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02.03.2014

17:13 Uhr

6:2 gegen die Konkurrenz

Schützenfest in Hoffenheim

Mit den Saisontoren 95 bis 100 bereitet Hoffenheim den Gästen aus Wolfsburg ein denkwürdiges Debakel. Die Elf von Dieter Hecking offenbart haarsträubende Defensivschwächen – und verliert völlig unnötig einen Spieler.

Sechsmal durfte Hoffenheim im eigenen Stadion jubeln: Ein unerwarteter Kantersieg in bayerischen Dimensionen. AFP

Sechsmal durfte Hoffenheim im eigenen Stadion jubeln: Ein unerwarteter Kantersieg in bayerischen Dimensionen.

SinsheimDer VfL Wolfsburg ist bei 1899 Hoffenheim mit der höchsten Saisonniederlage vom Champions-League-Kurs abgekommen. 18 Tage nach dem Sieg im Pokal-Achtelfinale bei den Kraichgauern und nach zuletzt vier Siegen in Serie mussten sich die Niedersachsen am Sonntag mit 2:6 (1:4) klar geschlagen geben und verpassten den Sprung auf den vierten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Christian Träsch (80.) sah zudem wegen groben Foulspiels die Rote Karte.

Roberto Firmino (4. Minute), Niklas Süle (37.), Anthony Modeste (39./43.), Sejad Salihovic (82. Foulelfmeter) und Sven Schipplock (86.) erzielten vor 24 519 Zuschauern in der Sinsheimer Arena die Tore für Hoffenheim. Wolfsburg gelang durch Bas Dost (15.) in einem schwungvollen Spiel nur der zwischenzeitliche Ausgleich und ein spätes Tor durch Ivan Perisic (76.). Damit war die Marke von 100 Toren in Hoffenheims 23 Bundesliga-Spielen in dieser Saison perfekt.

1899 Hoffenheim blieb dank der besten Saisonleistung auch im fünften Spiel in Serie ohne Niederlage und hat bei zehn Punkten Vorsprung auf Platz 16 fast keine Abstiegssorgen mehr. „Wir schauen von Spiel zu Spiel. Wir haben 29 Punkte. Wir schauen nicht so weit nach vorne“, wiegelte Markus Gisdol im Sky-Interview ab. Der Trainer war zufrieden mit dem Augenblick. „Wir haben eine klasse erste Halbzeit abgeliefert.“

Die Wolfsburger sind mit 39 Punkten weiter Fünfter in Lauerstellung auf die an diesem Wochenende ebenfalls geschlagenen Leverkusener (43 Punkte) und Schalke (41) auf den Champions-League-Rängen drei und vier. Allerdings geht es in der kommenden Woche gegen den übermächtigen FC Bayern. „Wir haben nie zu dem Spiel gefunden, wie wir das können, viel zu langsam, nicht clever, heute war es furchtbar“, sagte Wolfsburgs Geschäftsführer Sport, Klaus Allofs. Die Diskussion um die Champions League habe eventuell ein „bisschen den Kopf verdreht.“

Ein Spiel mit Torgarantie konnten die Zuschauer angesichts der Historie erwarten - nie gab es weniger als drei Treffer in direkten Duellen. Im Pokal hieß es kürzlich 3:2 für Wolfsburg. Und die Statistik wurde in einem flotten Spiel schnell untermauert. Nach einem schönen Doppelpass von Modeste mit Salihovic schoss Firmino mit seinem zwölften Saisontor zur Führung ein.

Wolfsburg wirkte ungewöhnlich passiv und bestrafte den ersten 1899-Fehler doch gnadenlos. Luiz Gustavo nahm einen schlechten Pass von Modeste im Mittelfeld auf. Perisic flankte genau und Dost köpfte zum Ausgleich ein - das vierte Saisontor für den in der Rückrunde so starken Niederländer.

Hoffenheim war nicht geschockt - im Gegenteil. Der sehr agile Kevin Volland (19.) zirkelte den Ball knapp vorbei. Es entwickelte sich ein schnelles Spiel mit viel Leidenschaft. Modestes (34.) Kopfball nach Ecke Salihovic strich Zentimeter über das Tor.

Hoffenheim hätte die erneute Führung verdient gehabt. Und holte sie sich mit einem Dreierpack innerhalb von sechs Minuten. Süle traf per Kopfball, als Benaglio bei einer Flanke von Salihovic nicht eingriff. Zwei Minuten später traf Modeste per Flachschuss nach schöner Vorarbeit von Sebastian Rudy. 1899 spielte nun wie im Rausch. Modeste erhöhte noch vor der Pause per Kopfball, nachdem er zuvor am diesmal gut parierenden Benaglio gescheitert war.

Wolfsburg machte in der zweiten Halbzeit zunächst lange nicht den Eindruck, dass das Spiel noch zu drehen wäre. Enttäuschend agierte lange Zeit vor allem De Bruyne, der beim Pokalspiel noch einen Riesenauftritt gehabt hatte. Der Belgier gab dann aber den Pass zu Perisics Tor - und erstmals wackelte Hoffenheim ein bisschen. Doch als Träsch Volland rüde von den Beinen holte, gab es Platzverweis plus Strafstoß: Hoffenheims Experte Salihovic verwandelte sicher. Schipplock machte wenig später das halbe Dutzend voll.

Von

dpa

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