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31.05.2017

15:57 Uhr

Absteiger 1860 München

Die Löwen zerfleischen sich selbst

VonJoachim Hofer

Das Spitzenpersonal des Traditionsklubs 1860 München flüchtet nach der enttäuschenden Pleite gegen Regensburg. Wegen des Abstiegs in die dritte Liga weiß niemand, wie lange der jordanische Investor noch dabei bleibt.

Weil wütende Löwen-Fans herausgerissene Sitze und Stangen auf das Spielfeld schleuderten, musste die Partie unterbrochen werden. Am Ende verlor 1860 mit 0:2. dpa

Krawall in der Kurve

Weil wütende Löwen-Fans herausgerissene Sitze und Stangen auf das Spielfeld schleuderten, musste die Partie unterbrochen werden. Am Ende verlor 1860 mit 0:2.

MünchenAllein schon die Frage zeigt, wie ernst die Lage ist: „Soll 1860 freiwillig Insolvenz anmelden?“, wollen die Macher der Fanseite „die blaue 24“ in einer Internet-Umfrage wissen. Bei den Anhängern des TSV 1860 München liegen die Nerven blank nach dem enttäuschenden 0:2 am Montagabend gegen Regensburg.

Durch die Heimniederlage in dem Relegationsspiel steigt der Traditionsverein in die dritte Liga ab – und steht vor stürmischen Wochen. Denn der Klub muss seine Führungsetage komplett neu besetzen. Der erst im April angetretene Geschäftsführer Ian Ayre hatte bereits vor dem Anpfiff der entscheidenden Partie gekündigt.

1860-Investor Hasan Ismaik: Alleinherrscher an der Isar

1860-Investor Hasan Ismaik

Alleinherrscher an der Isar

Ausschluss von Journalisten und Gäste-Funktionären: Beim TSV 1860 München nehmen die Alleingänge von Investor Hasan Ismaik befremdliche Züge an. Der einstige „Löwen“-Retter lässt das Chaos beim Klub nicht abreißen.

Ayre war denn auch gar nicht mehr in der Münchener Fußball-Arena mit dabei. Gleich nach dem Spiel kündigte auch Trainer Vitor Pereira seinen Abschied an. „Leider hat es nicht gereicht, die Ziele zu erreichen“, sagte der Portugiese. Sein Projekt in München erklärte der 48-Jährige kurzerhand für „gescheitert“.

Damit nicht genug: Auch Präsident Peter Cassalette verkündete unmittelbar nach der Demütigung durch Regensburg seinen Rücktritt. Er wolle einem Neuanfang nicht im Weg stehen, ließ er mitteilen. Zudem dürften sich wohl die meisten Spieler einen neuen Arbeitgeber suchen. Über allem steht allerdings die Ungewissheit, ob Investor Hasan Ismaik tatsächlich weiter macht.

Vor dem Spiel hatte er erklärt, auch bei einem Abstieg dabei zu bleiben. Viele Löwen-Fans fragen sich aber, ob der Geschäftsmann nicht doch bald die Lust verliert. Schließlich war es immer seine Ambition, mit dem Verein einmal in die Champions League einzuziehen. Die Löwen hängen seit Jahren finanziell am Tropf des Jordaniers, der dem Spiel gegen Regensburg fern blieb.

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