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12.05.2016

13:35 Uhr

Adidas und Fußball

Franken können auf Chelsea pfeifen

VonAlexander Möthe, Thomas Schmitt

Der FC Chelsea kündigt Adidas – und entschädigt den deutschen Dax-Konzern für das vorzeitige Vertragsende mit zig Millionen. Für Adidas ist das ein Segen – zumal die Franken in England weiter prominent vertreten sind.

Hauptversammlung bei Adidas

Bye, bye Adidas: Hainers letzte Hauptversammlung

Hauptversammlung bei Adidas: Bye, bye Adidas: Hainers letzte Hauptversammlung

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DüsseldorfDer Londoner Fußballklub FC Chelsea hat für Mitte 2017 den Ausrüstervertrag mit Adidas beendet. Was auf den ersten Blick als Rückschlag für den Herzogenauracher Sportartikelhersteller erscheint, erweist sich mit Blick auf die Umstrukturierung des Konzerns als Segen.

Adidas verliert zwar einen ehemaligen Champions-League-Sieger und amtierenden englischen Meister. Doch in der nächsten Saison spielt Chelsea vermutlich nicht einmal im Europapokal. Zudem spart die Aufkündigung des Deals, die vom Klub ausging, dem deutschen Konzern Millionen. Entsprechend hat Adidas im Vorfeld der Hauptversammlung seine Gewinnprognose für das laufende Jahr erhöht.

Der Ertrag aus den fortgeführten Geschäftsbereichen werde nun um rund 25 Prozent steigen und bei etwa 900 Millionen Euro liegen, teilte der Sportartikelkonzern am Mittwochabend in Herzogenaurach mit. Die bisherige Erwartung hatte zwischen 15 und 18 Prozent gelegen. Zudem soll der Anteil des operativen Gewinns am Umsatz jetzt auf 7,0 Prozent (bisher: 6,6 bis 7,0 Prozent) steigen.

Das sind die Baustellen bei Adidas

Der US-Markt

Adidas ist unter Herbert Hainer weit hinter Weltmarktführer Nike zurückgefallen. Der US-Konzern ist vor allem auf seinem Heimatmarkt übermächtig; bislang hat Adidas keinen Weg gefunden, die Herzen der amerikanischen Konsumenten für sich zu gewinnen. Doch der amerikanische Sportmarkt ist der größte der Welt, dort entscheidet sich, wer in der Branche die Trends setzt.

Reebok

Adidas hatte die Marke Reebok von der amerikanischen Ostküste 2006 geschluckt. Bis heute aber ist das Label nicht so profitabel wie die Kernmarke Adidas. Reebok wächst zwar inzwischen wieder, aber längst nicht so dynamisch wie aufstrebende Wettbewerber wie Under Armour. Es fragt sich also, ob der neue Chef Kasper Rorsted Reebok weiter Zeit gibt, um zu gesunden. Oder ob er einen Schnitt macht, wie ihn sein Vorgänger Hainer immer vehement abgelehnt hat.

Taylor-Made

Kasper Rorsted muss eine Lösung für die in Kalifornien angesiedelte, angeschlagene Golfmarke Taylor-Made finden. Einen Verkauf hat bereits Hainer ins Gespräch gebracht, unter Rorsted könnte er umgesetzt werden.

Die Fifa

Seit mehr als vier Jahrzehnten ist Adidas ein enger Partner des skandalgeschüttelten Weltfußballverbands. Rorsted muss entscheiden, ob ihm die Reformbemühungen der Fifa ausreichen, oder ob er den bis 2030 laufenden Vertrag angesichts der vielen Affären vorzeitig beendet.

Rückstand auf Nike

Adidas wird Nike wohl niemals einholen, zumindest nicht aus eigener Kraft. Nike-Chef Mark Parker will den Umsatz bis 2020 um fast zwei Drittel auf 50 Milliarden Dollar (umgerechnet 46 Milliarden Euro) in die Höhe zu schrauben. Zum Vergleich: Adidas hat sich vergangenes Jahr zum Ziel gesetzt, im selben Zeitraum auf 22 Milliarden Euro zu kommen. Um sein Versprechen zu erfüllen, muss Parker jedes Jahr ein Umsatzplus von gut zehn Prozent einfahren. Das ist realistisch: In den vergangenen beiden Jahren hat Nike dies jedenfalls geschafft.

Den Angaben zufolge haben Adidas und der FC Chelsea vereinbart, den ursprünglich bis zum Jahr 2023 laufenden Ausrüstungsvertrag im beiderseitigen Einvernehmen zum 30. Juni 2017 aufzulösen. Der Vertrag war erst 2013 für zehn Jahre verlängert worden.

Under Armour: Der Angreifer zieht der Konkurrenz davon

Under Armour

Der Angreifer zieht der Konkurrenz davon

So stark wie Under Armour wächst keine andere Sportmarke in der Welt. Vor allem Stephen Curry gilt als Umsatztreiber. Auf dem Basketballstar ruhen große Hoffnungen. Wäre er nur nicht gerade verletzt.

Presseberichten zufolge hatte er ein Volumen von 353 Millionen Euro. Er galt vor drei Jahren als der bis dahin höchstdotierte Ausrüstervertrag, den je ein Fußballteam abgeschlossen hatte. Adidas erhöhte seine jährlichen Zahlungen an Chelsea von 23,5 Millionen um rund zehn Millionen Euro pro Jahr.

Nun läuft es allerdings umgekehrt: Als Entschädigung dafür erhalte Adidas eine Zahlung, „die sich bereits im zweiten Quartal 2016 positiv auf das Ergebnis auswirken wird“, heißt es. Demnach soll die Einmalzahlung den Konzerngewinn der Franken um einen Betrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich steigern.

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

12.05.2016, 14:32 Uhr

Ralph,Marc....

auf, haut einen raus

Lothar dM

12.05.2016, 14:44 Uhr

Bleibt noch die Frage, ob man auch Angela Merkel kündigen kann. Besser wäre es ja für´s Land und seine Bürger.

Account gelöscht!

12.05.2016, 14:50 Uhr

He Marc H., das darfst Du Dir aber nicht vom Lothar bieten lassen!

Das ist doch Dein Thema!

Auch wenn ihr zwei Brüder im Geiste seit. Kommentar passt zwar nicht zum Artikel,aber wenigstens was über Merkel geschrieben........

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