

SC Freiburg – SC Paderborn 07 1:2

Im ersten Durchgang tut sich Freiburg anfangs schwer, wird dann aber immer stärker und geht kurz vor der Pause verdient in Führung. Mit seinem siebten Tor im neunten Spiel trifft Nils Petersen in Minute 40 zum 1:0-Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel bauen die Badener nach ordentlichem Beginn ab, Paderborn beißt sich fest und kommt nach 70 Minuten durch Rupp zum Ausgleich. Der erweist sich als absoluter Wirkungstreffer für die Freiburger, die vollkommen verunsichert wirken und sich zehn Minuten später auch noch das 1:2 durch Rupps zweiten Treffer eingangen. Die Gastgeber drängen zum Ende hin noch auf den Ausgleich, können die Pleite letztlich aber nicht mehr abwenden.

SV Werder Bremen – Eintracht Frankfurt 1:0

Die Partie ist lange offen. Beide Teams spielen voll auf Angriff und riskieren dabei auch instabile Defensivreihen. In der zweiten Hälfte reisst Bremen dann das Spiel an sich und geht durch Davie Selke (66.) auch verdient in Führung. Frankfurt schafft es danach nicht mehr die Gastgeber ernsthaft zu gefährden.

1899 Hoffenheim – Borussia Dortmund 1:1

Die ersten 45 Minuten starten mit harten Zweikämpfen und intensiven Mittelfeldduellen. Allerdings fehlen die Highlights. In der 33. Minute bringt Volland die Gastgeber in Führung. Hummels gleicht postwendend aus (35.). In de zweiten 45 Minuten geht es dann hoch und runter. Beide Mannschaften erarbeiten sich Hochkaräter am Fließband. Beide Torhüter halten jedoch glänzend.

FC Augsburg – 1. FC Köln 0:0

Zum neunten Mal spielt der 1. FC Köln in der laufenden Saison 0:0. Damit bauen sie den selbst aufgestellten Rekord weiter aus. Am Ende zittert das Team von Peter Stöger das Unentschieden über die Zeit. Lange Zeit ist es ein Duell auf Augenhöhe, mit Chancen auf beiden Seiten. Zum Ende hin werden die Hausherren stärker und erhöhen den Druck. Immer wieder ist es Werner, der mit gefährlichen Flanken für Unruhe vor dem Kasten von Timo Horn sorgt. Hong, der Augsburger Innenverteidiger vergibt gleich zwei Mal per Kopf die Führung für die Hausherren. Am Ende ist das Unentschieden etwas glücklich für die Kölner. Dennoch machen sie so einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

VfL Wolfsburg – Hannover 96 2:2

Also, wenn das keine Werbung für den Fußball ist, was dann? Wolfsburg dominiert nach starkem 96-Beginn die erste Halbzeit und geht durch den Treffer von Dost (24.) und das Traumtor von Perisic (45.) 2:0 in Führung. Kaum jemand rechnet zu diesem Zeitpunkt noch mit der Wende, doch die Gäste machen sie tatsächlich wahr. Der kurz zuvor eingewechselte Briand (47.) und Sane mit dem Tor des Monats - wenn nicht Jahres (58.) - brauchen nur zwölf Minuten für den Ausgleich. Es entwickelt sich ein offener Schlagabtausch mit den besseren Chancen für 96. Doch es will kein weiterer Treffer mehr fallen.

FC Schalke 04 – VfB Stuttgart 3:2

Mit viel Glück, aber auch viel Leidenschaft bezwingt Schalke 04 den akut abstiegsbedrohten VfB Stuttgart vor 61.000 Fans in der Gelsenkirchener Arena. Die Freude des vermeintlichen Türöffners Klaas-Jan Huntelaar, dem in der 9. Minute der erste Treffer seit 1196 Minuten glückt, währt nur bis zur 22. Minute, als Martin Harnik überraschend zum 1:1 ausgleicht. Stuttgart will mehr, ist das bissigere Team und geht nach dem Seitenwechsel durch den starken Filip Kostic (51.) verdient in Führung. Ganz in Malocher-Manier bäumen sich die Ruhrpott-Kicker auf und erzielen durch Huntelaar den verdienten Ausgleich (78.). Mit ein wenig Glück erzwingt Boateng dann kurz vor Schluss das Eigentor von Florian Klein und damit den Siegtreffer.

Bayer Leverkusen – FC Bayern München 2:0

Vor 30.210 siegt die Werkself gegen den Münchner Jugendstil mit 2:0 und fügt dem amtierenden Meister die dritte Niederlage der Saison zu. Aufmerksame und agile Rheinländer machen als Heimmannschaft das Spiel, haben aber Glück, dass sie in der ersten Halbzeit kein Gegentor kassieren. Mario Götze lässt im weiteren Verlauf des Spiels gleich zwei große Chancen liegen. Bayers-Bester Hakan Calhanoglu trifft in der 55. Minute per Freistoß, ehe der eingewechselte Julian Brandt den Sack zumacht (81.).

1. FSV Mainz 05 – Hamburger SV 1:2 (0:1)

Völlig durchnässt stürmte Bruno Labbadia nach dem Schlusspfiff aufs Feld und wollte die ganze Welt umarmen. „Das war ein Sieg des Willens“, sagte der Trainer des Hamburger SV nach dem 1:2 (0:1) im Dauerregen beim FSV Mainz 05. Der 49-Jährige hat den freien Fall des Bundesliga-Dinos in die 2. Liga gestoppt und ihm neue Hoffnung im Abstiegskampf gegeben.

Hertha BSC – Borussia Mönchengladbach 1:2 (1:1)

Dank Joker Ibrahima Traoré hält Borussia Mönchengladbach vor dem „Endspiel“ um die direkte Champions-League-Qualifikation weiter alle Trümpfe in der Hand. Der 27-Jährige erzielte beim 2:1 (1:1)-Auswärtssieg gegen Hertha BSC in der 85. Minute den umjubelten Siegtreffer für das überlegene Team von Trainer Lucien Favre. Damit liegt der fünfmalige deutsche Meister vor dem Duell gegen Bayer Leverkusen am kommenden Samstag weiter zwei Punkte vor dem direkten Konkurrenten auf Rang drei.

Borussia Dortmund verpasste es, nach der verkorksten Hinrunde Punkte auf die Europa-League-Plätze gut zu machen. Dem Team des scheidenden Trainers Jürgen Klopp gelang im direkten Duell um einen Europa-League-Platz bei 1899 Hoffenheim nur ein 1:1 (1:1). Werder Bremen schaffte gegen Ex-Trainer Thomas Schaaf mit Eintracht Frankfurt dagegen einen 1:0 (0:0)-Sieg, überholte damit Hoffenheim und Dortmund und rückte näher an die Europa-League-Plätze. Der FC Augsburg baute beim 0:0 gegen den 1. FC Köln seine Position als Europa-League-Anwärter dagegen nicht weiter aus.

Stuttgart brachte einmal mehr ein individueller Fehler ins Hintertreffen. VfB-Verteidiger Georg Niedermeier drosch wenige Meter vor dem eigenen Tor über den Ball, Klaas-Jan Huntelaar (9.) musste zu seinem ersten Treffer seit 1195 Minuten nur noch einschieben. Das viertägige Trainingslager unter der Woche nach nur einem Sieg aus den jüngsten zehn Spielen hatte Wirkung gezeigt.

Aus dem Nichts lupfte anschließend der Österreicher Martin Harnik (22.) nach einem Traum-Pass per Hacke von Daniel Ginczek den Ball zum Ausgleich ins Tor. Ginczek (51.) erzielte die zwischenzeitliche Führung, ehe wiederum Huntelaar (78.) und Florian Klein mit einem Eigentor (89.) trafen und VfB-Coach Stevens eine erfolgreiche Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte vermasselten.

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