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03.05.2013

14:51 Uhr

Adidas zu Hoeneß-Affäre

„Wir sind da absolut sauber“

Der Privatkredit eines früheren Adidas-Chefs an Hoeneß sorgt für Diskussion. Schließlich arbeiteten sie bald darauf eng zusammen. Jetzt hat der amtierende Adidas-Chef Hainer klargemacht: „Wir sind da absolut sauber.“

Uli Hoeneß vom FC Bayern München (l) mit dem Vorstandsvorsitzenden des Sportartikelherstellers adidas Herbert Hainer. Im Zusammenhang mit dem Kredit des früheren Adidas-Chefs Louis-Dreyfus an Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat der amtierende Adidas-Vorsitzende Herbert Hainer jede Verwicklung des Konzerns zurückgewiesen. dpa

Uli Hoeneß vom FC Bayern München (l) mit dem Vorstandsvorsitzenden des Sportartikelherstellers adidas Herbert Hainer. Im Zusammenhang mit dem Kredit des früheren Adidas-Chefs Louis-Dreyfus an Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat der amtierende Adidas-Vorsitzende Herbert Hainer jede Verwicklung des Konzerns zurückgewiesen.

HerzogenaurachKurz vor der heiklen Aufsichtsratssitzung des FC Bayern scheint Steuersünder Uli Hoeneß zumindest vom Verdacht der Untreue befreit. Adidas-Boss Herbert Hainer, der auch stellvertretender Chef des Kontrollgremiums beim deutschen Fußball-Rekordmeister ist, wies am Freitag jede Verwicklung des Konzerns in die Steueraffäre des Bayern-Präsidenten zurück. „Wir haben das natürlich intern bei uns untersucht“, sagte Hainer. „Wir sind da absolut sauber.“

Der Millionen-Kredit des früheren Adidas-Chefs Robert Louis-Dreyfus stehe nicht im Zusammenhang mit der Vereinbarung einer strategischen Partnerschaft des Unternehmens mit dem FC Bayern aus dem Jahr 2001, betonte Hainer. Die Münchner Staatsanwaltschaft bestätigte am Freitag, dass sie gegen Hoeneß nicht wegen des Verdachts der Untreue und Bestechung ermittelt: „Die Ermittlung hat ausschließlich den Verdacht der Steuerhinterziehung zum Gegenstand.“ Allerdings wäre ein Untreuefall aus dem Jahr 2001 ohnehin bereits verjährt.

Mitten im sportlichen Höhenflug der Rekord-Bayern beschäftigt sich am Montag der Aufsichtsrat der Münchner mit dem Fall seines Vorsitzenden Hoeneß. Einige Vertreter aus dem hochkarätig besetzten Gremium wollen Hoeneß nahe legen, seine Ämter bis zur Klärung der Sache ruhen zu lassen. Der 61-Jährige aber will zumindest bis zum Champions-League-Finale am 25. Mai in London nicht abtreten.

Auf der Ehrentribüne des Wembleystadions könnte es dann auch zur Begegnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel kommen, die sich von Hoeneß' Steuersünde „enttäuscht“ gezeigt hatte. Noch aber hat sich die CDU-Vorsitzende nicht entschieden, ob sie zum Finale reisen wird, sagte ihr Sprecher Steffen Seibert am Freitag. Zu einem Gespräch mit Hoeneß sei Merkel grundsätzlich bereit. „Es gibt keine Pläne für ein solches Gespräch, aber das mag sich einmal ergeben“, sagte Seibert.

Seit dem Bekanntwerden seiner Selbstanzeige und der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Steuerhinterziehung steht Hoeneß unter enormem öffentlichem Druck. „Natürlich spüre ich diesen Druck. Sie glauben gar nicht, was ich alles spüre. Es ist eine Situation, die kaum auszuhalten ist“, sagte Hoeneß der „Zeit“.

In der umfassenden Interview-Beichte hatte der Vereinspatron auch ausführlich über die zumindest seltsam anmutenden Finanzspritzen des Franzosen Louis-Dreyfus gesprochen. Nach schweren Verlusten an der Börse habe ihm der Adidas-Chef Geld angeboten. „Dann hat er irgendwann gesagt, nee, Uli, das kannst du jetzt alles selber machen. Und mach dir keine Gedanken über die Kohle, ich habe genug davon“, erklärte Hoeneß.

Kommentare (5)

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Steuerzahler

03.05.2013, 15:25 Uhr

Der Herr Hainer (Adidas Vorstand) hat sofort mitgeteilt, dass der verstobene Adidas-Chef nicht in die Verhandlungen um die Adidas-Beteiligung eingebunden war.
Aber der verstorbene Adidas-Chef war cleverer und ging auf Nummer sicher, lass den Hainer mal verhandeln, ich schieb dem Hoeneß einfach mal ein bisschen Spielgeld auf sein Schwarzgeldkonto in der Schweiz und schwubbdiwub hängt der Hampelmann an den Adidas-Strippen.
Das Stinkt meilenweit bis zum Himmel wie in der katholischen Kirche.
Der Herr Hainer hatte nur gesagt das er keine Kenntnis von diesem Vorgang habe.

Account gelöscht!

03.05.2013, 15:35 Uhr

Adidas stellt sich selbst einen Persilschein aus.Hoeneß spielt auf einmal Arbeitsplatzkarte. Davon abgesehen Adidas lässt eh auf der ganzen Welt, wo es am billigsten ist, produzieren.
Vielleicht kann Adidas auch für seine Mitarbeiter ein kleines Spielgeldkonto anlegen.

Steuerzahler

03.05.2013, 15:59 Uhr

Der Fisch stinkt bei dem FC-Krimenellen-Präsi von beiden Köpfen her. Uli und Kalle haben sich in Stuerangelegenheiten böse vergaloppiert.
Durfte sich der Uhrensammler sein Gastgeschenk aus dem Katalog aussuchen oder hat er jetzt ein paar Rolex Uhren doppelt in seiner Sammlung???
Der Uhrensammler habe angegeben, die gebrauchten Uhren hätte ihm ein Freund in Katar geschenkt (Name und Anschrift bitte). Er kam gerade aus dem Wüstenstaat zurück, wo 2022 die Fußball-Weltmeisterschaften stattfinden sollen. Rummenigge hatte sich begeistert von der WM-Bewerbung Katars gezeigt, die weltweit umstritten ist.
Wenn der Angestellte Repräsentant des Unternehmens sich mit teueren Geschenken anfüttern lässt, so hat das auch ein Geschmäckle. Er war auf Dienstreise und erhält das Geschenk als Repräsentant des Unternehmens. Und dann ist dieses Geschenk auch Eigentum des Unternehmens und nicht Eigentum der Privatperson. Wie hat der Uhrensammler die Gastgeschenke (Rolex Uhren) denn nachverzollt von seinem Privatkonto oder vom FC-Bayernkonto??? Geldwerter Vorteil den der Arbeitgeber einem Angestellten Mitarbeiter zukommen lässt, muss mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Wird der FC-Bayern als Selbstbereicherungsveranstaltung für die leitenden Angestellten missbraucht, versagt da die Aufsicht???
Teuere Uhren sind in Schwarz-Geschäften ein gern gesehenes Zahlungsmittel.
Nur Teppiche die von der Flugbereitschaft eingeflogen werden, bleiben kurzzeitig steuerfrei.
Es gibt in Deutschland Unternehmen die kündigen fristlos wegen 6 Maultaschen oder 25Cent Pfandbon oder Handyaufladung am Arbeitsplatz oder Geschenken >50 Euro.

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